Samsung Omnia 7 Windows Phone 7

Geschrieben von (29.11.2010 07:00 CET)

Vor dem ausführlichen Test des Samsung Omnia 7 ein Hinweis, der sonst vielleicht in der Begeisterung des geneigten Lesers untergeht. Das aktuelle Samsung Omnia 7 ist ein Telekom-Gerät und damit auf den Betrieb im Telekom-Netz ausgelegt. Das Gerät führt (wie auch die anderen von einem Carrier vertriebenen Geräte keine automatische Konfiguration der Interneteinstellungen durch, damit kann die initiale Einrichtung des Windows Live-Kontos nicht durchgeführt werden.

Dies ist im Normalfall kein echtes Problem, denn der Web-APN (also der Zugangspunkt zum Internet) kann unter Einstellungen, Mobilfunk, APN hinzufügen geändert werden und dann die Einrichtung des Live-Kontos manuell nachgeholt werden und das Internet normal genutzt werden.

Allerdings trifft dies leider nicht für das Senden und Empfangen von Multimedianachrichten (MMS) zu. Hier können keine manuellen Einstellungen vorgenommen werden. Während bei HTC-Geräten im Marketplace ein Programm namens „Verbi.-Setup“ existiert, das aus der eingelegten Karte das verwendete Netz ausliest und alle Einstellungen automatisch vornimmt, gibt es dies beim Omnia 7 nicht.

Die Konsequenz: aktuell können auf dem Omnia 7 bei einer anderen als einer Telekom-SIM-Karte keine MMS versendet oder empfangen werden!


Durch die Vorgabe vieler Anforderungen an ein Windows Phone 7 seitens Microsoft ist der Test eines Windows Phones einfacher geworden: Die Unterschiede beschränken sich auf Design, Display-Diagonale, Auflösung der Kamera und internen Speicher, und auch diese machen für die Verwendung auf den ersten Blick nur marginale Unterschiede aus. Gerade diese Punkte aber machen das Samsung Omnia 7, das nun als letztes der fünf Startgeräte in Europa auf den Markt gekommen ist, einen Riesenunterschied. Dies liegt vor allem daran, dass das Omnia 7 das einzige Windows Phone 7 ist, das einen AMOLED-Bildschirm hat und damit eines der besten am Markt befindlichen Displays mitbringt.

Wer von einem normalen Display umsteigt, der fühlt sich wie beim Umstieg von einem normalen auf einen HD-Fernseher. Auch wenn im Gegensatz dazu bei den mobilen Geräten die Auflösung  mit 800*480 die selbe ist, das AMOLED-Display sieht ungewohnt scharf, kontrastreich und „massiv“ aus, auf den ersten Blick ungewohnt und sogar verstörend. Nach den ersten Minuten in der Anwendung aber will man nichts anderes mehr verwenden. Ob in der Sonne, im Dunkeln, ob Text oder Grafik, die Qualität des Displays erlaubt überall optimale Sicht. Einzig der Blickwinkel kann problematisch sein: legt man das Gerät auf den Tisch, dann wird die Sicht „schlechter“ (im Sinne von „das Display dunkler“), das macht aber bei der Benutzung des Gerätes normalerweise keinen Unterschied.

Samsung hat mit einer Bildschirmdiagonale von 4.0 Zoll einen Zwischenweg gesucht und gefunden: Größer als die 3.7- und 3.8-Zoll Displays der meisten anderen Konkurrenten, aber kleiner als die 4.3 Zoll des HTC HD7. Sicherlich ist die Bewertung subjektiv, aber nach einigen Wochen mit HD7 und Mozart ist das Omnia genau der richtige Mittelweg, der Einhandbedienung und Sehkomfort miteinander kombiniert. Das Mozart ist klein und handlich, könnte eben nur ein größeres Display haben, der HD7 hat dieses große Display, ist aber bei normal großen Händen nicht komplett einhandbedienbar.

Das Design des Omnia 7 mag auf den ersten Blick ein wenig langweilig erscheinen, so glatt und kantenlos, wie es ist. Der erste Blick mag hier eine Enttäuschung sein, das legt sich aber spätestens dann, wenn man aktiv mit dem Gerät arbeitet. Das Omnia 7 liegt hervorragend in der Hand, sein Metallgehäuse fühlt sich extrem wertig an. Auch die Front, die aus einer einzigen, durchgehenden und randlosen Scheibe besteht, die nur oben durch den Lautsprecher und unten durch die „Home“-Taste unterbrochen wird, stärkt diesen Eindruck.  Eine interessante Kombination ist es allemal: von den drei Tasten sind die linke und die rechte Sensortasten, die mittlere tatsächlich eine drückbare und durch die Einlassung ins Gehäuse hinein auch blind spürbare Hardwaretaste.

Ausdrücklichen Dank an Samsung, die endlich einmal einen sinnvollen und haltbaren Schutz des Sync-Steckers realisiert haben: Statt den micro-USB-Stecker offen zu lassen oder durch eine Plastikklappe (die leicht abbricht) zu schützen, hat man einen Schieber eingebaut. Dieser ist so stabil und geschützt, dass er keinesfalls abbrechen kann und sich perfekt in das Gesamtbild des Gerätes einpasst. Meine Bitte an andere Hersteller: Nehmt Euch ein Beispiel!

Mit seinem 1500 mAh-Akku liegt das Samsung Omnia 7 an der Spitze der WP7-Startgeräte. Wo dem HTC HD7 mit seinem 1230 mAh-Akku am Ende eines Tages die Puste ausgeht, ist trotz intensiver Benutzung mit Telefonieren, Bluetooth im Auto, Dauerverbindung zum Exchange-Server im UMTS-Netz) beim Omnia 7 noch Kapazität übrig. Sicherlich auch dem stromsparenden AMOLED geschuldet, das Benutzungsgefühl ist aber deutlich sicherer. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Arbeitstag bis zum Ende auch das Maximum ist, einen zweiten Arbeitstag bekommt man ohne Tricks (wie Abschalten der 3G-Verbindungen und der Funksender) nicht wirklich hin. Nichts desto Trotz: Das ist ein allgemeines „Smartphoneproblem“ und damit nichts spezifisches für WP7 oder das Omnia.

Samsung hat einige wenige Anpassungen vorgenommen, die sich in Applikationen auf der Startseite widerspiegeln. Zum einen gibt es mit „Aktuell“ eine Anwendung, die Wetter, Nachrichten (allerdings trotz deutscher Software aktuell nur US, Kanada, Indien und UK) und Aktienkurse zusammenfasst. Die Hoffnung bleibt, dass durch ein Update auch deutsche Nachrichten hinzukommen werden. Ansonsten kann man durchaus auch andere Programme aus dem Marketplace dafür verwenden.

Eine nette Ergänzung ist die Anwendung „Foto Sharing“, mit der Facebook, Flickr, Friendster, MySpace, Photobucket und Picasa als Dienste konfiguriert werden können und Bilder selektiv mit Kommentaren und Zuweisung zu Alben zu den Fotoservices hochgeladen werden können. Der Benutzer muss einmal für jeden Dienst die Identifizierungsdaten eingeben (Benutzername und Passwort oder aber – wie bei Flickr – eine Umleitung zur OAuth-Identifikation auf der Seite selbst), dann können Bilder ausgewählt werden und hochgeladen werden.

Das führt unweigerlich zur Kamera des Omnia 7. 5 Megapixel hat sie auf dem Papier, und einmal mehr zeigt sich, dass Auflösung nicht alles ist. Für Schnappschüsse eignet sie sich durchaus, aber auch bei belichtungsmässig unkritischen Situationen ist die Qualität der Bilder kriselig und wenig kontrastreich. Hinzu kommt, dass auch die Kamera das Omnia 7 den vom HTC HD7 und HD7 bekannten „pink spot“-Effekt hat: In der Mitte ist ein Bereich, der leicht rosa ist, die Farben werden dort also verfremdet. Nicht schön? Stimmt. Will man das Gerät aber nicht als echten Ersatz für eine Digitalkamera verwenden, dann aber auch kein echter Beinbruch. Zumal Windows Phone 7 sowieso einen ärgerlichen Bug hat, der die Einstellungen, die man bei der Kamera machen kann, beim Beenden der Kameraanwendung „vergisst“, eine Optimierung ist hier immer nur mit Vorlauf zu einem Bild möglich.

Preis:

ca. EUR 570,- beispielsweise bei PDA Max

Fazit:

Vom Display her ist das Samsung Omnia 7 ganz einfach ohne Konkurrenz. Das heisst nicht, dass die anderen Geräte ein schlechtes Display haben, aber mit einem AMOLED können sie nun einfach nicht mithalten. Von der Größe her ordnet es sich genau zwischen den normal großen Geräten (LG Optimus 7, HTC Trophy und Mozart) und dem Riesen HTC HD7 ein, und schafft damit den Spagat zwischen Beherrschbarkeit mit einer Hand und großem Display nahezu perfekt. Das Design mag gewöhnungsbedürftig sein, empfehlenswert ist aber in jedem Fall, das Gerät einmal in die Hand zu nehmen und damit Design und Haptik gleichermaßen bewerten zu können.

Das Gesamtbild ist hervorragend und das Samsung Omnia 7 damit eine klare Empfehlung – natürlich unter Berücksichtigung der MMS-Problematik.

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