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Jahresendgedanken

22. Dezember 2016

Keine Sorge: Jetzt kommt nicht der Facebook-Jahresrückblick oder meine rührselige Betrachtung der Schlechtigkeit der Welt... eher ein Rück- und Ausblick, wie schlecht es Windows Phone geht. :)

Es besteht kein Zweifel: Windows Phone als eigenständiges Betriebssystem ist Geschichte. Und das bezieht sich nicht nur formal auf die Namensänderung zu "Windows 10 Mobile", sondern auch auf das mobile Derivat von Windows 10. Keine Frage, weiterentwickelt wird immer noch, nur kommen ausser dem HP X3 und dem gerüchteweise geplanten Consumer-Ableger davon keine Geräte mehr auf den Markt. Parallel dazu wird der "App Gap", also das Fehlen von wichtigen Apps im Windows Store, weiter verschärft: Hersteller wie Amazon ziehen Ihre Apps zurück und verweisen stattdessen auf die Desktop-Apps (was im Beispiel ungefähr so hirnrissig ist wie Diesel aus der Zapfsäule zu nehmen und darauf hinzuweisen, dass die AdBlue-Säule ja in der Nähe steht!).

Nun mag man freudig aufjubeln ob der Nachrichten aus Redmond, dass mit der neuen Generation von Prozessoren eine vollständige Simulation von Windows 10 auf einem mobilen Gerät möglich ist: Das Surface Phone scheint Realität zu werden, irgendwann in der Mitte von 2017.

Den Satz oben lassen wir mal alleine stehen... und bringen ihn in den Gesamtkontext. Klar, ich freue mich wie ein Schneekönig darauf. Aktuell habe ich immer noch mein Lenovo Book dabei, um unterwegs Dinge machen zu können, zu denen Windows Phone nicht in der Lage ist. Das würde sich damit erledigen. Ich erinnere mich noch gerne an meinen OQO 02 UMPC: 5 Zoll vollwertiges Windows. Wider Erwartung bedienbar und performant. In sofern kann ich mir das auf einem Lumia 950 oder HP X3 durchaus gut vorstellen.

Aber (und das sei mir gestattet): Welcher Ottonormalverbraucher braucht das? Windows Mobile/Phone ist immer (wieder) daran gescheitert, die kritische Masse anzusprechen. Und die kritische Masse will vor allem eines: Einfache Bedienung mit den Fingern. Also ist eher nicht zu vermuten, dass ein Windows-Desktop-taugliches Smartphone hier für Begeisterungsstürme, geschweige denn signifikante Umsatzsteigerungen sorgen dürfte.

Da fehlt mir dann also tatsächlich das Verständnis für das große Ganze... Verlangen nach Marktanteil kann es nicht sein, das wurde nach dem Niedermetzeln der Marke Nokia und der Vernichtung der Lumia-Geräte zu Grabe getragen. Obama-likes "Because we can"? Natürlich ist es eine Ansage an die Konkurrenz, ein System für alle Devices zu haben, und den Aufwand für den Entwicklungsstrang Windows 10 Mobile einzusparen. Nur scheint mir das so gar nicht Nadella-like? Seit seiner Übernahme der Amtsgeschäfte wurde ausgedünnt, entlassen, gestrafft, eingestellt, umorientiert und sich vor allem mit den anderen mobilen Plattformen angefreundet. Irgendwie ist und bleibt die Zukunft für mich weiterhin nebulös...

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Windows Phone ist tot, Teil 156

1. Juni 2016

Ich kann es nicht mehr hören. Echt nicht. Ist es scht noch eine News wert, dass Windows Phone "tot" ist? Dass bis zum Ende des Jahres so gut wie jeder damals von Nokia zu Microsoft übernommene Mitarbeiter entlassen, abgewickelt, verschoben ist? Dass die Abschreibungen für die Nokia-Übernahme das Bruttosozialprodukt eines Kleinstaates übersteigen? Aus meiner Sicht nicht (und darum gab es die entsprechende News auch hier nicht). Allerdings quillt meine Mailbox mittlerweile über vor Fragen in der Bandbreite von "Na, merkst Du´s endlich auch?!" bis hin zu "War´s das jetzt?", und darum hier eine kleine, subjektive Stellungnahme.

Vorab: Die Dinge so hinzunehmen, wie sie nun mal sind, ist nicht gleichbedeutend mit "gut finden"... Ich hätte mir eine deutlich erfolgreichere Integration von Nokia gewünscht. Allgemein wegen der Marke und dem Markt, persönlich aber auch wegen meinem eigenen Draht zu Nokia. Das Thema ist - trotz aller Traurigkeit um die persönlichen Schicksale - Geschichte. Leider. Ich hätte mir ebenso gewünscht, dass Microsoft viel mehr Fokus auf die Entwicklung von Windows 10 Mobile (bzw. das zusammenwachsen der Plattformen) legt, statt sich so stark darauf zu konzentrieren, bessere Services für iOS und Android zu entwickeln. Ebenfalls Geschichte. Ebenfalls leider.

Allerdings ist das eine Entwicklung, die schon Monate, wenn nicht gar Jahre anhält. Keine Überraschung also, sondern eine konsequente Folge von Entscheidungen. Und noch dazu eine, die für das Gros der Anwender (nämlich die, die Windows Phone/10 Mobile nicht verwenden) durchaus positiv ist. Ich bin immer ein Pocket PC/Windows Mobile/Windows Phone-Fan gewesen und bin es auch heute noch. Parallel dazu aber auch vom ersten iPhone, vom ersten Android-Gerät und dem ersten Palm Pre immer parallel mit "Konkurrenzsystemen" unterwegs gewesen. Und was war das früher abenteuerlich: Exchange-Sync nur mit wackeligen Zusatztools, Berarbeitung von Office-Dokumenten nur über Drittanbietertools oft fragwürdiger Qualität, kurz: abgeschnitten von der Welt, in der man sich mit PC und Notebook bewegte.

Schnell vorgespult ins Jahr 2016: Am Ende fällt das verwendete Betriebssystem in der Anwendung kaum noch auf (Sicherheit und App-Angebot mal aus der Bewertung rausgelassen): Alle relevanten Microsoft Apps und Dienste (Office, Skype, OneDrive, Lync, Outlook,...) gibt es für iOS und Android, teilweise sogar in deutlich leistungsfähigeren Versionen als bei Windows Phone (für iOS hatte ich das Ganze vor einigen Monaten schon hier zusammengeschrieben). Klar fehlt mir die Kachelwelt, wenn ich an einem iPhone oder Android-Gerät sitze... aber meine Workflows sind kaum anders als auf einem Windows Phone. Soll heissen: Microsoft hat erkannt, dass sie den Markt mit einem eigenen System alleine nicht in den Griff bekommen. Im Zuge von "One Windows" aber durchaus die andren Systeme näher an die eigenen Services bekommen.

Bei aller Begeisterung für Windows 10 Mobile und seine Vorgänger: Als Anwender arbeite ich mit meinen Daten und Diensten (und den zugehörigen Apps), viel häufiger und intensiver als mit dem nackten Betriebssystem. Setze ich meine Scheuklappen der Systemfixierung ab, dann bin auch ich der Lage, das Positive daran zu erkennen...

"War´s das jetzt?": Das glaube ich nicht. Microsoft hat mit einigem Lehrgeld erkannt, dass es durchaus erfolgversprechend sein kann, durch Referenzgeräte die richtung vorzugeben, und den Rest des Marktes sich daran messen uns sich danach recken zu lassen: Das Surface Book und die Surface-Reihe sind ein wunderbares Beispiel dafür. Verdient sich Microsoft damit eine goldene Nase? Wahrscheinlich eher nicht, aber die seither auf den Markt gekommene Vielfalt an Formen und Ausstattungen anderer Hersteller spricht für einen tatsächlich aufgegangenen Plan. Warten wir ab, wie es mit dem Surface Phone/Intel Telefon weitergeht...

Und bis dahin, und das sei meine abschliessende Stellungnahme, nutze ich gerne, mit Spaß und Stolz mein Lumia 950.

 

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Satya Nadella zur Strategie von Windows mobile

15. Juli 2015

... und das kleine "m" ist Absicht. :-) ZDNET´s Mary Jo Foley hat im Zusammenhang mit den Ankündigungen der letzten Wochen ein Interview mit Microsoft CEO Satya Nadella geführt, und dabei natürlich auch das Thema "Zukunft von Windows Phone" angesprochen. Darin finden sich einige interessante Aussagen:

"Wenn ich an unser Windows Phone denke, dann will ich, dass es für etwas wie ´Continuum´ steht . Wo ich sage wow, das ist ein interessanter Ansatz, bei dem ich ein Telefon haben kann, und das selbe Telefon ist durch unsere universelle Plattform mit Continuum tatsächlich ein Desktop sein. Das ist etwas, was kein anderes Phone-Betriebssystem oder Gerät kann. Und das ist, wofür unsere Geräte und Geräteinnovationen stehen sollen".

Hier geht er nun ein wenig von dem Fokus eines Phones mit einem auf das Phone skalierten Betriebssystem weg, etwas, das sich schon in der EMail angedeutet hatte. Es geht darum, die Windows-Erfahrung und die Dienste optimal überall hin zu bringen.

"Ich werde nicht jeden Tag ein Phone auf den Markt bringen. Ich werde mich auf einige wenige Phones konzentrieren, die tatsächlich Marktanteil holen und tatsächlich unsere Einzigartigkeit aufzeigen."

Nicht mehr die aktuelle Gerätevielfalt, sondern gezielte Gerätelaunches. Das lässt einmal mehr vermuten, dass der Kauf von Nokia kein "Scheitern" war, sondern ein gezieltes Überbrücken der Zeit bis Windows 10 unter der Maßgabe, einen gewissen Marktanteil zu behaupten. Mt dem Start von Windows 10 jetzt ist das nicht mehr nötig, also kann Nokia zusammengedampft werden.

Interessant wird es dann, wenn es um die Motivation für Entwickler geht, Apps für Phones zu entwickeln:

„Universal Windows Apps werden entwickelt werden, weil man sie auf dem Desktop haben will. Der Grund, warum jemand Universal Apps schreiben will ist nicht unser Marktanteil von drei Prozent bei Phones. Der Grund ist, dass eine Milliarde Anwender ein Startmenü haben, in dem diese App ist. […] Und nebenbei: wenn wir sie damit motivieren, dann haben wir eine Phone App. […] Das ist es, was sie [die Entwickler] dazu bringt, für das Phone zu entwickeln. Wenn überhaupt, dann ist das kostenlose Upgrade auf Windows 10 dazu gedacht, unsere Position auf dem Phone-Markt zu verbessern. Das ist der Grund, warum ich diese Entscheidung getroffen habe. Wenn jemand wissen will, ob ich immer noch hinter Windows Phone stehe, dann sollte er daran denken, was ich mit dem kostenlosen Windows-Update gemacht habe, statt vier weitere günstige Modelle auf den Markt zu bringen.“

Man hat also mittlerweile die Taktik, direkt mit den Konkurrenten der mobilen Betriebssysteme zu konkurrieren, aufgegeben (er sagt an andrer Stelle auch noch „Es geht nicht um Kopf-an-Kopf-Konkurrenz. Das wird niemals funktionieren.“). Stattdessen wählt er den indirekten Weg: Weil man Windows nutzt und über die Geräteklassen hinaus arbeiten kann mit all seinen Daten und Einstellungen, wird das Ecosystem interessanter. Für den Desktop werden die Apps geschrieben werden, und damit hat man gleichzeitig auch die Phone-App. Durch die – unter anderem auch durch das kostenlose Update geförderte – geplante schnelle Adaption von Windows 10 wird die Basis für Phones deutlich verbreitert.

Und noch klarer: „Wir werden alles tun, was getan werden muss, um sicherzustellen, dass wir mit Phones vorankommen. […] Nochmal: Ja, wir werden in diesem Jahr Premium Lumias auf den Markt bringen.“ und „Wenn da eine Vielzahl von OEMs sind, dann werden wir eine Strategie haben. Wenn da keine OEMs sind, dann haben wir eine Strategie.“ Oder anders: Wenn die OEMs keine Hardware auf den Markt bringen, dann machen wir das eben.

Alles in allem für mich eine klare Positionierung. Man kann über die Abwicklung von Nokia sicherlich geteilter Meinung sein, die Strategie, die weit über Windows Phone hinausgeht, macht aber vollkommen Sinn. Ob sie Erfolg haben wird, und ob davon in der Zukunft wieder abgewichen werden (muss), das steht in den Sternen. Zumindest aber ist Windows Phone aus dem Nischendasein in die große Familie aufgenommen worden und fest verknüpft. Und das kann nur gut sein.

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Das Ende von Windows Phone und Mobile

9. Juli 2015

... wurde schon lange herbeigeredet. Erst jüngst durch die Kombination von der Ankündigung von "harten Entscheidungen" seitens Microsofts CEO Satya Nadella und der darauf folgenden erneuten Restrukturierung der Phone-Sparte mit 7900 abgebauten Stellen. Jetzt also ist es amtlich: Microsoft will das mobile Windows nicht mehr. Oder? Meine persönliche Einschätzung dazu:

Manchmal habe ich das Gefühl, das solche Verlautbarungen von Microsoft immer gerne genommen werden, um die eigenen Hoffnungen/Vermutungen hinein zu projizieren. In diesem Fall eben die, dass "Microsoft endlich aufgibt" und "erkannt hat, dass man gegen Android und das iPhone nicht anstinken kann". Da macht es Sinn, sich sowohl die Original-Texte als auch die bisherige Entwicklung anzuschauen:

Microsoft hat bei der Übernahme von Nokia eine Menge an Kosten produziert und entsprechende Einsparungen fest geplant (das hatte ich hier mal zusammengeschrieben). Teile dieser Einsparungen waren durch die Reduzierung von Stellen und Funktionen, die in beiden Unternehmen vorhanden waren, zu erreichen. Umgesetzt durch die erste Kümnfigungswelle 2014, die Nokia bereits arg geschröpft hatte. Allerdings auch Microsoft intern, das sollte man dabei nicht vergessen.

Was ist in der Zwischenzeit passiert? Microsoft hat - erst noch unter dem Nokia-Brand, dann direkt als Microsoft - eine Menge an Lumia-Modellen auf den Markt gebracht. Viele im Einsteigerbereich, aber eine solche Menge, dass man auch als fachlich Interessierter schon fast den Überblick verlieren musste. Ob das nun wirklich dem Marktanteil einen Schub versetzt hat, das mag man diskutieren, zumindest hat es dafür gesorgt, dass in vielen Märkten Windows Phones in die Hände derer kamen, die bisher doch eher im Android- oder gar iPhone-Lager zu verorten waren. Geschadet hat es sicherlich also nicht, wenn auch der Kostenaufwand dafür immens war.

Wer nun die Entwicklungen von Windows 10 und Windows 10 Mobile verfolgt hat, dem muss eigentlich schnell klar gewesen sein, dass dies nur eine Zwischenphase gewesen sein konnte, um bis zum finalen Zusammenwachsen der Plattformen Windows Phone "am Leben" zur erhalten und möglichst breit zu streuen. Besonders der Verzicht auf ein "Hero Device" in den letzten Monaten, also ein High End-Gerät, das für ein Alleinstellungsmerkmal sorgt, war ein deutlicher Hinweis darauf.

Und nun schreibt Satya Nadella: "We are moving from a strategy to grow a standalone phone business to a strategy to grow and create a vibrant Windows ecosystem including our first-party device family" (Wer bewegen und von einer Strategie des Wachstums eines separaten Windows Phone-Geschäfts zu einer Strategie der Schaffung und des Wachstums eines boomenden, schillernden Windows Ecosystems, das auch unsere eigene Gerätefamilie einschliesst"). Darin sind die Kernaussagen doch recht klar? EIN Windows Ecosystem (das Desktop und Phone enthält), statt Windows Phone separat zu halten (mit all den Zusatzkosten, die das mit sich bringt). Nichts anderes ist es, was mit Windows 10 Mobile entwickelt und spätestens mit der Namensgebung publik gemacht wurde. Auch das Thema der "first party device family" und der damit einher gehenden Limitierung der Geräteanzahl, ist nichts Neues: Mit dem Surface macht Microsoft das bereits seit Jahren: wenige Referenzgeräte, die das Betriebssystem und die Dienste in ein optimales Licht rücken.

Ein Einstellen der movilen Version von Windows macht überhaupt keinen Sinn. Microsoft will ja explizit ein Windows für alle Geräte haben, und wenn man sich die Nutzung von Smartphones, die Zugriffszahlen auf Webseiten durch Smartphones, die Nutzung von Services wie OneDrive, Skype etc. anschaut, dann ist das Smartphone als zusätzlicher Bildschirm und damit als Nutzungsszenario nicht wegzudenken.

"Based on the new plans, the future prospects for the Phone Hardware segment are below original expectations." (aus der Pressemitteilung). Klare Aussage: Das hatte man anders geplant, aber mit der neuen Planung werden die Erlöse aus dem Phone-Business natürlich geringer sein, als man es erwartet hatte. Und da setzt folgerichtig (logisch, nicht notwendigerweise sozial oder ethisch) die Kostenschere an, und die geht nun mal auf den Hauptfaktor Personalkosten.

Und wieder Satya Nadella: "In the near term, we will run a more effective phone portfolio, with better products and speed to market given the recently formed Windows and Devices Group. We plan to narrow our focus to three customer segments where we can make unique contributions and where we can differentiate through the combination of our hardware and software. We’ll bring business customers the best management, security and productivity experiences they need; value phone buyers the communications services they want; and Windows fans the flagship devices they’ll love." (Kurzfristig werden wir ein effektiveres Phone-Portfolio haben, mit besseren Produkten und schnellerem Zugang zum Markt [...] Wir planen, uns auf drei Kundensegmente zu konzentrieren, in denen wir einzigartige Beiträge leisten können und wo wir uns durch die Kombination von Hardware und Software abheben können. Wir werden den Firmenkunden die besten Management-, Sicherheits- und Produktivitätserfahrungen bringen, die sie brauchen; Käufern von Einsteigertelefonen die Kommunikationsdienste, die sie wollen; Windows Fans die Highend-Geräte, die sie lieben werden."

Einmal mehr: Firmenkunden, Käufer günstiger Geräte und Poweruser, die tolle Geräte wollen. Das ist nicht wirklich etwas Neues, nur grenzt Nadella diese Gruppen schärfer voneinander ab, was beim aktuellen Portfolio nicht zu erkennen war: Der Firmenanwender, eigentlich die klassische Klientel von Microsoft, lief bisher irgendwie so mit, und der "Windows-Fan" war unglücklich damit, dass er selbst mit dem hochwertigsten Windows Phone-Modell nur im Strom der Apple- und Android-Geräte mitschwamm. Das angekündigte "Cityman", so es mit den gerüchteweise bekannt gewordenen Spezifikationen kommt, ist ein solches "Flagship-Device", ein Gerät, das in der Funktionsvielfalt keine Entsprechung bei den anderen Plattformen hat.

Auch zur langfristigen Strategie hat Nadella etwas zu sagen: "In the longer term, Microsoft devices will spark innovation, create new categories and generate opportunity for the Windows ecosystem more broadly. Our reinvention will be centered on creating mobility of experiences across the entire device family including phones." (langfristig werden Microsoft Geräte vor Innovationen sprühen, neue Kategorien schaffen und breitere Möglichkeiten für das Windows Ecosystem schaffen. Unsere Neuausrichtung wird sich auf die Mobilität der Erfahrungen über die gesamte Gerätefamilie konzentrieren, Phones eingeschlossen.")

Wie viel deutlicher muss der Faktor "Phone" noch betont werden? Microsoft ist schon lange auf dem Weg, seine Dienste breitest möglich an den Mann zu bringen, auch - teilweise sogar stärker - auf Kunden und Betriebssysteme, die nicht Microsoft-affin sind. Das ist aber nur die eine Seite der Madaille. Die andere, und das hat meiner Meinung nach Satya Nadella deutlich gemacht, ist die Fokussierung auf Benutzererfahrung und Mobilität. Und so geht die Restrukturierung nicht gegen Windows auf Mobiltelefonen als Nutzungserfahrung, ganz im Gegenteil: Die Mobilität steht im Vordergrund. Wohl aber hat man bemerkt, dass der Surface-Weg besser und kosteneffizienter ist als der bisherige Lumia-Weg: Wenige Modelle, dafür aber zielgruppengerecht ausgerichtet.

Und eines hat die Surface-Familie auch gezeigt: Durch die Limitierung der Modelle schafft man keine Konkurrenz für die OEMs, die Windows mit ihren Geräten zusammen in den Markt bringen. Im Gegenteil: man kitzelt mehr aus ihnen heraus und provoziert sie, über die Meßlatte, die Microsoft gesetzt hat, hinauszuspringen. Heute ist es für einen Hersteller nahezu uninteressant, ein Windows Phone auf den Markt zu bringen, so omnipräsent wie die Lumias sind. In Zukunft dürften auch etabliertere Hersteller wie HTC, Huawai, Lenovo, vielleicht gar Samsung wieder auf das Windows-Schiff aufspringen.

Nun zurück zum menschlichen Faktor: Dass die ehemalige Nokia-Organisation weiter geschröpft werden wird, dass noch mehr Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft entlassen werden, das ist die traurige und schmutzige Kehrseite der Medaille. Ein Zeichen, dass auch Microsoft in der bitteren Phase der Neuzeit angekommen ist, in der Profit über alles geht. Schade darum, auch wenn man es einem Unternehmen, das sich in einem so hart umkämpften Markt unter solchen Rahmenbedingungen wie heute schwerlich vorwerfen kann.

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Sieben Methoden, in Foren GARANTIERT einen wohlmeinenden Helfer zu finden

22. Februar 2015

(-> Sarkasmus ein)

Liebe Anwender, die Ihr in einem Forum (egal ob privat, gewerblich oder direkt vom Hersteller) eine Antwort auf ein Problem oder eine andere Frage sucht: Ihr habt garantiert mehr, schnelleren und nachhaltigeren Erfolg, wenn Ihr die folgenden einfachen Grundregeln beherrscht und berücksichtigt:

1. Der Hersteller ist doof
Ganz wichtig: Vor der Schilderung des eigentlichen Problems solltet Ihr dringend einen Abschnitt, neudeutsch "Rant", gegen den Hersteller bringen. Es schafft eine klare Ausgangslage, wenn direkt im Vorfeld klar ist, dass Selbstverschulden des Anwenders, ein dem Marktstandard "normales" Verhalten oder ein Hardwaredefekt ausgeschlossen werden und gar nicht erst angesprochen werden müssen. "Scheiss Microsoft, war ja klar, dass die zu doof sind, das richtig zu machen." Dem Moderator macht dies das Leben leichter, muss er doch nicht die Antwort posten, sondern nur "Richtig. Microsoft und ich persönlich sind schuld!"

2. Der Moderator/Antwortende ist doof
Auch nicht zu vernachlässigen: Der Kunde ist König, der Fragende gar Kaiser. Die geistigen Fach-Amöben, die sich in solchen Foren als Moderatoren rumtreiben, sind soziallegasthenische, abgehalfterte und gescheiterte Existenzen. Das im Vorfeld klarzustellen, klärt Fronten und Umgangston: "Und jetzt braucht mir keiner einen Scheiß von XXX zu erzählen!" ist eine angemessene und zielführende Weisung. Vor allem engt sie die möglichen Lösungsansätze weiter ein, und macht dem geistig und empathisch unterentwickelten Moderator das Leben leichter, seinen niedrigen geistigen Horizont nicht übersteigen zu müssen.

3. Mi Casa es su Casa, oder: alle haben mein Problem oder sind doof
Da ja Fehlbedienungen, individuelle Hardwaredefekte etc. bereits ausgeschlossen wurden, MUSS es sich um ein global-intergalaktisches Problem handeln, das tief in der Inkompetenz des Herstellers verwurzelt liegt. Das bringt automatisch mit sich, dass jedwede Antwort der Art "Ich habe hier mehrere Geräte identischer Konfiguration liegen, die das Problem nicht haben" automatisch egozentrisches Gewäsch sind. Nur, weil 99,99% der Anwender das Problem nicht haben, heisst das noch lange nicht, dass es NICHT ein allgemeines Problem ist. Die anderen waren einfach nur bisher zu doof, es zu bemerken.

4. Orthographie, Interpunktion und Grammatik sind doof
Wenn ich nun als zahlender Anwender eines Produktes schon gezwungen werde, mich in die Niederungen eines Forums zu begeben, dann soll der Aufwand möglichst gering sein. Es reicht vollkommen aus, wenn die Kern-Fakten des Problems in zufälliger Reihenfolge und Schreibweise eingekippt werden. Der Sack mit Satzzeichen gehört dem Lesenden, der diese frei und nach eigenem Gusto zuordnen kann. "ich habfonmir windoof un kan nich mer sikronisirn wenn ich den rechner ausmach istden kabel ab und ledt nichmehr aber kumpel hat auch lumina undageht du opfa!" ist eine vollkommen adäquate Beschreibung.

5. Weniger ist mehr, oder: Fakten sind auch doof
In der Kürze liegt die Würze, und jeder Moderator zählt Cerebro zu seiner Standard-Ausstattung. Mehr als eine allgemeine Beschreibung des Problems ist Luxus, die nicht angemessen ist. "Kann Musik nicht abspielen" ist eine hervorragende, superspezifische Beschreibung, der eine umgehende, ausführliche und treffsichere Lösung zu folgen hat. Sollte dies nicht der Fall sein, dann, ganz wichtig, muss umgehend nachgelegt werden: "Wenn Du keine Ahnung hast, was machst Du dann in einem Forum?!", gegebenenfalls noch ergänzt um ein "Arrogantes/doofes/inkompetentes Moderatorenpack" (wer hier stattdessen inkontinent schreibt, kann sich gleich verpi..en... :-)

6. Antworten sind doof, wenn sie nicht meiner Erwartung entsprechen
Sein wir ehrlich: Was bildet sich dieses Moderatorenpack eigentlich ein?! Wollen die einem Anwender wirklich erzählen, dass eine bestimmte Funktion, die ihm die Welt bedeutet (z.B: eine Eiswürfelmaschine, das rSAP-Profil, blinkende Benachrichtigungs-LEDs oder der Registry Editor) nicht existiert? Das kann nicht sein, und damit ist eine solche Antwort automatisch zu ignorieren und die Frage erneut zu stellen. In einem solchen Forum muss doch jemand mit Hirn sein, der die eigene Meinung bestätigen kann! Dazu ist es nicht unabdingbar, "Blödsinn" zu antworten, kann aber durchaus helfen.

7. Bedanken ist was für Pussys und doof
Sollte dann wider jedweder Vernunft und Erwartung tatsächlich mal eine brauchbare Antwort in der Flut der geistige Fäkalien der Moderatoren dabei gewesen sein, dann sollte ein Fehler tunlichst nicht gemacht werden: "Danke" ist geächtetes Wort! Man stelle sich nur vor: Da könnte jemand doch auf die abstruse Idee kommen, dass sein unentgeltlicher Einsatz für Linderung, Freude oder, Gott bewahre, gar Dankbarkeit beim Fragenden geführt hätte! Ein kommentarloses Verlassen des Forums ist da die sauberste, beste und höflichste Lösung.

(-> Sarkasmus aus)

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Der Rattenfänger von Redmond

20. Juli 2014

Ich will nicht repektlos erscheinen. Mir als kleinem Licht erschliesst sich die Breite und Genialität des übergreifenden Plans sicherlich nicht, den Microsoft mit der Übernahme von Nokia verfolgt. Oder anders: Der Weg dahin, und die folgenden Worte sind meine persönlichen, subjektiven Gedanken dazu.

Dass der Abstand nach vorne, den Microsoft auf dem Feld der mobilen Geräte zum nächsten Konkurrenten zu überbrücken hatte, nicht mit Bachblütentee und gemeinsamem "Ommmm"-Brüllen zu überwinden war, das konnte nicht überraschen. Dass sich die 600 Millionen Dollar Kostensynergien innerhalb von 18 Monaten nach der Übernahme von Nokia, die das erklärte Ziel waren, nicht von alleine ergeben, auch das keine Frage. Nur klangen die Flöten so süss, als Stephen Elop im April 2014 "Now, we´re one Microsoft" tönte, und das Lied der unendlichen Möglichkeiten einer gemeinsamen Zukunft in den süssesten Tönen spielte.

Jener Stephen Elop, der 2010 von Micosoft zu Nokia gegangen war (ein Schelm, wer Böses vermutete), und in 2014 die Überbleibsel des Handygeschäfts von Nokia in einem Triumphzug hinter sich her in die offenen Arme des Redmonder Softwaregiganten führte. Elop, der von nicht wenigen Journalisten als derjenige geschmäht wurde, der Nokia den echten Abstieg von Börsenwert und Ruf erst verordnet hatte. Sicherlich sind viele strategische Entscheidungen in seiner Ägide ganz klar darauf ausgerichtet, schon den "verbleibenden Rest" von Nokia zum Zeitpunkt der Übernahme schlank zu halten. Das aber reicht offensichtlich nicht.

Die Ankündigung, dass Microsoft bis zu 18.000 Mitarbeiter weltweit entlassen will, war nicht wirklich unerwartet, zu viele ähnlich lautende und sich deckende Gerüchte gab es in den vergangenen Wochen. Und der ausgeschiedene Microsoft CEO Steve Ballmer war ja nicht zuletzt deshalb davon überzeugt worden, das Unternehmen zu verlassen, weil den Aktionären die Veränderungsgeschwindigkeit nicht ausreichte. Dass Nachfolger Satya Nadella "nur ein wenig restukturieren würde" war also keine realistische Erwartungshaltung. Allerdings wäre es mir nie in den Sinn gekommen (und das mag meiner Naivität anzulasten sein), dass der Kern der betroffenen Mitarbeiter bei Nokia zu suchen wäre: "We plan that this would result in an estimated reduction of 12,500 factory direct and professional employees over the next year."... das sind knapp 69 Prozent der Gesamtbetroffenen.

Nokia hatte bei der Verkündung der Übernahme noch knapp 32000 Mitarbeiter, diese Zahl dürfte sich aber bereits deutlich verringert haben bis zum heutigen Tage. Marktbeobachter sprechen davon, dass die angedachten Kündigungen mehr als die Hälfte der ehemaligen Nokia-Mitarbeiter treffen dürften.

Keine Frage: Das ist ein "übliches Beiwerk" bei einer solchen Milliarden schweren Übernahme, die menschlichen Späne, die beim Hobeln einfach mal so fallen. Dem Span aber ist der Hobel und das Werkstück letztendlich egal, liegt er doch abgetrennt vom Ganzen alleine und langsam austrocknend auf dem Boden. Und niemanden interessiert mehr, wieviel der einzelne Span zum Wachstum des Baumes beigetragen hat. Microsoft hat mit Windows Phone und dem konsequenten Bruch mit der Vergangenheit von Windows Mobile den Grundstein dafür gelegt, dass die Plattform nach Vorne gekommen ist. Mit der halbherzigen Unterstützung von HTC, ZTE, Samsung und LG aber wäre das nicht möglich gewesen. Erst die Produktinnovationen von Nokia, angefangen bei der Qualität der Kameras, über das einzigartige Design, die neuen Farben bis hin zur exklusiven Zusatzsoftware haben das Bild von Windows Phone geprägt und langsam die Breitenwirkung entfaltet. Keine Frage, auch die hat Microsoft mit der langfristigen Strategie (mit)bestimmt, aber am Ende waren es Nokianer, die das geleistet haben. Mit Euphorie, Vision und einer Menge, Menge Herzblut. Und die bekommen nun eine E-Mail, die an Geschwurbsel kaum zu überbieten ist... wie das New York Magazine wunderbar seziert.

Nun hat Nokia auch in Deutschland zum wiederholten Mal die zweifelhafte Ehre, Opfer und Mitwirkender einer massiven Wegstrukturierung zu sein. Erst die Schliessung des Bochumer Werks und die Verlagerung nach Rumänien, dann das Schliessen des "Ersatzwerks" in Cluj, nun eine sicherlich ungewisse Zukunft der Ratinger Zentrale. Die Marke "Nokia" hat zumindest in unseren Breitengraden ihren Glanz verloren und bekommt mehr und mehr die Rolle eines Synonyms für "Sterben auf Raten".

Als jemand, der Nokia über mehr als 20 Jahre aktiv begleitet hat, von den ersten "Handys" über die ersten quasi Internet-fähigen Mobiltelefone (wem sagt der Begriff WAP noch etwas?), das Booklet 3G als erstes Net-/Notebook bis hin zu den modernen Lumias, stimmt mich das traurig. Ich kann nachvollziehen, dass die Mitarbeiter die Bauernopfer auf dem großen Schachbrett der mobilen Plattform sind, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass  hier allzu leichtfertig mit Schicksalen gespielt wird. Ja, ich fühle mich persönlich betroffen durch all die Menschen, die ich in der Zeit virtuell und persönlich kennen gelernt habe, aber auch ohne diese Erfahrung trifft es mich.

Alles Gute, Nokia...!

P.S: Ich behaupte allerdings auch nicht, dass Microsoft es sich leicht macht, denn die 5500 verbleibenden Kündigungen bleiben als Paket intern zu schultern. Als Einzelschicksale, ob "gut abgefunden" oder nicht, sind diese ebenso bitter. :-(

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1&1 setzt die Krone auf...

26. Dezember 2013

Dinge gibts... Da kommen heute drei Stunden lang keine Mails an, was am zweiten Weihnachtsfeiertag jetzt nicht sooooo unüblich ist. Allerdings: Ausbleibende Amazon-Bestellbestätigungen und Paypal-Nachrichten dann schon. Grund genug, nachzuforschen. Der Exchange ist online. Das "allergrößter Notfall"-Postfach, an das alle eingehenden Mails weitergeleitet werden, bevor der Exchange sie abholt, hat 12 neue Mails. Erster Gedanke: Mailfetcher.

Gottseidank habe ich dann, bevor ich meinen persönlichen Support-Call beim Herrn Lose aufgemacht habe, noch "mal eben" in die Ursprungspostfächer bei 1&1 geschaut. "Ihr Benutzername oder Ihr Passwort sind falsch"... und das für jedes Postfach. Senilität? Überforderung? Oder vielleicht... ein technisches Problem? (Wer jetzt bei 1&1 und meinen diversen Erfahrungen auf "technisches Problem" schliesst und aufhört zu lesen, verpasst das wahre Ausmass der Idiotie!).

Nach mehrfachem "geben Sie mir bitte Vertragsnummer und Ihre Adresse"-Nachfragen und Weiterverbinden (warum können die die Daten nicht übertragen, wenn ich sie einmal genannt habe!?!) lande ich dann bei einem freundlichen Herrn, der mir nach einigem Suchen mitteilt: "Ja, Sie haben eine Sendesperre auf Ihrem Konto". Hmmmh... und warum kann ich dann Mails NICHT ABFRAGEN?! "Gemach, eins nach dem anderen!". Also: Ich habe auf einem meiner Rechner einen Trojaner, der massig Informationen über mein Postfach nach aussen schickt. Und das hat ein kluges 1&1-Skriptchen gemerkt und hurtig meinen Account gesperrt. Ach ja, und weil der Trojaner auch meine Passwörter nach draussen gibt, hat 1&1 die Passwörter all meiner E-Mail-Konten geändert. Die kann ich ja über die Kundenkonsole wieder ändern.

W!T!F!!!

1.) Selbst wenn ich einen Trojaner auf einem meiner Rechner hätte (was bei drei Macs im Haushalt, drei RT-Geräten schonmal vollkommen unlogisch ist, die beiden "Echt Windows 8-Maschinen" laufen mit aktuellem Virenschutz, werden regelmässig gescannt), dann wäre diese Aussage trotzdem vollkommener Bullshit, denn ich sende keine Mails über meinen Account... das macht der Exchange über einen anderen Account, der nix mit meinem 1&1-Account zu tun hat. Und auf dem Exchange findet sich keine einzige nicht von mir persönlich gesendete E-Mail. Sprich: SMTP mit 1&1 ist auf keinem der Rechner konfiguriert.

2.) Auch die Windows Maschinen wurden nochmal komplett gescannt. Natürlich ohne Ergebnis.

3.) So sehr ich Vorsorge begrüsse, und so sehr ich noch nachvollziehen kann, dass das Sperren des verdächtigen Kontos adäquat ist: Warum zum Teufel werden a) Passwörter geändert (wo doch das Senden bei gesperrtem Konto eh nicht geht) und b) der Kunde darüber nicht mal informiert? Weder per SMS, noch per E-Mail an die alternative E-Mail-Adresse noch an eine der gesperrten E-Mail-Adressen?

Vor allem: Der Techniker konnte auch nur vermuten, was die Ursache war, weil nicht mal ein Grund hinterlegt war, der normalerweise im Kundendatensatz abgelegt wird, und eigentlich irgendwie auch eine Kopie der Informationsmail... Mir schwant.... der Marcell D. wurde in die Abuse-Abteilung strafversetzt.... :-(

Fazit: Statt eines gemütlichen, entspannten Weihnachtsfeiertages habe ich eben mal alle Rechner im Haus gescannt und Sicherheitseinstellungen kontrolliert, meine Mail-Kennwörter endlich mal geändert, den Mailfetcher auf SSL umgestellt... Alles Dinge, die eh mal hätten gemacht werden müssen. Also: Was beschwere ich mich?!?!?!?

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Danke Apple. Und Respekt. Nicht.

24. September 2013

Die Vorstellung der „neuen iPhones“ war für mich eine der langweiligsten bisher. Das einzige neue Ausstattungsmerkmal (neben dem üblichen „schnellerer Prozessor“ und „bessere Kamera“), der Fingerabdrucksensor, war zum einen vorher bekannt, zum anderen grenzwertig innovativ. Aber sei´s drum: Der Markt regelt, und wer sich ein iPhone bestellt, der kennt seine Features und entscheidet sich wissentlich. Alleine eine Sache des Angebots auf der einen und der Annahme desselben auf der anderen.

Wie bei jedem Modell bisher möchte ich mitreden können – von Übereuphorisierung wie immer keine Spur – und das auch so schnell als möglich.

Es kam mir schon sonderbar vor, dass das 5S das erste iPhone überhaupt sein sollte, das  nicht vorbestellbar war: Während das 5C noch eine Woche vorher vorbestellt und dann am Erscheinungstag zugestellt  werden konnte, stand lange Zeit beim 5C „Ab dem 20. September bestellen.“

Eine Mail von Apple Anfang der betreffenden Woche offenbarte dann „.. ab 01:01 Uhr im Apple Online Shop bestellen…“. Hahaaaa! Apple macht wieder was Besonderes… und irgendwie war bei mir ein Fünklein Hoffnung, dass die ersten Geräte dann vielleicht per Express noch am selben Tag…

Technikbekloppt wie ich bin, habe ich mir den Abend des 19. September mit Open End für das Update meines Notebooks auf Windows 8.1 vorbehalten und damit locker Programm bis 01:01 Uhr am 20. September „besorgt“.  Ab 00:30 dann sekündliche Kontrolle der Apple Store-Seite, die wie immer vorher in den Wartungsmodus versetzt  worden war. Um 01:02 dann: bestellbar. Doch halt: „7-10 Werktage, Lieferung zwischen dem 08. und 10. Oktober“? Ich habe die Bestellung schnell fertig gemacht und abgeschickt,  in der Erwartung, dass sich der Lieferstatus zeitnah ändert. Aber Pustekuchen…

 

Halten wir fest:

Der Apple Online Store hat offensichtlich kein einziges Gerät gehabt: Es gibt aktuell keinen einzigen Bericht über einen  Kunden, der online eine andere Lieferzeit als die oben beschriebene hatte. Selbst diejenigen, die über ein iOS-Gerät mit der Store App schon kurz vor offiziellem Verkaufsstart zugreifen konnten, haben die selbe Wartezeit.

Apple hat dem Vernehmen nach „weltweit 9 Millionen neue iPhones innerhalb von drei Tagen“ verkauft. Respekt? Nicht. Wenn ich davon ausgehe, dass mindestens zwei Drittel davon 5S sind (was schon niedrig gestapelt ist, denn das 5C ist ja auf Grund des Preises und der Leistungsdaten eher untergeordnet), dann wären es mindestens 6 Millionen 5S. Natürlich ist das eine stattliche Zahl, nur: glauben mag ich sie nicht. Nicht, weil ich Apple  den Erfolg neide, offensichtlich treffen sie trotz Trippelschritt-Innovationen den Geschmack des Marktes. Viel eher, weil es in dem Licht sehr sonderbar erscheint, dass die Lieferbarkeitsanzeige im Apple Store am Freitagmittag noch auf „Oktober“ hochging, seit dem aber unverändert dort steht.  Entweder also haben die über 6 Millionen Besteller alle konzentriert am Freitag bestellt, oder aber hier ist irgendwas vollkommen faul.

Keine Frage: Wenn es Lieferengpässe gibt, dann ist das so, und wahrscheinlich auch nicht zu ändern. Aber: Geräte an Carrier und Retailer wie Gravis zu geben (die dem Vernehmen nach minimale Stückzahlen verfügbar hatten), die eigenen Kunden aber zu nachtschlafender Zeit in den leeren Online-Shop zu locken, ohne auch nur rudimentär die Nachfrage bedienen zu können, Null und Nichts zu kommunizieren, das ist für mich als Kunde unsäglich.  

Sollte es eine künstliche Verknappung sein, um die Nachfrage weiter zu schüren und damit von eigenen Innovationshemmnissen abzulenken, das wäre noch schlimmer.

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Wie Microsoft mich vom Obst befreite

10. Juli 2013

Wer mich kennt, der weiß um meine multi-Plattform-Orientierung. Ich bin seit Jahren eingefleischter Nutzer von Microsoft-Technologien und Produkten, und seit den ersten CE-Versionen auch Verfechter der mobilen Windows-Versionen. Nichts desto Trotz, und da bestehe ich drauf, ist mir der Blick über den Tellerrand wichtig. Ich kann nicht sagen, dass Windows oder Windows Phone besser ist als Mac OS, iOS, Android, wenn ich es nicht benutze.

Und so ergab es sich vor einigen Jahren, dass ich sowohl ein iPad (erst 1, dann 2, dann 3, dann mini) benutzte, und auch als Notebook eher dem Macbook zugeneigt war. Vor allem deshalb, weil es lange Jahre lang kein echtes und taugliches Windows Tablet gab, ebenso wenig eine vernünftige Hardware für die bequeme Nutzung unterwegs.

Ich melde mit Freude: Erledigt. :-) Und dafür kann ich Microsoft nicht genug danken, denn Windows 8 hat mir tatsächlich die Möglichkeit dazu gegeben. Zuerst im Hinblick auf das Notebook: Nach Generationen von Macbook Airs, Macbook Pros (inkl. Retina), die ich wegen ihrer überragenden Akkulebensdauer, ihres geringen Gewichts und ihres Alugehäuses geliebt habe, war mit Windows 8 das erste Mal der Gedanke da, ob es nicht etwas gleichwertiges als Touch-fähiges Gerät am Markt gibt. Tut es: Das Acer Iconia W701 ist ein 11,6 Zoll-Tablet mit stabilem Alugehäuse, Full HD Auflösung, Core i5 Prozessor  und einer Akkulaufzeit von 7-8 Stunden im Nutzbetrieb. Noch dazu – was mir Apple nie bieten konnte – mit integriertem 3G-Modem. Und eben einem Touchscreen, ohne den Windows 8 zur halb so viel Spaß macht. Unterwegs leicht und klein, wenn es denn mal eine Tastatur braucht, dann ist die Wedge-Tastatur von Microsoft eine optimale Ergänzung, zumal deren Abdeckung als Tablet-Ständer fungiert.

Mittlerweile finden sich viele der Tools, wegen derer ich das Macbook geliebt habe, auch als Windows-Versionen wieder, kurz: Ich vermisse nichts.

Nun war das beim iPad ein etwas schwieriger Prozess: Ich lese viel auf dem Gerät (fair betrachtet: für mich ist das iPad in erste Linie Kindle, auf dem ich auch surfe, E-Mails bearbeite und spiele). Meine Exkursion mit dem Surface RT war okay, aber am Ende nicht vollständig zufriedenstellend (was vor allem am doch recht geringen Softwareangebot von Windows RT lag). „Echte“ Windows-Geräte  waren vom Gewicht her einfach nicht „tragbar“, Lesen beispielsweise mit dem Acer W701 war eine Qual. Was hätte ich mir Frust ersparen können, hätte ich vorher den Herrn Samaschke eingeladen: Der legt nämlich völlig selbstverständlich das Lenovo Thinkpad Tablet 2 auf den Tisch, ein knapp über 500 Gramm leichtes Windows 8 Pro-Gerät mit 10,1 Zoll Display, in bestimmten Konfigurationen mit 3G-Modem und bis zu 64GB eMMC-Speicher. Zwar nur mit einem Atom-Prozessor ausgestattet, aber für die „iPad-Anwendungen“ mehr als ausreichend. Im Gegensatz zum Apple Tablet aber eben mit wollwertigem Windows, damit auch mit Office 2013 und jedem denkbaren Windows-Programm erweiterbar. Keine Frage, 64GB sind nicht allzu viel Speicher, das relativiert sich aber, wenn man den micro-SD-Slot mit weiteren 64GB bestückt. 

Im Nutzbetrieb hält das Tablet2 gute 10 Stunden, wenn es nur hauptsächlich als E-Book-Reader verwendet wird, dann sogar deutlich darüber hinaus. Und das bei einem Gewicht, das geringer ist das eines iPad 4, mit größerem Speicher und viel größerem Funktionsumfang auf Grund der Nutzbarkeit von normalen PC-Anwendungen.

Windows 8 hat es geschafft, die Arbeits- und die mobile Welt miteinander in Einklang zu bringen … man muss sich nur darauf einlassen wollen. Ob nun der Start-Button fehlt (mir gefällt da die polemische Aussage „Wem der Start-Button fehlt, der hat Windows 8 noch nicht verstanden“ :-)) oder nicht: Windows 8 bringt den Informationsvorsprung, den Windows Phone schon geliefert hat, auf den PC, und es gibt aus meiner Sicht einfach kein System, das das sonst kann. Auf einen Block sehe ich neue E-Mails, Nachrichten aus meinen Feeds, das Wetter (vorhergesagt und live von meiner Netatmo-Wetterstation) und vieles mehr. Und sollte ich dann tatsächlich mal in die Desktop-Welt zurück müssen (was bei Spezialanwendungen einfach nicht ausbleibt), dann kann ich es.

(Die Überschrift ist übrigens gelogen... :-) Mein "Desktoprechner" ist immer noch ein 2012er iMac, und auch das iPhone nutze ich noch des Blicks über den Tellerrand wegen. Fakt aber ist, dass die Zeit, die ich an diesen Geräten verbringe, immer weniger wird.)

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Windows 8 und das Startmenü

8. Juli 2013

Auch wenn das Update auf Windows 8.1 einige von „Modern UI“-Kritikern angemahnte Funktionen wie das Starten direkt im Desktop-Modus und das Startmenü zurückbringt, warum warten?  Wer mehr in der Desktop-Welt zuhause ist, dem seien zwei Tools ans Herz gelegt, beide aus dem Hause Stardock:

Start8 bringt das klassische Startmenü zurück und erlaubt es auch, den Rechner direkt im Desktop-Modus zu starten. Das ist mehr, als mit Windows 8.1 kommt, denn das Startmenü ist hier komplett dem von Windows 7 nachempfunden, inklusive des Zugriffs auf letzte Dateien, die Systemsteuerung etc., während bei Windows 8.1 je quasi nur die „alle Apps“-Anzeige als Startmenü verwendet wird.

Noch wichtiger für alle diejenigen, die im Mischbetrieb zwischen Modern UI und Desktop pendeln: ModernMix. Dieses Tool erlaubt es, Modern UI-Apps (die „Kachelapps“) in einem frei skalierbaren und verschiebbaren Fenster auf dem Desktop auszuführen und damit neben normalen Desktop-Apps laufen zu lassen. Das macht allerdings nur bei einem FullHD-Display wirklich Spaß…

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