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Einführung: Wer seinen iPAQ nun mal im Netz hat, der wird auch gerne die Möglichkeit nutzen, mal eben ohne großen Aufwand und Anschluß eines internen Modems ins Internet zu kommen, seine Mails abzufragen oder seine AvantGo-Channels zu aktualisieren. Dies ist eigentlich vollkommen einfach, wenn man auf dem PC, der die Verbindung zum Internet hat, einen Proxy-Server installiert. Was tut ein Proxy? Normalerweise wird der Zugang zum Internet in einem LAN (Local Area Network) von PC zu PC lokal vorgenommen. Dies hat den Nachteil, daß jeder PC (Client) jede aufgerufene Seite selbst abruft, und alle Elemente (Bilder, Links, Text, etc.) für sich alleine lädt und ablegt. Wird die selbe Seite erneut aufgerufen (in einer Sitzung oder in einem bestimmten Zeitraum), dann werden die Daten (solange die Seite nicht verändert wurde) nicht mehr über das Netzwerk geladen, sondern von der lokalen Festplatte aus dem sogenannten Cache (einem internen Zwischenspeicher) genommen. Eine der Aufgaben eines Proxies ist es, die Anfragen der Rechner im Netzwerk anzunehmen und zu erfüllen. Dabei bedient sich der Proxy seines eigenen Caches, sodaß eine Seite für das gesamte Netzwerk nur einmal geladen werden muß, und bei Anfragen von Clients bei Vorhandensein der angeforderten Seite im Proxy-Cache diese von dort weiterleitet und sich nicht erneut aus dem Internet lädt. Folge dieses Verfahrens: Eine deutliche Beschleunigung des Zugriffs und geringere Netzlast nach außen. Eine weitere wichtige Aufgabe des Proxy-Servers ist das Überwachen einer Zugriffsliste, die Zugriff auf definierte, ausgeschlossene Webseiten verbietet und dem Zugriff auf alle anderen gestattet. Aus diesem Sicherheitsaspekt wird der Proxy meist auf dem Rechner installiert, der auch den Firewall enthält, einen Software-Schutz (oder einen eigenen Rechner), der unerlaubte Zugriffe aus dem Internet (z.B. durch Viren wie NetBus, Back Orifice, etc.) oder auf das Internet (durch die entsprechenden Viren) verhindern und jeden zugelassenen Zugriff genau definieren. Es gibt einige Proxy-Server auf dem Markt, sogar als Freeware. Der folgende Artikel beschreibt die Konfiguration von Deerfield´s WinGate, weil dieser Proxy zum einen ungemein mächtig im Funktionsumfang ist, zum anderen seine Bedienung und Konfiguration sich auch leicht auf andere Produkte ausweiten läßt. Alle anderen Produkte, die für diesen Test in Frage kamen, hatten die eine oder andere Schwäche, in sofern ist der Kauf von WinGate als Home- oder Standardlizenz nur zu empfehlen. Eine 30-Tage-Testversion steht ebenfalls zum Download bereit.
Die Downloadversion enthält alle verfügbaren Versionen von WinGate (Home-, Standard- und Pro-Lizenz), bei der Installation kann ausgewählt werden, welche Version installiert werden soll. Wählen Sie für den reinen Internet-Zugang im Netz die Home-Lizenz, wenn Sie zusätzlich (und das ist zu empfehlen) auch email-Zugang vom portablen Gerät haben wollen, dann ist die Standard-Version die beste Wahl.Installieren sie das Programm als Server auf dem PC, der den Internet-Zugang hat, für alle anderen PCs im Netz als Client. Für Windows CE muß keine Installation durchgeführt werden.Hilfe dazu gibt es auch in der Knowledge Base von Deerfield. WinGate selbst teilt sich in zwei Haupt-Segmente auf: Die WinGate Engine, die im Hintergrund beim Systemstart mitgestartet wird und alle Zugriffe regelt, und den Gatekeeper, der als Konfigurationskonsole dient.
Wichtig: Beim ersten Start von WinGate erscheint ein Dialog, in dem die erste Anmeldung (und damit auch die Konfiguration des Zugangs) geregelt wird. In jedem Fall auf OK klicken, dann fragt das System nochmal nach, ob wirklich kein Paßwort vergeben werden soll und verlangt dann eine Paßwortänderung, um Administrationsrechte zu haben. Nachdem dies geschehen ist, ist der Proxy nach Neustart einsatzbereit (Konfiguration beider Rechner mit TCP/IP vorausgesetzt).
Um für den Internet-Zugang nicht, wie meist als Standard konfiguriert, eine Wählverbindung zu benutzen, sondern über das Netzwerk und den darüber angeschlossenen Proxy-Server zu gehen, muß der Internet Explorer auf dem mobilen Gerät konfiguriert werden: Nach dessen Start auf Extras->Optionen->Verbindungen, in der nun erscheinenden Registerkarte die Checkbox "Proxyserver verwenden" aktivieren und die IP-Adresse des Servers angeben, der als Proxy-Server arbeitet (im Beispiel 192.168.0.0, diese Adresse finden Sie auch, wenn Sie in der Systemsteuerung des Servers unter Netzwerk auf TCP/IP gehen).
Der vorgewählte Anschluß (Port) muß nicht geändert werden, ist der Standardwert für den Internet-Zugang. Nach dieser Einstellung hat das mobile Gerät freien Zugang zum Internet, sobald der Server eine Verbindung dorthin offen hat.
Damit beim Empfangen und senden von emails der Proxy-Server verwendet wird, müssen zwei Dinge getan werden: Zum einen muß auf dem Server ein SMTP-Port 25 geöffnet werden (SMTP=Simple Mail Transfer Protocol, das Standard-Protokoll, mit dem Mails versendet werden, Port 25 ist hierfür wiederum Standard). Zum anderen muß im mobilen Gerät ein neues email-Konto angelegt werden, das berücksichtigt, daß das Konto nicht nur beim email-Provider liegt, sondern dies auch noch über den Proxy erreicht werden muß. In WinGate muß ein neuer Service angelegt werden: Nach Start des GateKeepers und Anmeldung im linken Fenster auf die Registerkarte "Services" klicken, dann auf einem beliebigen Service mit der rechten Maustaste das Kontextmenü aufrufen. Dort New Service->SMTP service wählen.
Auf Grund der Tatsache, daß der SMTP-Service genormt ist, sind hier kaum Einstellungen zu ändern.Der Service soll automatisch starten ("Service will start automatically"), er verwendet standardmäßig Port 25, die einzige Änderung ist hier, daß statt einem internen ein externer Mailserver verwendet wird ("Support outbound mail via ISP mail server"). Den Namen des SMTP-Servers bekommen Sie von Ihrem ISP (Internet Service Provider) oder dem email-Provider. Es ist der selbe Server, wie er z.B. in den Outlook-Einstellungen verwendet wird. GMX: mail.gmx.net, T-Online: mail.btx.dtag.de, 1&1: smtp.puretec.de, etc.
Nach der Bestätigung dieser Einstellungen und dem Neustart von WinGate steht der Mail-Service über den Proxy Server zur Verfügung. Auf dem mobilen Gerät muß nun ein neues Mailkonto eingerichtet werden, daß auf die vom Proxy bereitgestellten Zugänge eingerichtet ist. Dazu gehen Sie im Posteingang auf Extras->Optionen, dort dann auf "Neu". Das zu konfigurierende Konto ist ein POP3-Konto (Post Office Protocol, ebenfalls ein Standard).Geben Sie der Verbindung einen Namen und klicken Sie dann auf weiter. Die folgenden vier Schritte bestimmen den Mailabruf. Setzen wir nun für das Beispiel voraus, daß der normal verwendete POP3-Server (wie er auch in Outlook konfiguriert ist), pop.meindienst.de heißt, die Kennung des Benutzers 123456, das Paßwort 789123, der Server für ausgehende Mails (SMTP, siehe oben) mail.meindienst.de und die Absenderadresse name@meindienst.de
1. Daten für das Empfangen von Mails: Als Verbindung muß statt einer Wählverbindung die "Netzwerkverbindung" gewählt werden. Als Server geben Sie die IP-Adresse des Proxy-Servers an (im Beispiel bisher 192.168.0.0). Als Benutzer-ID geben Sie <Benutzername>#<echter POP3-Server>, im Beispiel 123456#pop.meindienst.de, daneben das Paßwort (789123). Ticken Sie "Paßwort speichern" an, um dieses nicht bei jedem Mailabruf wieder eingeben zu müssen. Gehen Sie mit "Weiter" zum nächsten Schritt.
2. Daten für das Senden von Mails: Die Domäne bleibet (außer bei einer Konfiguration von Windows NT) leer. Als SMTP-Host wird wieder die IP-Adresse des Servers eingegeben (auf dem ja schon der "echte" SMTP-Server im SMTP-Service konfiguriert wurde, siehe oben). Die Proxy-spezifische Mailkonfiguration ist damit abgeschlossen. In den nächsten Schritten werden noch Präferenzen für die automatische Abfrage von Mails, das Format, etc. festgelegt. Diese sind frei wählbar. Wichtig ist nur noch, daß Sie im dritten Schritt "Nach Ausführen der Aktionen Verbindung trennen" anklicken, damit das Mailkonto nach der Mailabfrage für andere Rechner frei und nicht durch das mobile Gerät blockiert ist.
Nach Durchführung aller Schritte ist das mobile Gerät in der Lage, sowohl frei im Internet zu surfen, als auch Mails zu senden und zu empfangen, ohne dafür ein eigenes Modem zu brauchen. Sollten Sie bei einer dieser Aktionen Fehlermeldungen bekommen, dann ahcten Sie darauf, ob Ihr Server gerade im Internet ist. Ist dies nicht der Fall, so starten Sie eine Internet-Session und versuchen Sie es erneut. Die Port-Belegung (Port 80 http, Port 25 SMTP) ist zumindest für private Systeme Standard. Sollten Probleme auftreten, so kann eine Nachfrage beim Netzwerk-Administrator Klarheit bringen, ob ggf. am eigenen System andere Zuweisungen gelten. Zu guter letzt: die hier dargestellten Verfahrenweisen unterliegen keinerlei Haftung seitens des Autors. Sie sind getestet und funktional, eine Garantie kann hierfür aber nicht übernommen werden. Es ist ebenfalls zu beachten, daß die Öffnung eines Netzwerks ins Internet, wie es durch die Installation eines Proxy-Servers geschieht, mit Gefahren durch Angriffe von außen verbunden ist, das mindeste sollte ein gut konfigurierter Firewall sein (z.B. Symantec´s Personal Firewall). |
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