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Satya Nadella zur Strategie von Windows mobile

15. Juli 2015

... und das kleine "m" ist Absicht. :-) ZDNET´s Mary Jo Foley hat im Zusammenhang mit den Ankündigungen der letzten Wochen ein Interview mit Microsoft CEO Satya Nadella geführt, und dabei natürlich auch das Thema "Zukunft von Windows Phone" angesprochen. Darin finden sich einige interessante Aussagen:

"Wenn ich an unser Windows Phone denke, dann will ich, dass es für etwas wie ´Continuum´ steht . Wo ich sage wow, das ist ein interessanter Ansatz, bei dem ich ein Telefon haben kann, und das selbe Telefon ist durch unsere universelle Plattform mit Continuum tatsächlich ein Desktop sein. Das ist etwas, was kein anderes Phone-Betriebssystem oder Gerät kann. Und das ist, wofür unsere Geräte und Geräteinnovationen stehen sollen".

Hier geht er nun ein wenig von dem Fokus eines Phones mit einem auf das Phone skalierten Betriebssystem weg, etwas, das sich schon in der EMail angedeutet hatte. Es geht darum, die Windows-Erfahrung und die Dienste optimal überall hin zu bringen.

"Ich werde nicht jeden Tag ein Phone auf den Markt bringen. Ich werde mich auf einige wenige Phones konzentrieren, die tatsächlich Marktanteil holen und tatsächlich unsere Einzigartigkeit aufzeigen."

Nicht mehr die aktuelle Gerätevielfalt, sondern gezielte Gerätelaunches. Das lässt einmal mehr vermuten, dass der Kauf von Nokia kein "Scheitern" war, sondern ein gezieltes Überbrücken der Zeit bis Windows 10 unter der Maßgabe, einen gewissen Marktanteil zu behaupten. Mt dem Start von Windows 10 jetzt ist das nicht mehr nötig, also kann Nokia zusammengedampft werden.

Interessant wird es dann, wenn es um die Motivation für Entwickler geht, Apps für Phones zu entwickeln:

„Universal Windows Apps werden entwickelt werden, weil man sie auf dem Desktop haben will. Der Grund, warum jemand Universal Apps schreiben will ist nicht unser Marktanteil von drei Prozent bei Phones. Der Grund ist, dass eine Milliarde Anwender ein Startmenü haben, in dem diese App ist. […] Und nebenbei: wenn wir sie damit motivieren, dann haben wir eine Phone App. […] Das ist es, was sie [die Entwickler] dazu bringt, für das Phone zu entwickeln. Wenn überhaupt, dann ist das kostenlose Upgrade auf Windows 10 dazu gedacht, unsere Position auf dem Phone-Markt zu verbessern. Das ist der Grund, warum ich diese Entscheidung getroffen habe. Wenn jemand wissen will, ob ich immer noch hinter Windows Phone stehe, dann sollte er daran denken, was ich mit dem kostenlosen Windows-Update gemacht habe, statt vier weitere günstige Modelle auf den Markt zu bringen.“

Man hat also mittlerweile die Taktik, direkt mit den Konkurrenten der mobilen Betriebssysteme zu konkurrieren, aufgegeben (er sagt an andrer Stelle auch noch „Es geht nicht um Kopf-an-Kopf-Konkurrenz. Das wird niemals funktionieren.“). Stattdessen wählt er den indirekten Weg: Weil man Windows nutzt und über die Geräteklassen hinaus arbeiten kann mit all seinen Daten und Einstellungen, wird das Ecosystem interessanter. Für den Desktop werden die Apps geschrieben werden, und damit hat man gleichzeitig auch die Phone-App. Durch die – unter anderem auch durch das kostenlose Update geförderte – geplante schnelle Adaption von Windows 10 wird die Basis für Phones deutlich verbreitert.

Und noch klarer: „Wir werden alles tun, was getan werden muss, um sicherzustellen, dass wir mit Phones vorankommen. […] Nochmal: Ja, wir werden in diesem Jahr Premium Lumias auf den Markt bringen.“ und „Wenn da eine Vielzahl von OEMs sind, dann werden wir eine Strategie haben. Wenn da keine OEMs sind, dann haben wir eine Strategie.“ Oder anders: Wenn die OEMs keine Hardware auf den Markt bringen, dann machen wir das eben.

Alles in allem für mich eine klare Positionierung. Man kann über die Abwicklung von Nokia sicherlich geteilter Meinung sein, die Strategie, die weit über Windows Phone hinausgeht, macht aber vollkommen Sinn. Ob sie Erfolg haben wird, und ob davon in der Zukunft wieder abgewichen werden (muss), das steht in den Sternen. Zumindest aber ist Windows Phone aus dem Nischendasein in die große Familie aufgenommen worden und fest verknüpft. Und das kann nur gut sein.

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Das Ende von Windows Phone und Mobile

9. Juli 2015

... wurde schon lange herbeigeredet. Erst jüngst durch die Kombination von der Ankündigung von "harten Entscheidungen" seitens Microsofts CEO Satya Nadella und der darauf folgenden erneuten Restrukturierung der Phone-Sparte mit 7900 abgebauten Stellen. Jetzt also ist es amtlich: Microsoft will das mobile Windows nicht mehr. Oder? Meine persönliche Einschätzung dazu:

Manchmal habe ich das Gefühl, das solche Verlautbarungen von Microsoft immer gerne genommen werden, um die eigenen Hoffnungen/Vermutungen hinein zu projizieren. In diesem Fall eben die, dass "Microsoft endlich aufgibt" und "erkannt hat, dass man gegen Android und das iPhone nicht anstinken kann". Da macht es Sinn, sich sowohl die Original-Texte als auch die bisherige Entwicklung anzuschauen:

Microsoft hat bei der Übernahme von Nokia eine Menge an Kosten produziert und entsprechende Einsparungen fest geplant (das hatte ich hier mal zusammengeschrieben). Teile dieser Einsparungen waren durch die Reduzierung von Stellen und Funktionen, die in beiden Unternehmen vorhanden waren, zu erreichen. Umgesetzt durch die erste Kümnfigungswelle 2014, die Nokia bereits arg geschröpft hatte. Allerdings auch Microsoft intern, das sollte man dabei nicht vergessen.

Was ist in der Zwischenzeit passiert? Microsoft hat - erst noch unter dem Nokia-Brand, dann direkt als Microsoft - eine Menge an Lumia-Modellen auf den Markt gebracht. Viele im Einsteigerbereich, aber eine solche Menge, dass man auch als fachlich Interessierter schon fast den Überblick verlieren musste. Ob das nun wirklich dem Marktanteil einen Schub versetzt hat, das mag man diskutieren, zumindest hat es dafür gesorgt, dass in vielen Märkten Windows Phones in die Hände derer kamen, die bisher doch eher im Android- oder gar iPhone-Lager zu verorten waren. Geschadet hat es sicherlich also nicht, wenn auch der Kostenaufwand dafür immens war.

Wer nun die Entwicklungen von Windows 10 und Windows 10 Mobile verfolgt hat, dem muss eigentlich schnell klar gewesen sein, dass dies nur eine Zwischenphase gewesen sein konnte, um bis zum finalen Zusammenwachsen der Plattformen Windows Phone "am Leben" zur erhalten und möglichst breit zu streuen. Besonders der Verzicht auf ein "Hero Device" in den letzten Monaten, also ein High End-Gerät, das für ein Alleinstellungsmerkmal sorgt, war ein deutlicher Hinweis darauf.

Und nun schreibt Satya Nadella: "We are moving from a strategy to grow a standalone phone business to a strategy to grow and create a vibrant Windows ecosystem including our first-party device family" (Wer bewegen und von einer Strategie des Wachstums eines separaten Windows Phone-Geschäfts zu einer Strategie der Schaffung und des Wachstums eines boomenden, schillernden Windows Ecosystems, das auch unsere eigene Gerätefamilie einschliesst"). Darin sind die Kernaussagen doch recht klar? EIN Windows Ecosystem (das Desktop und Phone enthält), statt Windows Phone separat zu halten (mit all den Zusatzkosten, die das mit sich bringt). Nichts anderes ist es, was mit Windows 10 Mobile entwickelt und spätestens mit der Namensgebung publik gemacht wurde. Auch das Thema der "first party device family" und der damit einher gehenden Limitierung der Geräteanzahl, ist nichts Neues: Mit dem Surface macht Microsoft das bereits seit Jahren: wenige Referenzgeräte, die das Betriebssystem und die Dienste in ein optimales Licht rücken.

Ein Einstellen der movilen Version von Windows macht überhaupt keinen Sinn. Microsoft will ja explizit ein Windows für alle Geräte haben, und wenn man sich die Nutzung von Smartphones, die Zugriffszahlen auf Webseiten durch Smartphones, die Nutzung von Services wie OneDrive, Skype etc. anschaut, dann ist das Smartphone als zusätzlicher Bildschirm und damit als Nutzungsszenario nicht wegzudenken.

"Based on the new plans, the future prospects for the Phone Hardware segment are below original expectations." (aus der Pressemitteilung). Klare Aussage: Das hatte man anders geplant, aber mit der neuen Planung werden die Erlöse aus dem Phone-Business natürlich geringer sein, als man es erwartet hatte. Und da setzt folgerichtig (logisch, nicht notwendigerweise sozial oder ethisch) die Kostenschere an, und die geht nun mal auf den Hauptfaktor Personalkosten.

Und wieder Satya Nadella: "In the near term, we will run a more effective phone portfolio, with better products and speed to market given the recently formed Windows and Devices Group. We plan to narrow our focus to three customer segments where we can make unique contributions and where we can differentiate through the combination of our hardware and software. We’ll bring business customers the best management, security and productivity experiences they need; value phone buyers the communications services they want; and Windows fans the flagship devices they’ll love." (Kurzfristig werden wir ein effektiveres Phone-Portfolio haben, mit besseren Produkten und schnellerem Zugang zum Markt [...] Wir planen, uns auf drei Kundensegmente zu konzentrieren, in denen wir einzigartige Beiträge leisten können und wo wir uns durch die Kombination von Hardware und Software abheben können. Wir werden den Firmenkunden die besten Management-, Sicherheits- und Produktivitätserfahrungen bringen, die sie brauchen; Käufern von Einsteigertelefonen die Kommunikationsdienste, die sie wollen; Windows Fans die Highend-Geräte, die sie lieben werden."

Einmal mehr: Firmenkunden, Käufer günstiger Geräte und Poweruser, die tolle Geräte wollen. Das ist nicht wirklich etwas Neues, nur grenzt Nadella diese Gruppen schärfer voneinander ab, was beim aktuellen Portfolio nicht zu erkennen war: Der Firmenanwender, eigentlich die klassische Klientel von Microsoft, lief bisher irgendwie so mit, und der "Windows-Fan" war unglücklich damit, dass er selbst mit dem hochwertigsten Windows Phone-Modell nur im Strom der Apple- und Android-Geräte mitschwamm. Das angekündigte "Cityman", so es mit den gerüchteweise bekannt gewordenen Spezifikationen kommt, ist ein solches "Flagship-Device", ein Gerät, das in der Funktionsvielfalt keine Entsprechung bei den anderen Plattformen hat.

Auch zur langfristigen Strategie hat Nadella etwas zu sagen: "In the longer term, Microsoft devices will spark innovation, create new categories and generate opportunity for the Windows ecosystem more broadly. Our reinvention will be centered on creating mobility of experiences across the entire device family including phones." (langfristig werden Microsoft Geräte vor Innovationen sprühen, neue Kategorien schaffen und breitere Möglichkeiten für das Windows Ecosystem schaffen. Unsere Neuausrichtung wird sich auf die Mobilität der Erfahrungen über die gesamte Gerätefamilie konzentrieren, Phones eingeschlossen.")

Wie viel deutlicher muss der Faktor "Phone" noch betont werden? Microsoft ist schon lange auf dem Weg, seine Dienste breitest möglich an den Mann zu bringen, auch - teilweise sogar stärker - auf Kunden und Betriebssysteme, die nicht Microsoft-affin sind. Das ist aber nur die eine Seite der Madaille. Die andere, und das hat meiner Meinung nach Satya Nadella deutlich gemacht, ist die Fokussierung auf Benutzererfahrung und Mobilität. Und so geht die Restrukturierung nicht gegen Windows auf Mobiltelefonen als Nutzungserfahrung, ganz im Gegenteil: Die Mobilität steht im Vordergrund. Wohl aber hat man bemerkt, dass der Surface-Weg besser und kosteneffizienter ist als der bisherige Lumia-Weg: Wenige Modelle, dafür aber zielgruppengerecht ausgerichtet.

Und eines hat die Surface-Familie auch gezeigt: Durch die Limitierung der Modelle schafft man keine Konkurrenz für die OEMs, die Windows mit ihren Geräten zusammen in den Markt bringen. Im Gegenteil: man kitzelt mehr aus ihnen heraus und provoziert sie, über die Meßlatte, die Microsoft gesetzt hat, hinauszuspringen. Heute ist es für einen Hersteller nahezu uninteressant, ein Windows Phone auf den Markt zu bringen, so omnipräsent wie die Lumias sind. In Zukunft dürften auch etabliertere Hersteller wie HTC, Huawai, Lenovo, vielleicht gar Samsung wieder auf das Windows-Schiff aufspringen.

Nun zurück zum menschlichen Faktor: Dass die ehemalige Nokia-Organisation weiter geschröpft werden wird, dass noch mehr Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft entlassen werden, das ist die traurige und schmutzige Kehrseite der Medaille. Ein Zeichen, dass auch Microsoft in der bitteren Phase der Neuzeit angekommen ist, in der Profit über alles geht. Schade darum, auch wenn man es einem Unternehmen, das sich in einem so hart umkämpften Markt unter solchen Rahmenbedingungen wie heute schwerlich vorwerfen kann.

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Vaterlandsverräter!

7. Mai 2015

Manchmal fasse ich mir an den Kopf. Zugegeben: vermehrt in letzter Zeit. Gestern Abend spielt nun Bayern München gegen Barcelona in der Champions League. Wir erinnern uns: Die Mannschaft, die in der Bundesliga für gnadenlose Langeweile im Kampf um die Meisterschaft gesorgt hat. Die, die man in den vergangenen Wochen und Monaten gerne geschmäht hat. Immer dann, wenn es passte. Weil gerade mal wieder ein Spieler einer anderen Mannschaft weggekauft wurde, weil sie arrogant sind, weil man selber nicht gegen sie gewinnen konnte und damit jeden Punktverlust bejubelt hat, und, und, und. Da mag man nun geteilter Meinung drüber sein, am Ende ist es aber typisch deutsch, Erfolg zu missgönnen.

Und in dem Kontext bin ich tatsächlich "typisch deutsch". Ich mag die Barzels nicht (*). Auch wenn ich neidlos anerkenne, dass ein solcher Erfolg - wirtschaftlich wie sportlich - nicht von alleine kommt und eine Menge strategischer Planung und konsequenter Arbeit erfordert: Manchmal ist es einfach Bauchsache.

Zurück zu den leichten Klopfbewegungen auf meine Stirn: Wenn ich gestern dann allüberall lese, man müsse ja "als Deutscher ja zumindest heute Bayern-Fan sein", "Heute muss man Deutscher sein" und andere Ergüsse in der Art, dann frage ich mich nach dem Sinn. Warum sollte ich?

1.) Die Bayern sind nicht die Nationalmannschaft. Auch wenn sich so benehmen. Okay, das mag nur halb richtig sein (sie stellen ja quasi die Nationalmannschaft :-))
2.) Ob eine deutsche Mannschaft nun einen internationalen Wettbewerb gewinnt oder Hinterkleckersdorf ein Fußball platzt, hat für mich nahezu die selbe Bedeutung. "Nahezu", weil ein Kind in Hinterkleckersdorf um seinen Fußball weint.
3.) Und wenn tatsächlich Bayern München auch das Rückspiel vergeigen sollte und statt des vollmundig angekündigten Triples auch das Double nicht klappt, dann ... meine dunkle Seele sei verdammt ... dann kann ich mir ein vollkommen unfaires Giggeln der Schadenfreude nicht verkneifen.

Wenn mich das zu einem "schlechten Deutschen" macht, dann scheint das etwas zu sein, auf das ich stolz sein kann... :)

(*) Wenn mich dazu der ein oder andere Betroffene ob meiner kreativen Bezeichnung "Barzels" (was die evolutionäre Stufe unter "Bazi" ist und nichts mit dem ehemaligen und von mir sehr geschätzten CDU-Politiker zu tun hat) schmäht:  Get a Life! :-D

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Sieben Methoden, in Foren GARANTIERT einen wohlmeinenden Helfer zu finden

22. Februar 2015

(-> Sarkasmus ein)

Liebe Anwender, die Ihr in einem Forum (egal ob privat, gewerblich oder direkt vom Hersteller) eine Antwort auf ein Problem oder eine andere Frage sucht: Ihr habt garantiert mehr, schnelleren und nachhaltigeren Erfolg, wenn Ihr die folgenden einfachen Grundregeln beherrscht und berücksichtigt:

1. Der Hersteller ist doof
Ganz wichtig: Vor der Schilderung des eigentlichen Problems solltet Ihr dringend einen Abschnitt, neudeutsch "Rant", gegen den Hersteller bringen. Es schafft eine klare Ausgangslage, wenn direkt im Vorfeld klar ist, dass Selbstverschulden des Anwenders, ein dem Marktstandard "normales" Verhalten oder ein Hardwaredefekt ausgeschlossen werden und gar nicht erst angesprochen werden müssen. "Scheiss Microsoft, war ja klar, dass die zu doof sind, das richtig zu machen." Dem Moderator macht dies das Leben leichter, muss er doch nicht die Antwort posten, sondern nur "Richtig. Microsoft und ich persönlich sind schuld!"

2. Der Moderator/Antwortende ist doof
Auch nicht zu vernachlässigen: Der Kunde ist König, der Fragende gar Kaiser. Die geistigen Fach-Amöben, die sich in solchen Foren als Moderatoren rumtreiben, sind soziallegasthenische, abgehalfterte und gescheiterte Existenzen. Das im Vorfeld klarzustellen, klärt Fronten und Umgangston: "Und jetzt braucht mir keiner einen Scheiß von XXX zu erzählen!" ist eine angemessene und zielführende Weisung. Vor allem engt sie die möglichen Lösungsansätze weiter ein, und macht dem geistig und empathisch unterentwickelten Moderator das Leben leichter, seinen niedrigen geistigen Horizont nicht übersteigen zu müssen.

3. Mi Casa es su Casa, oder: alle haben mein Problem oder sind doof
Da ja Fehlbedienungen, individuelle Hardwaredefekte etc. bereits ausgeschlossen wurden, MUSS es sich um ein global-intergalaktisches Problem handeln, das tief in der Inkompetenz des Herstellers verwurzelt liegt. Das bringt automatisch mit sich, dass jedwede Antwort der Art "Ich habe hier mehrere Geräte identischer Konfiguration liegen, die das Problem nicht haben" automatisch egozentrisches Gewäsch sind. Nur, weil 99,99% der Anwender das Problem nicht haben, heisst das noch lange nicht, dass es NICHT ein allgemeines Problem ist. Die anderen waren einfach nur bisher zu doof, es zu bemerken.

4. Orthographie, Interpunktion und Grammatik sind doof
Wenn ich nun als zahlender Anwender eines Produktes schon gezwungen werde, mich in die Niederungen eines Forums zu begeben, dann soll der Aufwand möglichst gering sein. Es reicht vollkommen aus, wenn die Kern-Fakten des Problems in zufälliger Reihenfolge und Schreibweise eingekippt werden. Der Sack mit Satzzeichen gehört dem Lesenden, der diese frei und nach eigenem Gusto zuordnen kann. "ich habfonmir windoof un kan nich mer sikronisirn wenn ich den rechner ausmach istden kabel ab und ledt nichmehr aber kumpel hat auch lumina undageht du opfa!" ist eine vollkommen adäquate Beschreibung.

5. Weniger ist mehr, oder: Fakten sind auch doof
In der Kürze liegt die Würze, und jeder Moderator zählt Cerebro zu seiner Standard-Ausstattung. Mehr als eine allgemeine Beschreibung des Problems ist Luxus, die nicht angemessen ist. "Kann Musik nicht abspielen" ist eine hervorragende, superspezifische Beschreibung, der eine umgehende, ausführliche und treffsichere Lösung zu folgen hat. Sollte dies nicht der Fall sein, dann, ganz wichtig, muss umgehend nachgelegt werden: "Wenn Du keine Ahnung hast, was machst Du dann in einem Forum?!", gegebenenfalls noch ergänzt um ein "Arrogantes/doofes/inkompetentes Moderatorenpack" (wer hier stattdessen inkontinent schreibt, kann sich gleich verpi..en... :-)

6. Antworten sind doof, wenn sie nicht meiner Erwartung entsprechen
Sein wir ehrlich: Was bildet sich dieses Moderatorenpack eigentlich ein?! Wollen die einem Anwender wirklich erzählen, dass eine bestimmte Funktion, die ihm die Welt bedeutet (z.B: eine Eiswürfelmaschine, das rSAP-Profil, blinkende Benachrichtigungs-LEDs oder der Registry Editor) nicht existiert? Das kann nicht sein, und damit ist eine solche Antwort automatisch zu ignorieren und die Frage erneut zu stellen. In einem solchen Forum muss doch jemand mit Hirn sein, der die eigene Meinung bestätigen kann! Dazu ist es nicht unabdingbar, "Blödsinn" zu antworten, kann aber durchaus helfen.

7. Bedanken ist was für Pussys und doof
Sollte dann wider jedweder Vernunft und Erwartung tatsächlich mal eine brauchbare Antwort in der Flut der geistige Fäkalien der Moderatoren dabei gewesen sein, dann sollte ein Fehler tunlichst nicht gemacht werden: "Danke" ist geächtetes Wort! Man stelle sich nur vor: Da könnte jemand doch auf die abstruse Idee kommen, dass sein unentgeltlicher Einsatz für Linderung, Freude oder, Gott bewahre, gar Dankbarkeit beim Fragenden geführt hätte! Ein kommentarloses Verlassen des Forums ist da die sauberste, beste und höflichste Lösung.

(-> Sarkasmus aus)

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Cineastische Körperverletzung

23. Dezember 2014

Puuuh... ich bin ja wirklicher Fan der Mittelerde-Welt von Tolkien, die Herr der Ringe-Verfilmung (trotz ihrer drei Teile) ist für mich immer noch eine der besten Literaturverfilmungen der letzten Jahre. Als Peter Jackson sich nach langem Zögern und Zaudern (oder besser "Zieren"?) bereiterklärte, das lterarische "Prequel" (cineastisches Unwort der letzten Jahre!)  Der Hobbit zu verfilmen, fand ich das erst mal gut. Allerdings war die Ankündigung, ebenfalls eine Trilogie daraus zu machen, eher unverständlich: Der Hobbit hat gerade mal ein knappes Drittel der Seiten des Herrn der Ringe.

Nun ist Teil 3 in den Kinos, und für mich bestätigt das die Befürchtung. War der erste Teil noch "lang, aber fesselnd", der zweite "lang, aber interessant", so ist "Die Schlacht der fünf Heere" nur noch "lang". Wunderbare Bilder, aber alle schon unendlich oft gesehen. Neuseeland hat nun nicht wirklich unendliche Vielfalt zu bieten. Schlachten, Schlachten, Schlachten, bööööööse Orkse im Amazon Prime-Vorteilsabo und Super Slowmotion Nahaufnahmen der eingefrorenen Mimik der Protagonisten. Für mich: Unnötig. Den Gesamtstoff hätte man wunderbar mit echtem Spannungsbogen in zwei Filme packen können und hätte immer noch genug Gestaltungsspielraum gehabt, die unglaublich kitschige Romanze der schlecht-hennagefärbten Elfe Tauriel unterzubringen.

Aber zumindest weihnachtlich war´s: Flackernde (Häuser-) Feuerchen, Speis und Trank vom Feinsten (von den Elfen zu den Menschen gebracht), der Grinch war auch da (warum man Thorin keine grüne Maske verpasst hat: fragt mich nicht!), der Stern schien helle (auch wenn Frau Galadriel dabei ein wenig grün aus dem Gesichte schaute, hatte die Thorin vielleicht die Grinch-Maske geklaut?!).

Für mich: Prädikat "unnötig", maximal "Aus Sammlersicht der Vollständigkeit wegen".

Versprochen: Heute wird alles besser. Dann geht es mit dem Kleinen in "Paddington". Da kann man nix falsch machen. :)

In diesem Sinne: Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch!

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Ich widerspreche den Facebook AGBs

29. November 2014

So. Fertig. Alles erledigt. Gerade in meiner Timeline gepostet. Ist doch cool, dass das alles so einfach geht. Und gerade bin ich mit meinem Auto betrunken mit 100 km/h durch die Tempo 30-Zone gefahren und habe den Grünröcken hämisch zugelächelt als sie ob meiner Schlangenlinien versucht haben, ein scharfes Bild zu bekommen. Warum? Doofe Frage!!! Ich hatte in allen Scheiben einen Zettel, auf dem "Ich widerspreche der 0,8 Promille-Regel und jeder Geschwindigkeitsbegrenzung." Tja. da können die nix machen!!!

Ehrlich: Wer auch immer noch diesen vollkommen sinnbefreiten Widerruf der Facebook-AGBs in meiner Timeline postet, der wird umgehend vom WWW ins HHH verbannt. In die "Hirnlose Hammelherde". :-(

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Der Rattenfänger von Redmond

20. Juli 2014

Ich will nicht repektlos erscheinen. Mir als kleinem Licht erschliesst sich die Breite und Genialität des übergreifenden Plans sicherlich nicht, den Microsoft mit der Übernahme von Nokia verfolgt. Oder anders: Der Weg dahin, und die folgenden Worte sind meine persönlichen, subjektiven Gedanken dazu.

Dass der Abstand nach vorne, den Microsoft auf dem Feld der mobilen Geräte zum nächsten Konkurrenten zu überbrücken hatte, nicht mit Bachblütentee und gemeinsamem "Ommmm"-Brüllen zu überwinden war, das konnte nicht überraschen. Dass sich die 600 Millionen Dollar Kostensynergien innerhalb von 18 Monaten nach der Übernahme von Nokia, die das erklärte Ziel waren, nicht von alleine ergeben, auch das keine Frage. Nur klangen die Flöten so süss, als Stephen Elop im April 2014 "Now, we´re one Microsoft" tönte, und das Lied der unendlichen Möglichkeiten einer gemeinsamen Zukunft in den süssesten Tönen spielte.

Jener Stephen Elop, der 2010 von Micosoft zu Nokia gegangen war (ein Schelm, wer Böses vermutete), und in 2014 die Überbleibsel des Handygeschäfts von Nokia in einem Triumphzug hinter sich her in die offenen Arme des Redmonder Softwaregiganten führte. Elop, der von nicht wenigen Journalisten als derjenige geschmäht wurde, der Nokia den echten Abstieg von Börsenwert und Ruf erst verordnet hatte. Sicherlich sind viele strategische Entscheidungen in seiner Ägide ganz klar darauf ausgerichtet, schon den "verbleibenden Rest" von Nokia zum Zeitpunkt der Übernahme schlank zu halten. Das aber reicht offensichtlich nicht.

Die Ankündigung, dass Microsoft bis zu 18.000 Mitarbeiter weltweit entlassen will, war nicht wirklich unerwartet, zu viele ähnlich lautende und sich deckende Gerüchte gab es in den vergangenen Wochen. Und der ausgeschiedene Microsoft CEO Steve Ballmer war ja nicht zuletzt deshalb davon überzeugt worden, das Unternehmen zu verlassen, weil den Aktionären die Veränderungsgeschwindigkeit nicht ausreichte. Dass Nachfolger Satya Nadella "nur ein wenig restukturieren würde" war also keine realistische Erwartungshaltung. Allerdings wäre es mir nie in den Sinn gekommen (und das mag meiner Naivität anzulasten sein), dass der Kern der betroffenen Mitarbeiter bei Nokia zu suchen wäre: "We plan that this would result in an estimated reduction of 12,500 factory direct and professional employees over the next year."... das sind knapp 69 Prozent der Gesamtbetroffenen.

Nokia hatte bei der Verkündung der Übernahme noch knapp 32000 Mitarbeiter, diese Zahl dürfte sich aber bereits deutlich verringert haben bis zum heutigen Tage. Marktbeobachter sprechen davon, dass die angedachten Kündigungen mehr als die Hälfte der ehemaligen Nokia-Mitarbeiter treffen dürften.

Keine Frage: Das ist ein "übliches Beiwerk" bei einer solchen Milliarden schweren Übernahme, die menschlichen Späne, die beim Hobeln einfach mal so fallen. Dem Span aber ist der Hobel und das Werkstück letztendlich egal, liegt er doch abgetrennt vom Ganzen alleine und langsam austrocknend auf dem Boden. Und niemanden interessiert mehr, wieviel der einzelne Span zum Wachstum des Baumes beigetragen hat. Microsoft hat mit Windows Phone und dem konsequenten Bruch mit der Vergangenheit von Windows Mobile den Grundstein dafür gelegt, dass die Plattform nach Vorne gekommen ist. Mit der halbherzigen Unterstützung von HTC, ZTE, Samsung und LG aber wäre das nicht möglich gewesen. Erst die Produktinnovationen von Nokia, angefangen bei der Qualität der Kameras, über das einzigartige Design, die neuen Farben bis hin zur exklusiven Zusatzsoftware haben das Bild von Windows Phone geprägt und langsam die Breitenwirkung entfaltet. Keine Frage, auch die hat Microsoft mit der langfristigen Strategie (mit)bestimmt, aber am Ende waren es Nokianer, die das geleistet haben. Mit Euphorie, Vision und einer Menge, Menge Herzblut. Und die bekommen nun eine E-Mail, die an Geschwurbsel kaum zu überbieten ist... wie das New York Magazine wunderbar seziert.

Nun hat Nokia auch in Deutschland zum wiederholten Mal die zweifelhafte Ehre, Opfer und Mitwirkender einer massiven Wegstrukturierung zu sein. Erst die Schliessung des Bochumer Werks und die Verlagerung nach Rumänien, dann das Schliessen des "Ersatzwerks" in Cluj, nun eine sicherlich ungewisse Zukunft der Ratinger Zentrale. Die Marke "Nokia" hat zumindest in unseren Breitengraden ihren Glanz verloren und bekommt mehr und mehr die Rolle eines Synonyms für "Sterben auf Raten".

Als jemand, der Nokia über mehr als 20 Jahre aktiv begleitet hat, von den ersten "Handys" über die ersten quasi Internet-fähigen Mobiltelefone (wem sagt der Begriff WAP noch etwas?), das Booklet 3G als erstes Net-/Notebook bis hin zu den modernen Lumias, stimmt mich das traurig. Ich kann nachvollziehen, dass die Mitarbeiter die Bauernopfer auf dem großen Schachbrett der mobilen Plattform sind, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass  hier allzu leichtfertig mit Schicksalen gespielt wird. Ja, ich fühle mich persönlich betroffen durch all die Menschen, die ich in der Zeit virtuell und persönlich kennen gelernt habe, aber auch ohne diese Erfahrung trifft es mich.

Alles Gute, Nokia...!

P.S: Ich behaupte allerdings auch nicht, dass Microsoft es sich leicht macht, denn die 5500 verbleibenden Kündigungen bleiben als Paket intern zu schultern. Als Einzelschicksale, ob "gut abgefunden" oder nicht, sind diese ebenso bitter. :-(

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Pfingsten, Wetter, Schwimmbär

7. Juni 2014

"Schönes" oder gar "Kaiserwetter" stelle ich mir anders vor. Warm ist schön, bedeckter Himmel und drückende, warme Hitze sind nicht wirklich mein Ding. Abhilfe schafft da nur kühles Nass. Also das Schwimmbecken aufgebaut, mit Wasser gefüllt und ab dafür. Eigentlich aber nur der kleine Zweibeiner... aber die Rechnung war dann doch irgendwie ohne den Wirt in Form des kleinen Vierbeiners gemacht:

Eine Frage liess sich dann allerdings nicht wirklich endgültig klären: War die grosse blaue Kiste in Dackelaugen ein Dackelpool oder ein riesiger Saufnapf? :-)

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Von Paketfahrern und unerwarteten Gesprächen

23. Mai 2014

Das sind Geschichten, die so nur das Leben schreiben kann. Dialoge, die einem niemals einfallen würden, wenn man sie selbst schreiben wollte. Ich schwöre hoch und heilig: Der folgender Dialog hat so und genau so stattgefunden:

Ich sitze zur Einleitung des Wochenendes gemütlich vor der XBOX und spiele Wolfenstein an, da klingelt es. Aus dem Sessel, die Hunde hinter mich geschubst, die Zwischentür zu gemacht und die Haustüre geöffnet, sehe ich mich dem Fahrer eines Paketdienstes gegenüber. Normalerweise eher muffelig und darauf aus, so schnell wie möglich seine Sendung - wie auch immer - los zu werden (Episode am Rande: Der war es auch, der Wolfenstein, als FSK18-Spiel fett als "Altersnachweis" gekennzeichnet, ohne irgendwas in der blauen Tonne abgeliefert hat).

Man kann meine Verblüffung sicherlich nachvollziehen, dass dieser Muffelkopp mich nach Auslieferung des Pakets freundlich persönlich anspricht. "Sie kennen sich doch mit Spielen aus." Err... wie kommt er jetzt darauf? Nach gefühlten 10 Minuten Kampf mit meiner Verwunderung kommt mir ein Geistesblitz: Könnte es an dem XBOX-Controller in meiner Hand liegen? :-)

Egal. nach meinem vorsichtigen "Ja, warum?" kommt folgende Frage - und die hat er vollkommen ernst gemeint:

Fahrer: "Ich verkaufe auf Amazon gebrauchte Bücher. Und jetzt habe ich auch mal ein Spiel verkauft, ich kenne mich aber damit gar nicht aus."

Ich: "Okay... was ist das Problem?"

Fahrer: "Ich habe nach einigen Tagen das Spiel vom Käufer wieder zurückbekommen. Ohne irgendwas an Anschreiben, nur mit einem Zettel drauf. ´Geht nicht. In Level 7 fehlt der Gartenschlauch.´ Kann das sein, dass bei einem Computerspiel was fehlt?"

Ich habe jetzt noch Muskelkater vor angestrengtem Einfrieren meiner Gesichts- und Lachmuskeln. Geantwortet habe ich nur irgenwas wie "Nein, das ist ja dann im Spiel, und da war der Käufer einfach zu doof..."

Herrlich! :-D

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Mannomannomann

5. Mai 2014

... hat irgendjemand die Weltzeituhr auf Speed gesetzt? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier gerade alles im Schnellvorlauf passiert. Das Jahr ist schon fast halb rum, und Silvester erscheint mir, als wäre es gestern gewesen. Und das spiegelt sich auch im Blog wieder. Vier Monate ist der letzte Eintrag her, und manchmal frage ich mich, ob ein Blog überhaupt noch zeitgemäss ist. Das private, versteht sich. Gefühlt poste ich nichht weniger, nur, dass es meistens auf Facebook ist und viel schneller und leichter von der Hand (und in die App) geht.

Nichts desto Trotz: Alive and kicking, und Inhalte kommen sicherlich aich bald wieder... :-)

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