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Das Ende von Windows Phone und Mobile

9. Juli 2015

... wurde schon lange herbeigeredet. Erst jüngst durch die Kombination von der Ankündigung von "harten Entscheidungen" seitens Microsofts CEO Satya Nadella und der darauf folgenden erneuten Restrukturierung der Phone-Sparte mit 7900 abgebauten Stellen. Jetzt also ist es amtlich: Microsoft will das mobile Windows nicht mehr. Oder? Meine persönliche Einschätzung dazu:

Manchmal habe ich das Gefühl, das solche Verlautbarungen von Microsoft immer gerne genommen werden, um die eigenen Hoffnungen/Vermutungen hinein zu projizieren. In diesem Fall eben die, dass "Microsoft endlich aufgibt" und "erkannt hat, dass man gegen Android und das iPhone nicht anstinken kann". Da macht es Sinn, sich sowohl die Original-Texte als auch die bisherige Entwicklung anzuschauen:

Microsoft hat bei der Übernahme von Nokia eine Menge an Kosten produziert und entsprechende Einsparungen fest geplant (das hatte ich hier mal zusammengeschrieben). Teile dieser Einsparungen waren durch die Reduzierung von Stellen und Funktionen, die in beiden Unternehmen vorhanden waren, zu erreichen. Umgesetzt durch die erste Kümnfigungswelle 2014, die Nokia bereits arg geschröpft hatte. Allerdings auch Microsoft intern, das sollte man dabei nicht vergessen.

Was ist in der Zwischenzeit passiert? Microsoft hat - erst noch unter dem Nokia-Brand, dann direkt als Microsoft - eine Menge an Lumia-Modellen auf den Markt gebracht. Viele im Einsteigerbereich, aber eine solche Menge, dass man auch als fachlich Interessierter schon fast den Überblick verlieren musste. Ob das nun wirklich dem Marktanteil einen Schub versetzt hat, das mag man diskutieren, zumindest hat es dafür gesorgt, dass in vielen Märkten Windows Phones in die Hände derer kamen, die bisher doch eher im Android- oder gar iPhone-Lager zu verorten waren. Geschadet hat es sicherlich also nicht, wenn auch der Kostenaufwand dafür immens war.

Wer nun die Entwicklungen von Windows 10 und Windows 10 Mobile verfolgt hat, dem muss eigentlich schnell klar gewesen sein, dass dies nur eine Zwischenphase gewesen sein konnte, um bis zum finalen Zusammenwachsen der Plattformen Windows Phone "am Leben" zur erhalten und möglichst breit zu streuen. Besonders der Verzicht auf ein "Hero Device" in den letzten Monaten, also ein High End-Gerät, das für ein Alleinstellungsmerkmal sorgt, war ein deutlicher Hinweis darauf.

Und nun schreibt Satya Nadella: "We are moving from a strategy to grow a standalone phone business to a strategy to grow and create a vibrant Windows ecosystem including our first-party device family" (Wer bewegen und von einer Strategie des Wachstums eines separaten Windows Phone-Geschäfts zu einer Strategie der Schaffung und des Wachstums eines boomenden, schillernden Windows Ecosystems, das auch unsere eigene Gerätefamilie einschliesst"). Darin sind die Kernaussagen doch recht klar? EIN Windows Ecosystem (das Desktop und Phone enthält), statt Windows Phone separat zu halten (mit all den Zusatzkosten, die das mit sich bringt). Nichts anderes ist es, was mit Windows 10 Mobile entwickelt und spätestens mit der Namensgebung publik gemacht wurde. Auch das Thema der "first party device family" und der damit einher gehenden Limitierung der Geräteanzahl, ist nichts Neues: Mit dem Surface macht Microsoft das bereits seit Jahren: wenige Referenzgeräte, die das Betriebssystem und die Dienste in ein optimales Licht rücken.

Ein Einstellen der movilen Version von Windows macht überhaupt keinen Sinn. Microsoft will ja explizit ein Windows für alle Geräte haben, und wenn man sich die Nutzung von Smartphones, die Zugriffszahlen auf Webseiten durch Smartphones, die Nutzung von Services wie OneDrive, Skype etc. anschaut, dann ist das Smartphone als zusätzlicher Bildschirm und damit als Nutzungsszenario nicht wegzudenken.

"Based on the new plans, the future prospects for the Phone Hardware segment are below original expectations." (aus der Pressemitteilung). Klare Aussage: Das hatte man anders geplant, aber mit der neuen Planung werden die Erlöse aus dem Phone-Business natürlich geringer sein, als man es erwartet hatte. Und da setzt folgerichtig (logisch, nicht notwendigerweise sozial oder ethisch) die Kostenschere an, und die geht nun mal auf den Hauptfaktor Personalkosten.

Und wieder Satya Nadella: "In the near term, we will run a more effective phone portfolio, with better products and speed to market given the recently formed Windows and Devices Group. We plan to narrow our focus to three customer segments where we can make unique contributions and where we can differentiate through the combination of our hardware and software. We’ll bring business customers the best management, security and productivity experiences they need; value phone buyers the communications services they want; and Windows fans the flagship devices they’ll love." (Kurzfristig werden wir ein effektiveres Phone-Portfolio haben, mit besseren Produkten und schnellerem Zugang zum Markt [...] Wir planen, uns auf drei Kundensegmente zu konzentrieren, in denen wir einzigartige Beiträge leisten können und wo wir uns durch die Kombination von Hardware und Software abheben können. Wir werden den Firmenkunden die besten Management-, Sicherheits- und Produktivitätserfahrungen bringen, die sie brauchen; Käufern von Einsteigertelefonen die Kommunikationsdienste, die sie wollen; Windows Fans die Highend-Geräte, die sie lieben werden."

Einmal mehr: Firmenkunden, Käufer günstiger Geräte und Poweruser, die tolle Geräte wollen. Das ist nicht wirklich etwas Neues, nur grenzt Nadella diese Gruppen schärfer voneinander ab, was beim aktuellen Portfolio nicht zu erkennen war: Der Firmenanwender, eigentlich die klassische Klientel von Microsoft, lief bisher irgendwie so mit, und der "Windows-Fan" war unglücklich damit, dass er selbst mit dem hochwertigsten Windows Phone-Modell nur im Strom der Apple- und Android-Geräte mitschwamm. Das angekündigte "Cityman", so es mit den gerüchteweise bekannt gewordenen Spezifikationen kommt, ist ein solches "Flagship-Device", ein Gerät, das in der Funktionsvielfalt keine Entsprechung bei den anderen Plattformen hat.

Auch zur langfristigen Strategie hat Nadella etwas zu sagen: "In the longer term, Microsoft devices will spark innovation, create new categories and generate opportunity for the Windows ecosystem more broadly. Our reinvention will be centered on creating mobility of experiences across the entire device family including phones." (langfristig werden Microsoft Geräte vor Innovationen sprühen, neue Kategorien schaffen und breitere Möglichkeiten für das Windows Ecosystem schaffen. Unsere Neuausrichtung wird sich auf die Mobilität der Erfahrungen über die gesamte Gerätefamilie konzentrieren, Phones eingeschlossen.")

Wie viel deutlicher muss der Faktor "Phone" noch betont werden? Microsoft ist schon lange auf dem Weg, seine Dienste breitest möglich an den Mann zu bringen, auch - teilweise sogar stärker - auf Kunden und Betriebssysteme, die nicht Microsoft-affin sind. Das ist aber nur die eine Seite der Madaille. Die andere, und das hat meiner Meinung nach Satya Nadella deutlich gemacht, ist die Fokussierung auf Benutzererfahrung und Mobilität. Und so geht die Restrukturierung nicht gegen Windows auf Mobiltelefonen als Nutzungserfahrung, ganz im Gegenteil: Die Mobilität steht im Vordergrund. Wohl aber hat man bemerkt, dass der Surface-Weg besser und kosteneffizienter ist als der bisherige Lumia-Weg: Wenige Modelle, dafür aber zielgruppengerecht ausgerichtet.

Und eines hat die Surface-Familie auch gezeigt: Durch die Limitierung der Modelle schafft man keine Konkurrenz für die OEMs, die Windows mit ihren Geräten zusammen in den Markt bringen. Im Gegenteil: man kitzelt mehr aus ihnen heraus und provoziert sie, über die Meßlatte, die Microsoft gesetzt hat, hinauszuspringen. Heute ist es für einen Hersteller nahezu uninteressant, ein Windows Phone auf den Markt zu bringen, so omnipräsent wie die Lumias sind. In Zukunft dürften auch etabliertere Hersteller wie HTC, Huawai, Lenovo, vielleicht gar Samsung wieder auf das Windows-Schiff aufspringen.

Nun zurück zum menschlichen Faktor: Dass die ehemalige Nokia-Organisation weiter geschröpft werden wird, dass noch mehr Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft entlassen werden, das ist die traurige und schmutzige Kehrseite der Medaille. Ein Zeichen, dass auch Microsoft in der bitteren Phase der Neuzeit angekommen ist, in der Profit über alles geht. Schade darum, auch wenn man es einem Unternehmen, das sich in einem so hart umkämpften Markt unter solchen Rahmenbedingungen wie heute schwerlich vorwerfen kann.

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Der Rattenfänger von Redmond

20. Juli 2014

Ich will nicht repektlos erscheinen. Mir als kleinem Licht erschliesst sich die Breite und Genialität des übergreifenden Plans sicherlich nicht, den Microsoft mit der Übernahme von Nokia verfolgt. Oder anders: Der Weg dahin, und die folgenden Worte sind meine persönlichen, subjektiven Gedanken dazu.

Dass der Abstand nach vorne, den Microsoft auf dem Feld der mobilen Geräte zum nächsten Konkurrenten zu überbrücken hatte, nicht mit Bachblütentee und gemeinsamem "Ommmm"-Brüllen zu überwinden war, das konnte nicht überraschen. Dass sich die 600 Millionen Dollar Kostensynergien innerhalb von 18 Monaten nach der Übernahme von Nokia, die das erklärte Ziel waren, nicht von alleine ergeben, auch das keine Frage. Nur klangen die Flöten so süss, als Stephen Elop im April 2014 "Now, we´re one Microsoft" tönte, und das Lied der unendlichen Möglichkeiten einer gemeinsamen Zukunft in den süssesten Tönen spielte.

Jener Stephen Elop, der 2010 von Micosoft zu Nokia gegangen war (ein Schelm, wer Böses vermutete), und in 2014 die Überbleibsel des Handygeschäfts von Nokia in einem Triumphzug hinter sich her in die offenen Arme des Redmonder Softwaregiganten führte. Elop, der von nicht wenigen Journalisten als derjenige geschmäht wurde, der Nokia den echten Abstieg von Börsenwert und Ruf erst verordnet hatte. Sicherlich sind viele strategische Entscheidungen in seiner Ägide ganz klar darauf ausgerichtet, schon den "verbleibenden Rest" von Nokia zum Zeitpunkt der Übernahme schlank zu halten. Das aber reicht offensichtlich nicht.

Die Ankündigung, dass Microsoft bis zu 18.000 Mitarbeiter weltweit entlassen will, war nicht wirklich unerwartet, zu viele ähnlich lautende und sich deckende Gerüchte gab es in den vergangenen Wochen. Und der ausgeschiedene Microsoft CEO Steve Ballmer war ja nicht zuletzt deshalb davon überzeugt worden, das Unternehmen zu verlassen, weil den Aktionären die Veränderungsgeschwindigkeit nicht ausreichte. Dass Nachfolger Satya Nadella "nur ein wenig restukturieren würde" war also keine realistische Erwartungshaltung. Allerdings wäre es mir nie in den Sinn gekommen (und das mag meiner Naivität anzulasten sein), dass der Kern der betroffenen Mitarbeiter bei Nokia zu suchen wäre: "We plan that this would result in an estimated reduction of 12,500 factory direct and professional employees over the next year."... das sind knapp 69 Prozent der Gesamtbetroffenen.

Nokia hatte bei der Verkündung der Übernahme noch knapp 32000 Mitarbeiter, diese Zahl dürfte sich aber bereits deutlich verringert haben bis zum heutigen Tage. Marktbeobachter sprechen davon, dass die angedachten Kündigungen mehr als die Hälfte der ehemaligen Nokia-Mitarbeiter treffen dürften.

Keine Frage: Das ist ein "übliches Beiwerk" bei einer solchen Milliarden schweren Übernahme, die menschlichen Späne, die beim Hobeln einfach mal so fallen. Dem Span aber ist der Hobel und das Werkstück letztendlich egal, liegt er doch abgetrennt vom Ganzen alleine und langsam austrocknend auf dem Boden. Und niemanden interessiert mehr, wieviel der einzelne Span zum Wachstum des Baumes beigetragen hat. Microsoft hat mit Windows Phone und dem konsequenten Bruch mit der Vergangenheit von Windows Mobile den Grundstein dafür gelegt, dass die Plattform nach Vorne gekommen ist. Mit der halbherzigen Unterstützung von HTC, ZTE, Samsung und LG aber wäre das nicht möglich gewesen. Erst die Produktinnovationen von Nokia, angefangen bei der Qualität der Kameras, über das einzigartige Design, die neuen Farben bis hin zur exklusiven Zusatzsoftware haben das Bild von Windows Phone geprägt und langsam die Breitenwirkung entfaltet. Keine Frage, auch die hat Microsoft mit der langfristigen Strategie (mit)bestimmt, aber am Ende waren es Nokianer, die das geleistet haben. Mit Euphorie, Vision und einer Menge, Menge Herzblut. Und die bekommen nun eine E-Mail, die an Geschwurbsel kaum zu überbieten ist... wie das New York Magazine wunderbar seziert.

Nun hat Nokia auch in Deutschland zum wiederholten Mal die zweifelhafte Ehre, Opfer und Mitwirkender einer massiven Wegstrukturierung zu sein. Erst die Schliessung des Bochumer Werks und die Verlagerung nach Rumänien, dann das Schliessen des "Ersatzwerks" in Cluj, nun eine sicherlich ungewisse Zukunft der Ratinger Zentrale. Die Marke "Nokia" hat zumindest in unseren Breitengraden ihren Glanz verloren und bekommt mehr und mehr die Rolle eines Synonyms für "Sterben auf Raten".

Als jemand, der Nokia über mehr als 20 Jahre aktiv begleitet hat, von den ersten "Handys" über die ersten quasi Internet-fähigen Mobiltelefone (wem sagt der Begriff WAP noch etwas?), das Booklet 3G als erstes Net-/Notebook bis hin zu den modernen Lumias, stimmt mich das traurig. Ich kann nachvollziehen, dass die Mitarbeiter die Bauernopfer auf dem großen Schachbrett der mobilen Plattform sind, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass  hier allzu leichtfertig mit Schicksalen gespielt wird. Ja, ich fühle mich persönlich betroffen durch all die Menschen, die ich in der Zeit virtuell und persönlich kennen gelernt habe, aber auch ohne diese Erfahrung trifft es mich.

Alles Gute, Nokia...!

P.S: Ich behaupte allerdings auch nicht, dass Microsoft es sich leicht macht, denn die 5500 verbleibenden Kündigungen bleiben als Paket intern zu schultern. Als Einzelschicksale, ob "gut abgefunden" oder nicht, sind diese ebenso bitter. :-(

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Wie Microsoft mich vom Obst befreite

10. Juli 2013

Wer mich kennt, der weiß um meine multi-Plattform-Orientierung. Ich bin seit Jahren eingefleischter Nutzer von Microsoft-Technologien und Produkten, und seit den ersten CE-Versionen auch Verfechter der mobilen Windows-Versionen. Nichts desto Trotz, und da bestehe ich drauf, ist mir der Blick über den Tellerrand wichtig. Ich kann nicht sagen, dass Windows oder Windows Phone besser ist als Mac OS, iOS, Android, wenn ich es nicht benutze.

Und so ergab es sich vor einigen Jahren, dass ich sowohl ein iPad (erst 1, dann 2, dann 3, dann mini) benutzte, und auch als Notebook eher dem Macbook zugeneigt war. Vor allem deshalb, weil es lange Jahre lang kein echtes und taugliches Windows Tablet gab, ebenso wenig eine vernünftige Hardware für die bequeme Nutzung unterwegs.

Ich melde mit Freude: Erledigt. :-) Und dafür kann ich Microsoft nicht genug danken, denn Windows 8 hat mir tatsächlich die Möglichkeit dazu gegeben. Zuerst im Hinblick auf das Notebook: Nach Generationen von Macbook Airs, Macbook Pros (inkl. Retina), die ich wegen ihrer überragenden Akkulebensdauer, ihres geringen Gewichts und ihres Alugehäuses geliebt habe, war mit Windows 8 das erste Mal der Gedanke da, ob es nicht etwas gleichwertiges als Touch-fähiges Gerät am Markt gibt. Tut es: Das Acer Iconia W701 ist ein 11,6 Zoll-Tablet mit stabilem Alugehäuse, Full HD Auflösung, Core i5 Prozessor  und einer Akkulaufzeit von 7-8 Stunden im Nutzbetrieb. Noch dazu – was mir Apple nie bieten konnte – mit integriertem 3G-Modem. Und eben einem Touchscreen, ohne den Windows 8 zur halb so viel Spaß macht. Unterwegs leicht und klein, wenn es denn mal eine Tastatur braucht, dann ist die Wedge-Tastatur von Microsoft eine optimale Ergänzung, zumal deren Abdeckung als Tablet-Ständer fungiert.

Mittlerweile finden sich viele der Tools, wegen derer ich das Macbook geliebt habe, auch als Windows-Versionen wieder, kurz: Ich vermisse nichts.

Nun war das beim iPad ein etwas schwieriger Prozess: Ich lese viel auf dem Gerät (fair betrachtet: für mich ist das iPad in erste Linie Kindle, auf dem ich auch surfe, E-Mails bearbeite und spiele). Meine Exkursion mit dem Surface RT war okay, aber am Ende nicht vollständig zufriedenstellend (was vor allem am doch recht geringen Softwareangebot von Windows RT lag). „Echte“ Windows-Geräte  waren vom Gewicht her einfach nicht „tragbar“, Lesen beispielsweise mit dem Acer W701 war eine Qual. Was hätte ich mir Frust ersparen können, hätte ich vorher den Herrn Samaschke eingeladen: Der legt nämlich völlig selbstverständlich das Lenovo Thinkpad Tablet 2 auf den Tisch, ein knapp über 500 Gramm leichtes Windows 8 Pro-Gerät mit 10,1 Zoll Display, in bestimmten Konfigurationen mit 3G-Modem und bis zu 64GB eMMC-Speicher. Zwar nur mit einem Atom-Prozessor ausgestattet, aber für die „iPad-Anwendungen“ mehr als ausreichend. Im Gegensatz zum Apple Tablet aber eben mit wollwertigem Windows, damit auch mit Office 2013 und jedem denkbaren Windows-Programm erweiterbar. Keine Frage, 64GB sind nicht allzu viel Speicher, das relativiert sich aber, wenn man den micro-SD-Slot mit weiteren 64GB bestückt. 

Im Nutzbetrieb hält das Tablet2 gute 10 Stunden, wenn es nur hauptsächlich als E-Book-Reader verwendet wird, dann sogar deutlich darüber hinaus. Und das bei einem Gewicht, das geringer ist das eines iPad 4, mit größerem Speicher und viel größerem Funktionsumfang auf Grund der Nutzbarkeit von normalen PC-Anwendungen.

Windows 8 hat es geschafft, die Arbeits- und die mobile Welt miteinander in Einklang zu bringen … man muss sich nur darauf einlassen wollen. Ob nun der Start-Button fehlt (mir gefällt da die polemische Aussage „Wem der Start-Button fehlt, der hat Windows 8 noch nicht verstanden“ :-)) oder nicht: Windows 8 bringt den Informationsvorsprung, den Windows Phone schon geliefert hat, auf den PC, und es gibt aus meiner Sicht einfach kein System, das das sonst kann. Auf einen Block sehe ich neue E-Mails, Nachrichten aus meinen Feeds, das Wetter (vorhergesagt und live von meiner Netatmo-Wetterstation) und vieles mehr. Und sollte ich dann tatsächlich mal in die Desktop-Welt zurück müssen (was bei Spezialanwendungen einfach nicht ausbleibt), dann kann ich es.

(Die Überschrift ist übrigens gelogen... :-) Mein "Desktoprechner" ist immer noch ein 2012er iMac, und auch das iPhone nutze ich noch des Blicks über den Tellerrand wegen. Fakt aber ist, dass die Zeit, die ich an diesen Geräten verbringe, immer weniger wird.)

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Windows 8 und das Startmenü

8. Juli 2013

Auch wenn das Update auf Windows 8.1 einige von „Modern UI“-Kritikern angemahnte Funktionen wie das Starten direkt im Desktop-Modus und das Startmenü zurückbringt, warum warten?  Wer mehr in der Desktop-Welt zuhause ist, dem seien zwei Tools ans Herz gelegt, beide aus dem Hause Stardock:

Start8 bringt das klassische Startmenü zurück und erlaubt es auch, den Rechner direkt im Desktop-Modus zu starten. Das ist mehr, als mit Windows 8.1 kommt, denn das Startmenü ist hier komplett dem von Windows 7 nachempfunden, inklusive des Zugriffs auf letzte Dateien, die Systemsteuerung etc., während bei Windows 8.1 je quasi nur die „alle Apps“-Anzeige als Startmenü verwendet wird.

Noch wichtiger für alle diejenigen, die im Mischbetrieb zwischen Modern UI und Desktop pendeln: ModernMix. Dieses Tool erlaubt es, Modern UI-Apps (die „Kachelapps“) in einem frei skalierbaren und verschiebbaren Fenster auf dem Desktop auszuführen und damit neben normalen Desktop-Apps laufen zu lassen. Das macht allerdings nur bei einem FullHD-Display wirklich Spaß…

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Das Surface-Desaster: Der Grund des Ärgers

29. Oktober 2012

Ich hatte mich ja schon am Freitag ausführlich über die ausgebliebene Lieferung des Microsoft Surface RT aufgeregt. Die eine oder andere Rückmeldung im öffentlichen wie im privaten Bereich ging in die Richtung "Was regst Du Dich denn auf? Geht die Welt unter?"

Hier einige Worte der Klarstellung: Natürlich ärgert es mich auch persönlich, dass ich nicht wie geplant das Wochenende zum Spielen mit dem neuen Gadget nutzen konnte. Vorfreude ist schliesslich ein wichtiger Teil des Spasses an einem Gerät, und wenn die Lieferung zu einem Termin fest zugesagt wurde, dann ist man sich sicher, dass diese auch erfolgt. Das ist aber nur ein Teil des Ärgers:

Microsoft hat lange gebaut und geplant, und hat jetzt mit Windows 8, der Kombination mit Windows Phone 8 und dem Surface RT aus meiner Sicht etwas ganz Grosses am Start, das die Konkurrenz wertvolle Prozente des Marktanteils kosten dürfte. Einfach deshalb, weil diese Kombination zwischen Desktop, Tablet und Smartphone von keinem anderen Hersteller in dieser Konsequenz umgesetzt werden kann. Apple bewegt sich mit dem iPad noch nicht im Bereich eines "echten" Tablets, sondern mehr in dem eines aufgeblasenen iPods, während Microsoft mit dem  Surface (auch in der RT-Variante) viel näher am PC liegt.

Diese Chance nun, die im Vorfeld auch von der meist eher MS-kritischen Presse erkannt und kommuniziert wurde, die verbaselt man gerade. Die Vorfreude auf das Surface ist europaübergreifend Frust und Ärger gewichen, Unverständnis und Häme regieren die Berichterstattung. "Sie habens verbockt!" ... und nicht nur den Surface-Start, auch die Präsenz von Windows 8 in den Läden ist unterirdisch. Mein lokaler Media Markt und Saturn haben Windows 8 gerade mal in Schütten gestapelt, die Windows 8-Geräte sind nicht nutzbar, und die Verkäufer wissen nichts... oder sie wollen es nicht. 

Schaue ich mir andere Länder, wie beispielsweise die USA oder Japan an, dann zeichnet sich da ein komplett anderes Bild... und das produziert die Frage, ob Deutschland (wie auch der Rest von Europa) einfach aus dem Fokus von Redmond gerutscht ist und damit einfach nicht mehr das Marketingbudget verdient, das für eine andere Positionierung nötig wäre.

Neben dem Unwillen kommt aber noch ein anderer Faktor in Spiel: Die absolute Unprofessionalität des Stores. Selbst wenn es eine Verzögerung gibt (momentan munkelt man vom 2.11.2012, was komisch ist, denn in den USA waren die Geräte zu laufen, Kunden in Österreich und der Schweiz haben schon Versandbestätigungen), dann ist das etwas, was immer mal wieder passieren kann. Kommuniziert man offen, dann kann der Kunde sich darauf einstellen und entweder Alternativen suchen oder warten. Was in den vergangenen Tagen geschehen ist, kann nur als Täuschung und Vernebelungstaktik bezeichnet werden: Wenn die Agents im Microsoft Store uninformiert waren, dann haben sie eigenverantwortlich das Blaue vom Himmel heruntererzählt. Das wäre fahrlässig, denn jedem Teamleiter oder Höheren in der Store-Hierarchie muss klar gewesen sein, dass die Nachfragen mit immer höherer Frequenz einschlagen würden, je weiter der 26.10. voranschritt. Offensichtlich gab es aber kein eindeutiges Kommunikationskonzept.

Die noch schlimmere Variante: Man hat sie angewiesen, die Kunden wie auch immer zu beschwichtigen... das wiederum ist mindestens ebenso kurzsichtig, denn es schafft nur solange vermeintliche Ruhe, bis auch der dümmste Kunde seinen UPS-Van ohne Paket mit dem Surface von Hinten betrachtet hat.

In den USA und UK enzschuldigt man sich wenigstens und verteilt USD/GBP 50,- -Gutscheine. In Deutschland steckt der Kopf tief im Sand, man hört und sieht nichts. Bitter traurig. Nicht nur für den Einzelnen, sondern für Plattform und Wirkung im Gesamten. :-( 

Ergänzung am 29.10.: In Deutschland kommt jetzt auch der Gutschein... aber ohne weitere Fakten oder gar einen Liefertermin:

 

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Ersatz für das Startmenü bei Windows 8

28. Oktober 2012

Ich weiss nicht mehr, wo ich diesen treffenden Satz gehört habe: "Wer bei Windows 8 den Start-Button vermisst, der hat den Sinn von Windows 8 nicht verstanden." Das mag ja durchaus sein, und nach den Wochen mit der Release-Version von Windows 8 habe ich mich gut an Tastenkombinationen und Maus-Bildschirm-Ecken gewöhnt... manchmal aber fehlt mir der schnelle, gewohnte Zugriff auf das Startmenü aber schon. Mit 8StartButton der Kollegen von Totalidea konnte ich mich nicht so recht anfreunden, und so kam der Hinweis von Joe ganz recht:

Das OpenSource-Projekt Classic Shell bietet eine kostenlose Alternative, die sich als kleine, Windows-farbene Muschel in der linken Ecke der Tastleiste versteckt und grafisch ansprechend ein klassisches Startmenü bietet. Das Aussehen und die Funktion lassen sich auf vielfältigste Art und Weise anpassen... wenn man das will: Nötig ist es nicht.

Um die Umschaltung vom Desktop- auf den Metro-Modus von Windows 8 nicht zu gefährden, sollte in den Einstellungen des Programms noch"Windows Key Opens" auf "Windows Start Menu" gestellt werden:

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Die Surface-Farce

26. Oktober 2012

Ich bin immer der Meinung schon viel erlebt zu haben, aber das schlägt dem Faß den Boden aus. Am 17.10.2012  habe ich direkt im Microsoft Store mein Surface Windows 8-Tablet bestellt. Mit klarem Liefertermin: "Bestellen Sie"[das habe ich getan]"und erhalten Sie die Lieferung bis zum 26.10.1012". Heisst also: Bis heute ist das Gerät bei mir... so steht es auch immer noch im Bestellstatus:

Nun ist es aber unüblich, dass keine Versandbestätigung erfolgt, und aus dem Grunde hatte ich gestern schon begonnen, mal bei der Bestellhotline nachzufragen. Die bisher bekommenen Antworten sind wahrlich glorios:

25.10.: "Die Geräte werden heute Nacht verschickt, werden zwischen dem 25. und 30. Oktober zugestellt." Cool... Ein Surface mit integrierter Zeitmaschine. Heute Nacht verschickt, gestern schon zugestellt...?

25.10.: "Alle Vorbestellungen wurden an UPS übergeben." Da hat dann wohl jemand die Nacht zum Tag gemacht...

26.10.: "Die Geräte werden heute zugestellt. Das hat Microsoft direkt mit FedEx geklärt." Wow. Man klärt mit Microsoft, dass FedEx die Geräte zu UPS bringt. Die Welt ist wirklich ein globales Dorf. Oder sollte es daran liegen, dass in den USA FedEx den Versand macht und das eine nicht auf Deutschland passende Aussage war?

Momentanes Highlight aber der Agent gerade: 

"Ich habe keinen Versandstatus in Ihrer Bestellung. Moment, ich frage nach."
"Die Geräte werden zwischen dem 26. und 28.10. zugestellt."

"Mir ist aber in der Bestellung der 26. zugesagt worden, das steht auch noch drin?"

"Wir hatten viele Bestellungen, darum hat sich das etwas verzögert. Die Geräte werden zwischen dem 26. und 28.10. zugestellt."

"Der 27. und 28. sind Samstag und Sonntag, da stellen weder FedEx noch UPS zu?" 

"Doch, doch. Das haben wir mit denen geklärt. Unsere Kunden sind uns wichtig, wir wollen, dass alle ihr Gerät pünktlich bekommen."

WTF?! Keine Diskussion darum, ob die Welt untergeht, wenn das Gerät erst in ein paar Tagen oder Wochen kommt. Verzögerungen können passieren. Aber eine solch unterirdische, dilletantische Kommunikation habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte ("Viele Bestellungen... Verzögerungen"), nur dann erwarte ich eine offensive Kommunikation an den Kunden mit einem neuen Liefertermin - und sei der auch noch so grob. 

Weiter geht´s: Gerade berichten mehrere Kunden davon, dass sie eine Storno-Mail vom Store bekommen haben. Auf Nachfrage der Hotline wird das auf "Storeumstellung seitens MS" geschoben. Ändern könne man nichts, dann müsse man neu bestellen. 

Nächster Anruf:

26.10.: "Sollte heute bei Ihnen ankommen. Da Sie ja sehr früh bestellt haben. Nein, Versandnachricht geht nicht raus. Nein, status ändert sich auch erst verzögert"

Und noch einer:

26.10.: "Alles duchgelaufen, WIRD (!) heute rausgeschickt."

Mal sehen, wie es weiter geht... :-(

27.10.: da flattert mir doch ein Survey in den Posteingang, mich über den MS Store auszulassen. Na, gerne doch. SEHR GERNE!!!!

29.10.2012: Ui! Ein Gutschein, ein Gutschein. Na, zumindest ein offizielles Eingeständnis, dass eine Verzögerung da ist. Leider aber eben auch kein Liefertermin. Und das Gerät des Österreichischen Kunden ist heute in der Zustellung.... :-(


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