HTC S730

Geschrieben von (12.02.2008 00:00 CET)

Das HTC S730 hat im Modellreigen der HTC-Geräte eine Sonderstellung: Es ist ein Smartphone, eines der Geräte, die mit Windows Mobile6 Standard so gar nicht Standard sind: Im Gegensatz zu den meisten Geräten hat es eben kein Touchscreen, dafür aber eine numerische Tastatur. Und könnte seines Designs wegen durchaus als "normales" Handy durchgehen.

Schon das S710 als Vorgänger hatte durchaus positive Kritiken ernten können, denn mit WLAN, Bluetooth, einer ausschiebbaren Tastatur war es genau die Schnittmenge für all die, die auf der einen Seite verlässliche Kommunikationsapplikationen wollten, ein System, das an Windows angelegt ist, und auf der anderen Seite aber auch mit dem Gerät nicht "auffallen" wollten, sich also keinen PDA, sondern ein Handy ans Ohr halten wollten.
Das S730 setzt diesen Anspruch unbeirrt fort: Auf den ersten Blick könnte das S730 durchaus ein Nokia-Telefon sein (und das soll keine Wertung beinhalten), einzig das große Display fällt hier sofort ins Auge. Darunter findet sich die Tastatur mit den beiden Schultertasten, den Hörertasten und den Home- und Zurück-Tasten, die ein Steuerkreuz zur Menünavigation einrahmt.

Oben rechts befindet sich eine kleine VGA-Kamera, die für die Videotelefonie genutzt werden kann, in den Lautsprecher daneben integrieren sich fast unsichtbar LEDs, die den Netzempfang, verpasste Rufe, eingegangene Nachrichten und den Status der Funksender anzeigen.
Alles in allem unauffällig. Gerade diese Unauffälligkeit aber wird schnell zum Problem des S730: vorbei sind die Zeiten, in denen HTC-Mobiltelefone sich im edlen Alu-Gewand präsentieren, das S730 ist bis auf den Bildschirmrahmen komplett aus Plastik, und je nach Betrachtungswinkel schwankt die Einschätzung zwischen "gelungenes Design" und "Kaugummiautomatenqualität". Ich bin immer wieder hin- und hergerissen, mittlerweile aber habe ich den Look akzeptiert. Was durchaus dazu beiträgt: Das gesamte Gerät ist konsequent so gehalten, im Gegensatz beispielsweise zum HTC TyTN II, wo verschiedene Materialien und Farben sich mischen.
Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich die 2 Megapixel-Kamera, ein Spiegel zur Selbstfotografie der externe Lautsprecher, der für die Wiedergabe des Klingeltons und die Freisprecheinrichtung des S730 genutzt wird..

So klein dieser ist, so kräftig ist er: Selbst auf kleinster Stufe eingestellte System- und Klingeltöne kommen teilweise noch zu laut heraus, was schnell dazu führt, dass man gleich auf Vibration stellt.
Auch die Größe des Gerätes ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite liegt es gut in der Hand, ist beim Telefonieren angenehm und genau richtig groß. Auf der anderen Seite allerdings ist der Unterschied zu einem HTC TyTNII beispielsweise recht gering: In der Dicke sind sie nahezu identisch in der Länge unterscheiden sie sich nur marginal, einzig in der Breite ist das S730 ein wenig im Vorteil. Es ist wieder eine Frage der Präferenzen: Will man ein Smartphone des Telefonfaktors wegen haben, dann ist es im Rahmen der normalen Größe, will man ein Gerät, mit dem man telefonieren, Daten verwalten und einiges mehr kann, dann ist der Größenunterschied zu einem Pocket PC Phone zu gering, um seine Existenz zu rechtfertigen.
Nach einiger Gewöhnung, (die vor allem daran liegt, dass ich meist Pocket PCs nutze) ist nach einer knappen Woche aber ein Stück Zufriedenheit mit dem Formfaktor eingekehrt.
Ein nicht subjektiver, sondern ganz objektiv gefährlicher Punkt ist der Schwerpunkt des Geräts: durch das große Display und die relativ tief liegenden Tasten läuft man schnell Gefahr, das Gerät nach hinten über kippen zu lassen, auch das ist eine Frage der Gewöhnung.
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Kommen wir nach aller Meckerei (so angemessen sie auch sein mag) zu den positiven Punkten: In der täglichen Anwendung macht das S730 zumindest dem Messaging-Profi wirklich Spaß. Der 400MHz-Prozessor sorgt für eine angenehme Bediengeschwindigkeit, Menüs öffnen sich schnell, Anwendung starten ohne große Wartezeit, auch Programme wie der Mobile Navigator 6 für Smartphones sind performant.

Wie immer läuft das S730 bei mir mit einer Dauerverbindung zu meinem Exchange-Server mit dem jeweils schnellsten Netzzugang, hier mitten in der Großstadt fast ununterbrochen unter HSDPA. Das alleine ist noch nicht wirklich ein Maßstab: ich habe schon HSDPA-Verbindungen erlebt, deren Datendurchsatz schlimmer als der einer 2400baud-Antik-Modemverbindung war. Nicht aber beim S730: Internetseiten werden rasend schnell geladen, und Downloads (die man am Fortschrittsbalken verfolgen kann) sind ebenfalls schneller als bisher erlebt.
Wer die Schiebetastatur der TyTNs und kompatibler Modelle kennt, der wird sich anfangs mit der integrierten Tastatur des S730 ein wenig schwer tun: Auf Grund der geringeren Breite fehlt eine Tasten"zeile", was beispielsweise Satzzeichen nur durch längeren Druck erreichen lässt, die 0 auf der Nummerntastatur verschiebt, etc. nichts desto Trotz: Bei jedem Gerät muss man sich an die Tastatur gewöhnen, und auch beim S730 gelingt dies nach kurzer Zeit zumindest so gut, dass die Texteingabe deutlich schneller von der Hand geht als per T9 oder der Nummerntastatur. Selbst die Eingabe über einen Stift bei einem Pocket PC dauert länger, und so wird das S730 seinem eigenen Anspruch als Messaging-Device mehr als gerecht.
 WLAN 802.11b/g und Bluetooth runden die Funksender ab, auch das A2DP-Profil (für qualitativ hochwertigen Stereo-Sound über Bluetooth) sind an Bord, damit wird das S730 zur Multimediazentrale.

Auch das S730 hat jetzt von HTC den HTC-Homescreen spendiert bekommen, der alle wichtigen Informationen auf einmal präsentiert. So können Netzbetreiber, Zeit, neue Nachrichten, entgangene Rufe auf dem einen, das Wetter einer ausgewählten Stadt auf dem nächsten und die wichtigsten Rufnummern mit Bildern auf dem dritten Bildschirm genutzt werden.

Ebenso neu wie schon lange von vielen Anwendern gefordert: Ein integrierter RSS-Reader, mit dem man sich die wichtigsten Newsfeeds auf sein Gerät holen kann. Dieser findet sich in den Programmen und trägt den spannenden Namen "RSS Hub":

Preis:

EUR 409,95 hier

Fazit:

In der Summe also bietet das S730 Licht und Schatten, wobei viel des vermeintlichen Schattens eine Konsequenz des Bedienkonzepts "Smartphone" ist. Man darf von einem Touchscreen-losen Gerät eben keine Funktionalität erwarten, die ein Gerät mit Touchscreen hat, und das ist sicherlich vor allem ein Problem des Rezensenten, nicht des tatsächlichen Endanwenders.
Dies einmal bewusst gemacht habe ich schnell meinen Frieden mit dem S730 geschlossen. Es liegt gut in der Hand, es ist performant, und es erfüllt die Aufgaben unterwegs (von Telefonie über Messaging bis hin zur Navigation) problemlos. Selbst das Betrachten/Bearbeiten von Office-Dokumenten ist möglich, auch wenn das kleine Display (wie auf allen QVGA-Geräten) es nicht ganz einfach macht.
Wer ein Business-Smartphone sucht, dass explizit nicht den Geek-Effekt eines PDAs hat, sondern als Telefon durchgeht, trotzdem aber nicht auf Funktionalität verzichten möchte, der sollte sich das S730 auf jeden Fall ansehen.

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