ETEN DX900 Dual SIM Smartphone

Geschrieben von (19.01.2009 00:00 CET)

Die Anforderung war in den vergangenen Monaten stetig zu hören: "Wann kommt endlich ein Windows Mobile-Gerät mit zwei SIM-Karten-Slots auf den Markt"? Moment... was? Wofür? Genauer betrachtet ist die Anforderung gar nicht so fern der Realität:

Wer eine Privates und ein dienstliches Mobiltelefon nutzt, der schleppt meistens zwei Geräte mit sich herum, denn die zeitliche Trennung zwischen beiden Lebensbereichen ist meist nicht so einfach realisierbar. Die Lösung ist jetzt mit dem ETEN Glofiish X900 auf dem Markt: Das Gerät kann zwei SIM-Karten parallel aufnehmen und auch betreiben. Eingehende Rufe beider Leitungen werden signalisiert, beim Wählen oder Schreiben einer SMS kann ausgewählt werden, welche der beiden Karten dafür verwendet werden soll. "Ganz nebenbei" hat das Gerät ein VGA-Display, eine Touchoberfläche von Spb Softwarehouse, ein eingebautes A-GPS, eben zwei SIM-Slots, einen Lichtsensor für die automatische Anpassung der Beleuchtung, WLAN 802.11b/g, Bluetooth und einen SDHC-fähigen SD-Slot.

Nun klingt das wieder wie die eierlegende Wollmilchsau, und aus der Vergangenheit weiss man, dass dann ein Stück Vorsicht angeraten ist: Zu oft sind die Erwartungen dann so hoch, dass man eigentlich nur enttäuscht werden kann. An einen solchen Testbericht geht man dann schon mit ein wenig mehr Zurückhaltung. Vorweg: Zu Unrecht. Das DX900 ist ein durchaus gefälliges, funktionales und leistungsfähiges Gerät, das so gar nicht in das normale ETEN-Portfolio passen will. Die Aufklärung dieser Tatsache liegt auf der Hand: Acer hatte mit dem Kauf von ETEN Anfang vergangenen Jahres für einiges Aufsehen gesorgt, und die Gerüchte, dass das Portfolio "verjüngt" werden sollte, waren schon länger zu hören. Im Test befand sich übrigens das (schon früher lieferbare) englische Seriengerät, die deutschen Geräte sind mittlerweile lieferbar.

Wie auch immer: Das DX900 ist klein, handlich, irgendwo der Wolf im Schafspelz: Es wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich dick, was aber wiederum in der Handhabung vorteilhaft ist: Mit normal grossen Händen kann man es hervorragend greifen, auch bei Einhandbedienung liegt es ausgewogen in der Hand und kippt nicht nach hinten weg.
Hinzu kommt, dass der Body als Metall ist, es sich damit angenehm kühl und wertig anfühlt. Die 147Gramm Gewicht sind da eher akzeptable Nebenwirkung als störender Faktor.

Das Display entspricht dem (Nahezu-) Standard: VGA (640*480) mit einer Diagonale von 2,8 Zoll, scharf, klar, auch in der Sonne gut zu lesen. Die Kombination von Ausgewogenheit des Gerätes und der Displayqualität sorgt dafür, dass das DX900 auch mit einer Hand gut zu bedienen ist. Dazu hat ETEN das Gelbe-Seiten-Prinzip genutzt: Warum selber Hand anlegen, wenn man einen Experten kennt? Im Gegensatz zu HTC oder GSmart hat man keine eigene Benutzeroberfläche entworfen, sondern Spb´s Mobile Shell integriert und damit quasi den "Urvater" der Touch-Oberflächen in seiner neuesten Form.
Dies mag man nun unterschiedlich sehen: auf der einen Seite ist damit eine hervorragende Bedienung mit einer Hand in übersichtlichen, konfigurierbaren Menüs sichergestellt, auf der anderen Seite fehlt dem Windows Mobile-Erfahrenen so ein wenig der direkte Zugriff aus das normale Hauptmenü, das sich nur durch Beenden von Mobile Shell erreichen lässt. Lösung dafür: Das Startmenü auf eine Hardwaretaste legen!

Das GPS (spannenderweise ein SiRF III-Chipsatz statt des allgegenwärtigen Qualcomm-Kombichips) funktioniert ohne Fehl und Tadel, sowohl Google Maps als auch andere Navigationslösungen laufen problemlos und mit stabilem Empfang. Ebenso Bluetooth (inkl. des A2DP-Profils für die Stereo-Audiowiedergabe) und WLAN.

Kommen wir nun zum eigentlich besonderen am DX900: die beiden SIM-Karten-Slots. Entnimmt man den Akku, dann liegen diese brav nebeneinander, über die Beschriftung kann man die beiden unterscheiden.

Der erste SIM-Slot ist GSM-Quadband-fähig ( 850,900,1800 und 1900 MHz) und TriBand UMTS/HSDPA-fähig (2100, 1900 und 850MHz), der zweite "nur" Triband GSM (900,1800 und 1900 MHz). Ein wenig widersprüchlich sind die Angaben anderer Webseiten, die sprechen nämlich davon, dass der zweite Slot GPRS/EDGE-fähig sei... was aber auf der ETEN-Produktseite nicht auftaucht und auch von der Konfiguration der Datenverbindung nicht unterstützt wird.
In der Praxis wandert also die Haupt-Datenkarte in den Slot 1, die zweite, für Telefonie eingesetzte Karte in den Slot 2. Was schon auf den ersten auffällt: Im Heute Bildschirm befinden sich folgerichtig zwei Signalstärkeanzeigen, und eben auch zwei Netzbetreiber in der Übersicht.
Auch der Connection Manager unterscheidet für die Telefonverbindung zwischen den beiden Leitungen, sie können separat aktiviert oder deaktiviert werden. Die Datenverbindung, Bluetooth und WLAN sind natürlich nur einmal vorhanden.

Was im ersten Moment für ein wenig Verunsicherung sorgt, ist in der Praxis vollkommen intuitiv und einfach: relevant sind die beiden separaten SIM-Karten ja nur beim Telefonieren und beim Versenden von Nachrichten über das Netz. Eingehende Rufe werden signalisiert, egal auf welcher Leitung/für welche Rufnummer sie eingehen. Das Einstellungsmenü für Telefon ist zu diesem Zweck gedoppelt worden, so können Rufumleitungen und Ruftöne/Benachrichtigungen separat für jede Nummer eingestellt werden. Selbst im Rufprotokoll werden alle Einträge mit einer Nummer für die betroffene SIM-Karte versehen, damit kann auch hier genau unterschieden werden, wann jemand auf welcher Nummer angerufen hat.

Was im Test allerdings nicht geklappt hat: Das parallele Führen von Gesprächen auf beiden Leitungen. Schön wäre eine Konferenzschaltung gewesen, zumindest aber hätte ich erwartet, auf die eine Leitung parken und die andere annehmen zu können: In einem solchen Fall wird aber das Gespräch mit der ersten Leitung getrennt.

Um das Phone Interface nicht komplett auseinander reissen zu müssen, hat ETEN sich eine geniale Kompromisslösung einfallen lassen: Beim Start eines Anrufs gilt die grüne Hörertaste als Auslöser für die erste SIM-Karte, die rote (normalerweise zum Beenden des Anrufs gedacht) für die zweite SIM-Karte. Auch hier wieder weisen kleine Zahlen an den Tasten darauf hin.
Will man eine SMS oder MMS schreiben, dann fragt die Oberfläche direkt nach der SIM-Karte, die dafür verwendet werden soll.

Der Betrieb zweier aktiver SIM-Karten hat allerdings auch seinen Preis: obwohl der Akku des DX900 mit 1530 mAh Stunden gut bemessen ist, langt dieser bei moderater Nutzung gerade mal über den Tag, wenn beide SIM-Karten aktiv sind. Nachladen am Abend ist unabdingbare Voraussetzung. Ist eine der beiden Karten nur zeitweise aktiv, dann relativiert sich dies ein wenig.

Preis:

EUR 559,- hier

Fazit:

Keine Frage: Das Spezielle am DX900 ist sicherlich nichts, was den Massenmarkt bedient: Die meisten Anwender haben - wenn überhaupt - beruflich ein eigenes Gerät und lassen das private zu Hause. Wer aber unter zwei Nummern erreichbar sein muss oder aber im Ausland günstig mit einer lokalen Karte telefonieren will, trotzdem aber unter seiner normalen Rufnummer erreichbar sein will, der findet im DX900 momentan ein konkurrenzloses Gerät. Und wem das Design gefällt, wem aber dazu eine SIM-Karte reicht, der findet mit dem X900 ein nahezu identisches Schwestergerät.

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