Können billige Kopien den AirPods Paroli bieten?

Anfangs wurden sie mit Aufsätzen für elektrische Zahnbürsten verglichen und ihre Käufer belächelt. Doch obwohl die erste Generation von Apples AirPods wegen Problemen mit den Akkus und der Einstufung als Wegwerfprodukte auch durchaus angebrachte Kritik einstecken mussten, hat sie sich hervorragend verkauft und Apple zu einer zweiten Generation sowie den AirPods Pro verleiten lassen.

Der Markt bietet mittlerweile insgesamt eine große Auswahl, denn das Segment für sogenannte True Wireless Kopfhörer wächst massiv. Doch obwohl auch andere Hersteller ebenfalls mit guten Ohrhörern im Handel vertreten sind, dominiert Apple das Geschäft. Im laufenden Jahr 2020 soll das Unternehmen aus Cupertino Analysten zufolge über 100 Mio. AirPods absetzen und damit eine Größenordnung erreichen, die der Summe aller verkauften True Wireless Ohrhörer im vergangenen Jahr – 130 Mio. Stück wurden abgesetzt – nahe kommt. Gerade die jüngst veröffentlichten AirPods Pro hätten die Nachfrage noch einmal deutlich angekurbelt.

 

Apple dominiert das Geschäft

2019 stammte beinahe jeder zweite verkaufte True Wireless Ohrhörer aus dem Hause Apple, zeitgleich konnten die Kalifornier 60 Prozent des kompletten Branchenumsatzes in Höhe von 17 Mrd. US Dollar einstreichen, so die Marktforscher. Zwei von drei Ohrhörern aus dem kostspieligen Premiumsegment seien in Quartal 4 des letzten Jahres AirPords gewesen. Samsung und Jabra folgen auf den Plätzen zwei und drei mit deutlichem Abstand und mit einem Marktanteil von weniger als 10 Prozent. Und bei den ganzen Zahlen ist die Apple-Tochter Beats noch nicht mal mit eingerechnet...

Während es derzeit also nur beim Kampf um die Nr. 2 einen echten Wettbewerb gibt, versuchen viele Hersteller durch Masse zu punkten und im Niedrigpreissegment eine Führungsrolle zu übernehmen. Gerade chinesische Hersteller orientieren sich dabei zumindest in optischer Hinsicht an den großen Vorbildern aus dem Hause Apple. Doch können solche Kopien auch technisch mithalten?

Klone zum Zehntel des Apple Preises

Die Bewertung von Soundqualitäten ist natürlich eine sehr stark subjektive Frage und auch die Einordnung des Verhältnisses zwischen Preis und Leistung ist individuell sicherlich unterschiedlich. An den Fakten kommt dagegen niemand vorbei: Normale AirPods kosten derzeit je nach Händler rund 150 Euro, die teuren AirPods Pro schlagen mit 280 Euro zu Buche. Schaut man sich nun nur die ersten Suchergebnisse im Shop eines großen Onlinehändlers an, findet man optisch nahezu identische Ohrhörer, die mit wasserdichtem Gehäuse, langer Laufzeit und bestem Sound werben – und zwar für 28 Euro – also 10 Prozent von dem Preis, den Apple für seine Premium Ohrstöpsel aufruft. Ist der Sound wirklich auch zehn mal so schlecht?

Nimmt man die Kopien in die Hand, fällt schnell auf, dass sie größer als das Original sind und auch die Verarbeitung deutlich weniger wertig ausfällt. Kämpft man sich durch die Anleitung, die in Englisch und Chinesisch vorhanden ist, bekommt man auch eine Bluetooth Verbindung zum Smartphone aufgebaut. Doch dann kommt die Ernüchterung: der Sound ist dünn, absolut ohne jeglichen Bass und mit den wackeligen Knöpfen lässt sich auch Siri nicht aktivieren. Und der Akku hält auch keine zwei Stunden lang. Wer an dieser Stelle keine teuren AirPods kaufen möchte und keine optischen Klone haben muss, findet deutlich bessere kabellose Ohrhörer zu ähnlich attraktiven Preisen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Donnerstag, 20. Februar 2020 um 00:00 und eingeordnet unter WBlog .

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