29. April 2012
Auch wenn meine lieben Freunde, der Herr Lose und der Herr Samaschke, mich dafür hassen werden: So langsam geht mir das Thema Piraten auf den Keks. Ich bin politisch interessiert, von den verkrusteten Strukturen der alteingesessenen Parteien angenervt und überlege mir auch, wie man die Situation verbessern kann. Sicherlich ist ein probates Mittel, eine Veränderung nicht innerhalb dieser Strukturen herbeizuführen, sondern komplett auf der grünen Wiese aufzusetzen und das zu definieren, das Zielzustand sein soll, mit unkonventionellen, ja, (demokratisch-) radikalen Mitteln.
Einen ganz kurzen Moment hatte ich durchaus die Hoffnung, dass der „Grünen-Effekt“ auch die Piraten erfassen würde, dass aus der jungen Partei eine ernstzunehmende, demokratische Alternative erwachsen könnte. Mehr und mehr aber weicht diese Hoffnung einem latenten Gefühl des „Ich kann es nicht mehr hören“. Das Polit-Kabarett derer mit den orangenen Flaggen nimmt Ausmaße an, die die hehren Grundziele überdecken, ja ad absurdum führen.
Wenn Demokratie, die die Grundlage für unsere Politik ist, in Shitstorms und Anfeindungen mündet, wenn „Liquid Feedback“ – eine durchaus gute Grundidee zur Entscheidungsfindung – zur Farce verkommt, weil die Ergebnisse der Diskussionen und Abstimmungen nun noch nicht zur einer Verbindlichkeit für Parteientscheidungen führen, dann frage ich mich, ob die Piraten tatsächlich eine Partei oder nicht viel mehr ein Sammelbecken Politikinteressierter sein wollen.
Wie kann ich eine Partei wählen, die zwar Grundziele kommuniziert, aber nicht in der Lage ist, diese konsequent umzusetzen, weil es keinen Fraktionszwang gibt und quasi jeder nach seinem Gusto entscheiden kann? Wenn ich eine politische Wundertüte wählen möchte, dann kann ich auch Die Linke wählen… die haben zumindest einen gleichbleibenden Unterhaltungswert.
Wenn man Marina Weisband, die nervenschwache scheidende Geschäftsführerin der Piraten, schon als eloquenten Hoffnungsschimmer der Politiklandschaft empfindet, dann liegt das nicht – oder nur zu einem geringen Teil – an ihrer eigenen Wirkung, sondern an den Nahles und Pofallas dieser Welt…
Nun sind sie also angekommen in der harten Realität: Fraktionszwang, ein Programm muss her, der Anspruch der Schwarmintelligenz lässt sich in der Politik nicht anwenden, schnelle Entscheidungen und klare Positionierungen sind gefordert. Das Ergebnis ist ein Shitstorm, eine Kakophonie der widersprüchlichen Meinungen und Ansprüche. Lasst die Piraten noch ein paar Jahre spielen und spielerisch reifen, dann können wir weiterreden…
Allerdings stelle ich eines fest: In diesen Wochen, in denen im Vorfeld der Landtagswahl in NRW wieder Wahlplakate allüberall hängen, frage ich mich: Liegt es an den fast ausnahmslos jungen Piraten, oder sind die etablierten Spitzenkandidaten wirklich alle so alt?!
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27. April 2012
Eine schöne Tradition von vor einigen Jahren lebt neu auf... :) Nachdem mein Musikkonsum in den vergangenen Monaten wieder massiv zugenommen hat und in der Woche doch so einige CDs durch mein Ohr gehen, kommt jetzt jede Woche die "CD der Woche"... und versprochen: normalerweise nicht so Chart- und Massenkompatibel... und immer schön dran denken: Alles ist subjektiv! :)
Morten Harket, der unvergessene Sänger der unlängst aufgelösten a-ha. Sein erstes Soloalbum "Wild Seed" ist bis heute unerreicht, das zweite "Letter from Egypt" war ein Totalausfall. Nichts desto Trotz habe ich das Experiment gewagt und die CD gekauft. Und siehe da: Der Herr Harket kann es noch. Besser als die letzten a-ha-Alben (die schon von der steigenden Spannung innerhalb der Band geprägt waren), und zwar anders, aber fast auf dem Niveau des Erstlings.
Ich bin dabei, wenn Kritiker die Grenze zur Bonbon-süßen Klebrigkeit beschwören. Nur kann man VOR der Grenze stehen oder die Grenze passieren, und diesen schmalen Grat hat Harket perfektioniert. Immer dann, wenn man einen Anflug virtuellen Sodbrennens spürt, ist das Stück vorbei, oder er spielt mit seiner Stimme eine Hookline, die nicht erwartet und damit einfach überraschend und spannend ist.
Wer a-ha mag, der muss kaufen, wer auf seichte Pop-Musik mit Hirn, ein wenig abseits der ausgetretenen Chart-Pfade steht, der sollte zumindest einmal reinhören: Scared of Heights oder When I reached the Moon.

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27. April 2012
Kino… idealisierter Ort phantasiereicher Erfahrungen unserer Kindheit. Aber heute? Braucht man „Kino“ noch? Unser 3D-Fernseher, der Beamer mit 1,45m-Leinwand im Keller, die Kosten eines Kinobesuchs gerechnet gegen den Preis einer blu-Ray (die man dazu noch mehrfach ansehen kann)?
Das Cinemaxx Krefeld und der Kinostart von „The Avengers“ waren willkommener Anlass eines Praxistests…
Das Kino:
Das Cinemaxx Krefeld hat - wie scheinbar viele Kinos der Kette – in den vergangenen Monaten einige Renovierungsarbeiten gestartet, dabei die ewig eklig-klebrigen Teppiche entfernt und die Zahl der Sitzreihen verringert, was zu mehr Beinfreiheit führt. Hätte man dabei noch die Zahl der Sessel pro Reihe angeglichen, dann würde ich als semi-schmales Hemd nicht mit meinem mir unbekannten Nachbarn kuscheln… Sesselfaktor zuhause deutlich angenehmer. Gestern Abend war es noch ein wenig heftiger: die beiden Nachbarn links boten sich eine Nachos-Schlacht… und ich saß da mit meinem Eisbecher. Inkompatibler geht es kaum… J
Und bitte: Wer auch immer diese neumodisch Unsitte der Pause mitten im Film ersonnen hat: Er möge mit Popcorn gesteinigt werden. Schlimmer kann man das Eintauchen in die erzeugte virtuelle Umgebung nicht unterbrechen als mit aufblendender Saalbeleuchtung und einem 10-Minuten-Countdown auf der Leinwand… L
3D Bild in Polarisation auf einer großen Leinwand ist ohne Frage besser und eindrucksvoller als via Shutterbrille an einem 45 Zoll Sony-Fernseher, vor allem vollkommen Ghosting- und Crosstalk-frei. Allerdings ist „The Avengers“ nun auch nicht der Paradefilm für 3D (und kein Vergleich zu „Avatar“).
In der Summe aber: Für Filme, bei denen die große Leinwand einen Unterschied macht, gibt es für mich keine Alternative zum Kino. Auch wenn die Kosten mittlerweile heftig sind: 2 x 14 Euro für die Karte, EUR 1,- Vorverkauf (um Plätze sicher zu haben), EUR 3,- Ausfahrt aus dem Parkhaus plus 50 Cent Nachzahlung (siehe unten(*)) macht 32,50 für zwei Personen ohne Getränke und andere Verpflegung. Keine Frage, auch für die Kinos sind die Kosten gestiegen, und der Preis damit immer noch vertretbar.
(*) Keine Ahnung, wie das in anderen Cinemaxxen ist, aber in Krefeld ist ein Parkhaus angeschlossen, in dem man bei Vorlage des Kintotickets für EUR 3,- pro Film parken kann. An der Einfahrt steht noch ein großes Schild „Achtung Kinobesucher: Bei Filmen mit Überlänge müssen Sie nach 4,5 Stunden nachlösen“. Kein Ding, vor der Ausfahrt um 23:30 Uhr noch mal kontrolliert, dass die Parkzeit geringer als viereinhalb Stunden war… und an der Ausfahrt mit dem freundlichen Kommentar „Bitte nachlösen“ an der Schranke aufgehalten worden.
Unfreundlicher Kommentar des kurz nach dem zweiten Weltkrieg verrenteten Schrankenwärters dazu: „Ist nach 23 Uhr!!!“ Err… was? :-(
Der Film:
Vorsicht: Enthält Spoiler!
Ich bin ein erklärter Fan von Iron Man und einigen anderen Marvel-Verfilmungen, und meine Erwartungshaltung war entsprechend hoch. Und in der Summe ist sie durchaus erfüllt worden.
Ein nicht geringer Teil des Filmes widmet sich der Charakter-Studie der einzelnen Helden, und dabei nimmt Tonry Stark aka Iron Man einen großen Teil ein. Gut so. Die schlabberige Arroganz, die ich auch in den Iron Man-Filmen so liebe, führt zu Lachsalven!
Hawkeye, Black Widow, Thor bleiben relativ blass, Captain America wird aus vom Ende seines eigenen Filmes (wo man ihn Jahrzehnte verschlafen ließ, um ihn in die Neuzeit zu holen) abgeholt, und nach ungefähr einer Stunde treffen die unterschiedlichen Egos der Avengers aufeinander. Auch hier wieder: Ein Spruch jagt den anderen, Stark provoziert alle (unter anderem Dr. Banner, der mit Mühe den Hulk in sich beherrschen kann), und der erste gemeinsame Einsatz (Thors Halbbruder Loki hat den Tessaract, die außerirdische Energiequelle, die am Ende von „Captain America“ versenkt wurde, gestohlen und will ein Tor zu einer Invasorenarmee öffnen) geht mächtig schief.
Alles scheint verloren, Loki mit dem Tessaract entkommen, und der Film entschleunigt sonderbar. Ich habe mich zwischenzeitlich gefragt, ob man die Auflösung auf einen zweiten Teil verschieben wollte… Dann aber geht es so richtig los: Die Avengers kombinieren ihre Fähigkeiten, selbst der sonst so ungerichtet aggressive Hulk reiht sich ein, und ein Actionfeuerwerk, das aus einer Mischung aus Independance Day und Transformers gebaut ist, geht los. Hirn ausschalten, zurücklehnen, genießen.
Wer ausgeklügelte Handlung sucht, tiefgehenden Anspruch oder intellektuelle Stimulanz, der ist hier im falschen Film, im wahrsten Sinne des Wortes. Wer auf augenzwinkerndes Actionkino steht, der kommt an „The Avengers“ nicht vorbei.
Meine Highlights:
Iron Man, der Hawkeye (Fähigkeit: Falkenauge und damit auf höchste Entfernung treffsicher mit dem Bogen) auf ein Hochhaus fliegen soll, zu diesem: „Halt Dich fest, Legolas!“
Hulk, der im Vorfeld eine etwas längere körperliche Auseinandersetzung mit Thor hatte, in der eine komplette Flugzeugträgerebene und ein Götterhammer eine nicht unerhebliche Rolle spielten, kämpft im Finale kontrolliert mit den Avengers und gegen die Aliens. Hulk und Thor landen neben einander auf einer Plattform, schauen sich – wie erfolgreiche Kampfgefährten dies tun – zunickend an…. Und Hulk fährt blitzschnell seine Faust aus und boxt Thor von der Plattform… um dann schelmisch zu grinsen.
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27. April 2012
Manchmal ist es einfacher, auf eigenen Füßen nach Canossa zu gehen, als auf Knien dorthin gezwungen zu werden...
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26. April 2012
Ich bin ja seit einiger Zeit eifriger Kindle-Nutzer, habe aber auf Grund der Verfügbarkeit der Kindle-App unter anderem für iOS meist mein iPad dabei und lese meine eBooks darauf.
Nachdem jetzt der Kindle Touch hier aufgeschlagen ist, nutze ich diesen – vor allem wegen des „ein neues technisches Spielzeug“-Effektes deutlich häufiger. Und da fällt mir eines auf, was ich in den letzten Monaten auch vermehrt in der Presse gelesen habe.
Auf dem Kindle werden Bücher viel intensiver wahrgenommen, ich lese länger ununterbrochen und bin damit deutlich tiefer in der Handlung. Woher kommt das?
Viel zu viele Reize unterbrechen mich auf dem iPad oder meinem Windows Phone: Da kommt eine Facebook-Benachrichtigung oder eine Meldung über eine neue E-Mail, schon wird die Home-Taste gedrückt und ich kümmere mich zuerst darum. Ein Sprach-Bild aus dem Buch führt in meinem Hirn zu einer Kette von Gedanken, und schon werden Google, eBay, Amazon, Spiegel Online, was auch immer aufgemacht und dieser Gedanke nachverfolgt.
Die Konsequenz – und das eben das, was immer häufiger berichtet wird – ist eine Zersplitterung der Aufmerksamkeit, Streß, weil viel zu viele Dinge parallel betrachtet und verfolgt werden sollen und am Ende viel zu wenig Konzentration auf das jeweils Wesentliche.
Bedenklich…
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25. April 2012
Mit dem Kindle Touch WLAN und dem Kindle Touch WLAN + 3G hat amazon jetzt auch eine Kindle-Generation im Programm, die über eine Softtastatur verfügt und dazu noch deutsche Benutzerführung mitbringt. Damit können Texte - beispielsweise in die Suchmaske - eingegeben werden, nur fehlen auf dieser Softtastatur die Umlaute.
Kein Problem: Wie bei vielen Smartphones können diese eingegeben werden, wenn man länger den entsprechenden Grundbuchstaben gedrückt hält (zum Beispiel "a"). Kurze Zeit danach erscheint über dem Buchstaben eine Liste mit den verschiedenen Umlauten, aus der dann das gewünschte (hier das "ä") ausgewählt wird.

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23. April 2012
... das eine Werbeikone, die sich selbst ad absurdum führt, entsorgt gehört. Marcell D´Avis, das radebrechende Servicekissen von 1&1, muss zurück ins Glied. Soll heissen: Nimmt seine Nase aus der Werbung, behält aber seinen Titel "Leiter Kundenzufriedenheit". Man könnte auch sagen: Er wurde wegbefördert dahin, wo der Pfeffer wächst, denn "Kundenzufriedenheit" dürfte wohl bei 1&1 Terra Incognita sein.
Was bin ich froh, wenn mein Leidensweg am 22.6. diesen Jahres endlich zuende ist. :-D
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22. März 2012
Manchmal komme ich mir zurück versetzt in die Zeiten des TAED-Systems und der Frühstücks-Cerealien. Keiner wusste, was es bedeutete, aber wenn man es häufiger hörte, musste es was Wichtiges und Erstrebenswertes sein... :)
Mit den ersten Geräten, die LTE unterstützten, ist in den vergangenen Wochen die Diskussion um Netze, Nutzbarkeit und Notwendigkeit mit voller Wucht entbrannt. Als Apple dann noch bei der Vorstellung des "neuen iPad" (ehemals "iPad 3") LTE ankündigte und sich herausstellte, dass die im iPad verwendeten Chips die Frequenzen in Deutschland nicht unterstützen würden, war das Chaos perfekt.
Mal im Ernst die Frage: Brauche ich LTE in einem mobilen Gerät?
1.) Auslastung/Versorgung
LTE ist in Deutschland gerade im Ausbau. Wer sich die Karten einmal ansieht, der erkennt schnell, dass es eben die bisher schlecht mit DSL versorgten, meist ländlichen Gebiete sind, die mit LTE-Basistationen versorgt werden. Logisch, denn dort wird der - für die Netzbetreiber mit immensem technischen Aufwand verbundene - Ausbau der technischen Infrastruktur gefördert (weil es billiger ist, diese zu schaffen, als entsprechende DSL-Infratruktur dort hinzubekommen). Quintessenz: Wer auf dem Land lebt, hat eher was von LTE als in der Stadt (wo die Netze bereits bis HDSPA+ hochgehen).
2.) Die Nutzung
LTE ist deutlich schneller als DSL, das ist einer der Werbesprüche. Nun ist das zum einen eine Aussage, die recht relativ ist, denn jeder Mobilsurfer kennt das Problem: Die tatsächliche Geschwindigkeit ist nur teilweise von der Infrastruktur abhängig, viel mehr noch aber von der Auslastung der Zelle. Wie viele Anwender datensurfen gerade? Wie werden die Datenslots verteilt?
Nun kommt noch dazu, dass die empfundene Surfgeschwindigkeit nicht nur abhängig vom Datendurchsatz ist, sondern auch noch andere Faktoren (z.B. der DNS-Lookup, also das Umwandeln der Web-Adresse in eine IP-Adresse) mitspielen. Diese werden aber nicht schneller, wenn der Datendurchsatz höher ist... LTE macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man großen Datenmengen durch den Äther schiebt, nicht für das Standard-Surfen. Was macht aber der Normalanwender mit seinem Smartphone? Richtig... Surfen.
3. Nebenfaktoren
Höherer Datendurchsatz heisst auch höherer Akkuverbrauch, zumindest ist dies bei LTE der Fall. Die Geräte, die bisher auf dem Markt sind, kommen unter LTE gerade mal einen halben Tag über die Runden. Für ein Smartphone vollkommen inakzeptabel.
Für mich habe ich die Frag oben eindeutig mit einem "Nein" beantwortet. Und das nicht, weil es noch kein LTE Windows Phone gibt, sondern, weil es nicht der Nutzung eines Smartphones entspricht. Einen WLAN-Accesspoint mit LTE für das Surfen mit einem Notebook unterwegs, das kann ich mir schon eher vorstellen. In einem Smartphone - das theoretisch ja auch über Tethering als WLAN-Accesspoint genutzt werden könnte - macht es auf Grund des Akkuverbrauchs einfach keinen Sinn... und damit die Diskussion eigentlich auch nciht so richtig... :D
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17. März 2012
Wer jetzt eine Geschichte wie vor einigen Monaten erwartet, der liegt falsch. :)
Ich wollte es nur einmal sagen: mit einem iPad 3 50 GB an Musik via iTunes-Match herunter zu laden, und das bei einer 3000er Leitung, das grenzt an Körperverletzung!!! :(
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14. März 2012
Es ist immer wieder spannend, wenn man die - gewohnt Microsoft-kritische - Presse verfolgt. Windows Phone ist eine Pleite. Der Marktanteil ist unterirdisch, ja angeblich sinkt er sogar, und damit ist das mobile Windows ein Rohrkrepierer. Ja... so stellt es dieser Tage unter anderem Golem.de dar.
Nun lassen sich Zahlen leicht in Ihrer Bedeutung interpretieren und damit an die gewünschte Aussage angleichen. Wer Windows Phone gleichsetzt mit "Windows Mobile und Windows Phone", der wird natürlich einen sinkenden Marktanteil verzeichnen. Seit Monaten kommen keine neuen Windows Mobile-Geräte mehr auf den Markt, und damit geht dieser Anteil natürlich immer weiter zurück. Der eine oder andere Journalist mag es noch nicht verstanden haben: Windows Phone ist nicht der Nachfolger von Windows Mobile, sondern ein komplett eigenständiges System.
Hinzu kommt, dass Nokia als strategischer Partner gerade mal mit zwei Modellen auf dem Markt vertreten ist und sich dem Vernehmen nach immer noch in der Angleichungsphase befindet. Das Lumia 800 läuft bei allen Netzbetreibern (und das weltweit) deutlich besser als erwartet, mit dem Lumia 900 (das in den USA irgendwann im April starten soll) kommt erst das "Flaggschiff" der ersten Serie auf den Markt.
Nokia war seit jeher eher auf dem Markt der "einfachen Telefone" erfolgreich, wobei mit Windows Phone 7.5 Refresh ("Tango") erst die Möglichkeit geschaffen wird, mit nur marginalen funktionalen Einschränkungen mit "günstiger" Hardware Geräte im unteren Preissegment anzubieten... dem Segment, was für den Massenmarkt relevant ist und was Android so erfolgreich macht. Auch hier wieder: Die Weichen sind gestellt, der Zug rollt, aber hat gerade erst den Bahnhof verlassen.
Über eines sind sich die neutralen Journalisten (und spannenderweise auch viele eher als Microsoft-kritisch bekannte) einig: Funktional ist Windows Phone das frischeste Betriebssystem für mobie Geräte, das momentan auf dem Markt ist. Die Integration der verschiedenen sozialen Netzwerke, die Umsetzung der mobilen Services von Microsoft, die Geschwindigkeit des Systems, all das sucht seinesgleichen. Microsoft hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass man mit Windows Phone langfristig denkt, und genau diese Strategie scheint noch nicht bekannt geworden zu sein.
Könnte man da mehr machen? Sicherlich. Wenn ich alleine die Zahl der Gerätetests der vergangenen Monate mit der pre-WP7-Zeit vergleiche, dann ist diese ein Spiegel des Marktes: Noch nicht alle Hersteller konnten überzeugt werden, Geräte zu produzieren, viele warten immer noch ab. Hier wäre deutlich mehr Einfluss und "Überzeugungskraft" von Microsoft wünschenswert. Auch das Marketing steckt ein wenig in einer Sackgasse: Man hat es über die Netzbetreiber versucht (denen der Erfahrung nach die Plattform recht egal ist, Hauptsache, Geräte funken stabil in ihren Netzen), über die Hersteller (da hat Nokia ohne Frage einen hervorragenden Job gemacht), aber Windows Phone ist noch nicht so breit in der Öffentlichkeit bekannt, wie es nötig wäre. Da muss Microsoft aus meiner Sicht selber tätig werden, die Kriegskasse sollte es hergeben... :)
Ein Gedanke bleibt noch offen: Ist der Name "Windows Phone" eigentlich noch der richtige? Betrachtet man die Kern-Unterscheidungsmerkmale zu anderen Plattformen, dann ist "Windows" bisher eigentlich ein Wink in die falsche Richtung: Mit Windows verbindet der gemeine Anwender immer noch eher ein langweiliges Startmenü statt einer komplett anderen, neuen und frischen Oberfläche... zumal der eine oder andere Netzbetreiber es immer noch nicht geschafft hat, seine Produktseiten entsprechend anzugleichen. Erst mit Windows 8 bewegen sich die beiden Welten wieder aufeinander zu, und so schön die Customer Preview auch ist: Für den Ottonormalverbraucher ist sie nichts als eine Pressemeldung und bunte Bilder bis irgendwann Ende diesen Jahres.
Was sind die Stärken von Windows Phone? Die Integration der Microsoft Services wie Zune, Office, XBOX Live, Windows Live. Ein Windows Phone ist also eigentlich mehr ein "Microsoft Phone" als ein Windows-Gerät, und das sollte deutlich klarer werden - auch in der Namensgebung.
Man unterstellt mir gerne eine rosarote Microsoft-Brille, und das ist größtenteils falsch: Ich arbeite primär mit einem iMac als Desktop (auf dem Windows 7 unter Parallels als virtuelle Maschine läuft), nur mein Ultrabook läuft nativ mit Windows 7. Ich liebe mein iPad (ich sage nur: 16.3. :-), nutze ein iPhone 4S und ein HTC Evo 3D mit Android, habe mit Android 4-Tablets (HTC Flyer und Samsung Galaxy Tab 10.1) und Smartphones (Samsung Galaxy Nexus) "gespielt" (im Sinne von ausführlich in der Praxis und exklusiv genutzt). Und das - weil ich einfach ein Geek bin - mit offenen Augen und Spaß an der Sache.
Keines der Geräte ist wirklich schlecht, und ich habe bei allen Funktionen, die ich überragend finde (beispielsweise bei Android die Homescreens mit Widgets, bei iOS einfach die Sexyness der Geräte). In der Summe aber ist und bleibt für mich Windows Phone das System, mit dem ich unterwegs am besten klarkomme und mit dem ich am effektivsten Arbeite und Spaß habe. Und gottseidank sehen es bereits viele Anwender anderer Plattformen so...
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