Test: Interview mit Harald Nickol, V2R

(01.07.2004 00:00 CET)

Harald Nickol, geistiger Vater und Mastermind hinter der My Connectivity Suite, hat das Mobile Computing von den Kinderbeinen an verfolgt. Seine Idee zur My Connectivity Suite, einer integrierten Kommunikationsanwendung für Windows CE, ist jetzt endlich Realität geworden. Der Name seiner Firma ist Programm: Vision to Reality. Wir hatten im Juni 2001 die Möglichkeit, uns länger mit Herrn Nickol zu unterhalten. Die interessantesten Fragen und Antworten erscheinen hier exklusiv:

1.) Wann sind Sie das erste Mal auf die Idee zur Connectivity Suite gekommen?
Auf die Grundidee kam ich bereits im Mai 1998, wobei es damals nur um die Konfiguration von e-mail und SMS ging. Zu diesem Zeitpunkt hatten die PDA's noch keinen Web Browser integriert, so dass ich mich danach extern umschauen musste. Dieser kam dann von einer amerikanischen Firma.
In 1999 wurde dann auch WAP so langsam eine Realität und in der Konsequenz auch in die Connectivity Suite integriert.
Ende November wurde dann erstmals von einem GSM Provider eine komplette Communication Suite angeboten. E-plus hatte in
den Shops den Compaq Aero mit der Connectivity Suite, ein Siemens S25 Handy und einen Kartenvertrag als Komplettpaket vermarktet. Beworben wurde das in den großen Zeitung wie der FAZ und der Süddeutschen.
Interessant ist, dass das ganze Paket die erste kommerziell verfügbare WAP Lösung war, und zwar noch vor dem Nokia 7110. Im Chip-Test, Ausgabe 3/2000, wurde die E-Plus Lösung im Vergleich mit dem 7110 und dem Ericsson MC218 mit T18S Testsieger!

2.) Was unterscheidet die CS von Konkurrenzprodukten?
Die Connectivity Suite unterscheidet sich von anderen Produkten durch die einfache, integrierte Installation und durch die einfache Bedienbarkeit. In diesem Paket sind alle notwendigen Kommunikationskomponenten wie Fax, SMS, Web und WAP, SIM-Kontaktmangement und Dialler enthalten. Die Komponenten, die teilweise auch von Drittanbietern zugeliefert werden, werden im Gegensatz zu anderen Lösungen jedoch mit einer einzigen Installations-Prozedur installiert. Somit muss der Kunde nicht 4 oder 5 mal die selben Abfragen eingeben. Weiterhin ist die Einrichtung von WEB, WAP, E-Mail und SMS weitestgehend automatisiert, so dass selbst ungeübte Benutzer innerhalb von 2 Minuten Surfen, Wappen, Mailen, Faxe versenden und per SMS kommunizieren können. Meines Wissens nach gibt es keine andere Software-Lösung, die Zugangsnummern wie SMS-Servicezentrale, WAP-Einwahlnummer, netzspezifische Internetzugangsnummer, etc. für so viele europäische Netzbetreiber automatisch verwalten kann.


3.) Warum hat es so lange gedauert, bis diese Idee umgesetzt wurde?
Die Idee wurde zuerst unter der Vorraussetzung der gemeinsamen Vermarktung (mit zeitlich begrenzter Exklusivität) mit COMPAQ entwickelt. Sie sollte in ganz Europa und einigen anderen Ländern mit GSM-Mobilfunkstandard eingesetzt werden können. Das bedeutet, dass wir sehr viel Aufwand betreiben mussten, um die Connectivity Suite an die verschieden GSM Provider anzupassen. Wenn Sie davon ausgehen, dass wir diese Lösung für ca. 40 Länder mit durchschnittlich 3 Providern angeboten haben wird klar wie hoch der administrative Aufwand ist. Das Problem mit einer so umfangreichen Lösung ist, dass sich bei 120 Providern auf Grund von HSCSD, GPRS oder Favoriten-Änderungen sehr viel Aktualisierungskosten anfallen können, die der Kunde als selbstverständlich kostenloses Update erwartet. Hier ist seitens der Hersteller und Provider ein gewisses Umdenken nötig: Support und Pflege benötigen menschliche Arbeitsleistung, die auch bezahlt werden muss. Auf Grund dieser Tatsachen hatten wir uns dann entschieden, die Connectivity Suite für alle PPC's wie COMPAQ. CASIO und Hewlett Packard anzubieten und unsere eigenen Provider-Settings aufzubauen. Heute haben wir nun eine Version, die auf allen PPC Plattformen läuft und sind damit auch im Vertrieb.

4.) Was ist es für ein Gefühl, wenn ein so lang gehegter Plan endlich aufgeht?
Es ist schon ein tolles Gefühl wenn man dann nach 3 Jahren endlich eine Vision in eine Realität umsetzen kann. Besonders schön ist das Gefühl, wenn dann auch die Hersteller und die GSM Provider erkennen, dass Mobile Multimedia und Mobile Data ein "wenig" mehr als nur ein Stück Hardware benötigen.
Es ist einfach die Anerkennung für eine Vision die ich schon lange vor dem Markt hatte. Ich hoffe dass dieser Erfolg nun die Grundlage für die neuen Ideen und Weiterentwicklung sein wird.

5.) Was ist in der Zukunft an neuen Features für die MCS geplant?
Für die Zukunft planen wie eine ganze Menge von neuen Features für die existierende Connectivity Suite und einige weitere Vereinfachungen im Userinterface. Für uns ist es die erste Priorität, die Software einfach und intuitiv benutzbar zu machen. Sicher werden wir auch so Dinge wie Long SMS und auch Chat unterstützen.
Weiterhin wird die Connectivity Suite um die Unterstützung neuerer Techniken wie HSCSD, GPRS und Bluetooth erweitert werden.
Im nächsten Schritt wird die Liste der unterstützten Telefone erweitert und neue Features der Telefone werden eingebunden. So werden in Kürze z.B. auch das Nokia Cardphone und die Option First Phone Card unterstützt werden. Dies gilt im ersten Schritt für Daten, aber kurz danach auch für die Sprachtelefonie. Das bedeutet, dass der iPAQ und auch die neuen Palmax-Geräte zum Multimedia Mobiltelefon werden

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