Test: JayBird JB-200 Bluetooth A2DP-Headset

(15.08.2008 00:00 CET)

Die Welt wird immer kabelloser... auch wenn diese Aussage bei genauerer Betrachtung durchaus ein wenig hinkt vom Grundsatz her hat sie Bestand: Wer Telefon hat, der kommt der Pflicht nach einer Freisprecheinrichtung schon länger nicht mehr mit einer sich leicht verknotenden Kabelversion nach, sondern nutzt die Freiheit eines Bluetooth-Headsets. Und nachdem sich das A2DP-Bluetooth-Profil mittlerweile weit durchgesetzt hat, kann auch der PDA- und Smartphone-Besitzer voller Glück komplett auf Kabel verzichten und verwendet Bluetooth-Stereo-Headsets, die eine Kombination aus Hifi-Kopfhörer und Bluetooth-Freisprecheinrichtung sind. Gut... "kabellos" ist in diesem Zusammenhang nicht ganz richtig, oft werden an einen Empfänger "normale" Kopfhörer angeschlossen, womit der Ansatz des kabellosen ein wenig ad absurdum geführt wird.

Eine der wenigen wirklich kabellosen Lösungen (zumindest, wenn man von "Empfänger zu Kopfhörer" ausgeht, ist das Jaybird JB-200. Der Hersteller wollte einen Kopfhörer schaffen, der für Sportler optimal war und hatte damit mehrere Anforderungen umzusetzen: Zum einen eben eine Lösung zu schaffen, die nur aus dem Kopfhörer besteht und nicht aus einer Kombination Kopfhörer/Empfänger, die dann ja doch störende Kabel beinhaltet, in denen man sich verheddern kann. Zum anderen die Herausforderung eine Lösung zu schaffen, die Schweiß aushält.

Dies alles zusammen ergab dann das JB-200. Das Headset selbst besteht aus zwei Ohrhörern, die sowohl im Ohr getragen werden (unterschiedliche Ohrstücke liegen dem Paket bei) als auf um das Ohr als Bügel (darin enthalten die Empfängereinheit und der Akku).
Das klingt im ersten Moment hässlich, diesem Eindruck hat der Hersteller aber durch ein geschicktes Design entgegengewirkt: durch die schwarze Farbe und die immer noch geringe Größe verschwinden die Kopfhörer nahezu hinter den Ohren und unter den Haaren, fallen also nicht übermässig auf. Zusätzlich hat man endlich einmal darauf wert gelegt, dass die unvermeidliche blaue Verbindungsleuchte klein und unauffällig ist, man also nicht wie Alien auffällt, wen man Musik hört.
Das einzige Kabel ist das Verbindungskabel zwischen den beiden Ohrhörern, nichts also, an dem man hängen bleiben kann. Noch besser: im Gegensatz zu anderen Lösungen, die einen Bügel für die Verbindung beider Seiten verwenden, kann man problemlos den Kopf anlehnen, ohne die Ohrhörer selber zu bewegen.

Ich bin normalerweise ein Freund con echten InEar-Systemen und mag meine Etymotic ER6i kaum missen. Das liegt an zwei Dingen: Durch die Tatsache, dass ein InEar-System eben im Ohr sitzt, ist die Klangübertragung gerade im Bassbereich deutlich besser als bei Kopfhörern, die man nur "ins Ohr hängt". Hier kann das JB-200 trotzdem Punkten: Auch wenn es den Hörkanal nicht dicht abschließt, so ist der Bass trotzdem kraftvoll und satt, die Höhen klar.
Zum anderen habe ich immer die Probleme, dass normale Ohrhörer mir aus den Ohren fallen, und hier hilft der Ohrbügel der JB-200. Auch demjenigen, dem die normalen InEar-Systeme unangenehm zu tragen sind, wird der Tragekomfort des JB-200 zusagen.

PDA Zubehör

Nun sind die JB-200 nicht nur Stereo-Kopfhörer, sondern auch Freisprecheinrichtung, und in diesem Bereich heben sie sich wirklich ab. Bei den meisten anderen Lösungen muss das Telefon das selbe Gerät sein, mit dem auch Musik gehört wird. Soll heissen: Mit einem Smartphone mit A2DP-Profil kann Musik gehört werden, wenn das integrierte Telefon klingelt, dann schaltet es intern auf den Headset-Modus um und erlaubt ein Telefonat. Allerdings funktioniert das normalerweise nicht, wenn der Medienplayer z.B. ein iPod und das Telefon ein anderes Smartphone ist. Nicht so beim JB-200! Als Beispiel: Der Benutzer kann Musik über einen iPod (später dazu mehr) hören und trotzdem mit dem JB-200 ohne Umschalten mit einem anderen gekoppelten Telefon telefonieren.

Eingangs hatte ich bereits über die weite Verbreitung des A2DP-Profils, dass das Musikhören in hoher Qualität über Bluetooth erlaubt, geschrieben. Fast alle Hersteller habe es im Laufe der Monate in ihre Geräte integriert... fast alle. Scheinbar ist die Information über dieses so hilfreiche Profil noch nicht bei einem grossen Hersteller in Cupertino angekommen, denn weder iPods noch iPhones (nicht mal das iPhone 3G) unterstützen es. Unverständlich und ärgerlich, denn gerade beim iPhone als perfekte Mischung aus Medienplayer und Telefon würde es sich nahezu anbieten.

Aus diesem Grund gibt es zwei "Sender", die mit dem JB-200 funktionieren: Der eine ist auf den Dock-Connector der Apple-Geräte ausgelegt und koppelt sich automatisch mit dem Empfänger des JB-200 der Benutzer muss nur einen Moment warten, nicht aber aktiv eingreifen. Die Stromversorgung läuft über den iPOD. Die zweite Variante richtet sich an beliebige andere Wiedergabegeräte, die einen 3.5mm-Klinkenausgang haben, von dem der Klang abgegriffen und dann per Bluetooth an das JB-200 gesendet wird.

Preis: Ab USD 129,99 hier.
Fazit: Alles in allem ist das Jaybird JB-200 für mich momentan das beste A2DP-Headset. Sicherlich ist die Frage des Tragekomforts etwas, das von Benutzer zu Benutzer unterschiedlich ist, Klang, Funktionalität und Design sind aber aus meiner Sicht top.

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