Microsoft Surface GO 10 Zoll-Tablet

(01.11.2018 18:00 CET)

Ich will es mögen, ehrlich… Die Logik sagt: es passt, das Auge stimmt zu, nur das Herz will sich nicht so recht erwärmen. Aber von Anfang an:

Microsoft hatte schon in der Vergangenheit mal ein Surface Mini in der Mache, bis hin zu Bildern, in denen Mr. Surface Panos Panay es in den Händen hielt und nach dem Einstampfen des Projektes darüber sprach. So kam die Ankündigung eines „Surface GO“, eines 10 Zoll-Tablets in der Anmutung und dem Design der Surface Pro-Reihe, schon ein wenig überraschend. Im August 2018 war es dann soweit: Das Gerät ist überall bestellbar, und die Kritiken sind überwiegend positiv.

Meine Ausgangssituation: Ein Macbook Pro 2018 und ein Surface Book 2, jeweils in 13 Zoll. Dazu als „mobiles Gerät“ ein Surface Pro (2017). Und der Logik nach macht das Modell so keinen Sinn: Das Surface Pro mag leichter sein, aber vom Transport her macht es zu den beiden „großen“ Geräten kaum einen Unterschied. Und so war das Surface GO die willkommene Alternative: Für die Fälle, in denen ein echter PC nötig ist und das Gepäck möglichst klein und leicht bleiben soll.

Die angebotenen Konfigurationen sind übersichtlich: eine Version mit 4GB und einer 64GB eMMC und eine mit 8GB und einer 128GB SSD. Erstere fiel für mich aus zwei Gründen aus der Auswahl: die eMMC ist spürbar langsamer als eine SSD, und 64GB – trotz verfügbarem micro SD-Slot – eher knapp. Geworden ist es dann also die 8/128GB-Version.

Im Gegensatz zu den großen Brüdern ist das GO mit einem Pentium Gold-Prozessor ausgestattet, der der legitime Nachfolger der Atoms sein soll, sich der Leistung nach aber im Bereich zwischen m3 und i5 bewegen soll. Ich habe bewusst auf Benchmarks verzichtet, sondern betrachte rein das „gefühlte Verhalten“ im Vergleich zu einem m3-Prozessor, wie ihn mein Pro hat.

Für den normalen Anwender, der surft, Mails versendet, in Office arbeitet und dann und wann mal ein einfaches Spiel spielt, ist die Leistung grundsätzlich in Ordnung. Was immer mal wieder zu beobachten ist, ist eine Verzögerung beim Start von Apps, was dem einen oder anderen Testbericht nach auf das Thermal Throttling, also das Bremsen des Prozessors unter Last, geschoben wird.  Das ist am Ende eine Glas halb voll/halb leer-Betrachtung: In Apps/Programmen habe ich bisher nicht festgestellt, dass irgendetwas ruckelt oder stockt, sei es beim Scrollen, beim Streamen oder Abspielen von Videos. Beim Start von Apps kann es schon mal 3-5 Sekunden Verzögerung geben, das aber finde ich erträglich.

Netflix im Fenster im Vordergrund, mehrere offene Tabs in Edge, ein Word-Dokument in aktiver Bearbeitung, das schockt das Surface GO kein bisschen. Für den Office-Worker, den Studenten, den mobilen Nomaden ist das Gerät absolut geeignet und trotz seines Preises selbigen wert. Natürlich macht man Abstriche, nämlich bei der Auflösung (1800*1200 statt 2736 x 1824), daraus resultierend auch die Darstellung (150% und damit nur zwei Kachelspalten im Tablet-Modus, jede Verkleinerung des Wertes überanstrengt die Augen).

Dem entgegen steht deutlich geringere Größe und Gewicht. Und die machen einen wirklichen Unterschied: Das GO lässt sich locker in einer Hand halten, ohne dabei kurzfristig Ermüdungserscheinungen zu erleiden. Und – auch wenn das nicht für jeden Anwender Relevanz hat – auch die Zubehörkompatibilität spricht für das Surface GO: wie das Surface Book 2 hat das GO endlich USB-C mit an Bord, ohne auf den Surface-Dock-Port zu verzichten. Der Vorteil: Mittlerweile gibt es eine riesige Menge an Zubehör für USB-C, und die immer größer werdende Menge der Geräte mit USB-C sorgt für annehmbare Preise. Sei es die portable Dock mit allen Ports, die man gebrauchen kann, sei es der externe Akku (wichtig: Dieser muss PD (Power Delivery) unterstützen!), die Flexibilität ist deutlich höher als bei den Surface Pros. Dass auch noch NFC mit an Bord ist, tritt dabei dann schon eher in den Hintergrund. Am Ende kann man bei der Auswahl des richtigen Formfaktors auch einfach jetzt Roulette spielen

Warum also die Einleitung? Ich kann es nicht benennen. Normalerweise habe ich bei einem neuen Gerät diesen Begeisterungseffekt, der mich immer wieder nach dem Gerät greifen lässt. Der bleibt hier aus. Das liegt sicherlich daran, dass ich automatisch den Vergleich zum Pro herstelle. Und da fällt das kleinere Display, die geringere Auflösung natürlich ins Gewicht. Und die damit einhergehenden „Belastungen“ durch höheres Gewicht und Größe eben nicht.

Preis:

EUR 449,- (kleine Version) bzw. EUR 599,- (große Version) hier.

Fazit:

In der Summe bietet das Surface GO das, was es verspricht: ein kleines, leichtes Tablet mit vollem Windows (der Wechsel des vorinstallierten Windows 10S auf Home ist einmalig kostenlos und schnell gemacht), hervorragender Verarbeitung und großer Flexibilität durch Zubehör und den vom großen Surface Pro bekannten Kickstand, der stufenlos verstellbar ist. Was ein wenig die Freude trüben kann: Der Preis (mit EUR 599,- für das getestete Modell plus Type Cover und Stift, die nicht dabei sind) ist schon heftig. Ein neuwertiges Pro bekommt man in einem ähnlichen Preisbereich, und genau da wird die Entscheidung ansetzen: Brauche ich ein Windows Tablet für die leichte und mittlere Anwendung, das klein und leicht ist? Dann ist das Surface GO nahezu konkurrenzlos. Wenn Größe und Gewicht egal sind, dann ist ein Pro die wahrscheinlich bessere Wahl.

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