Test: HTC Touch2 Touch 2

(14.10.2009 00:00 CET)

Nun ist er da, der erste PDA mit Windows Mobile 6.5. Der HTC Touch2 ist der konsequente Nachfolger des Touch und des Touch 3G, auch wenn das Facelift des Gehäuses ihn eher vom Aussehen her in die Ecke des Touch HD stellt. Wie auch immer: von seinen reinen Leistungsdaten ist die Zielsetzung klar: Der Touch2 soll den Einsteiger ansprechen, der sicherlich schon Ansprüche an das Gerät hat, aber keine High End-Maschine benötigt.

Dies drückt sich vor allem darin aus, dass das Gerät ein QVGA-Display mit einer Auflösung von 320*240 Bildpunkten mitbringt, in Zeiten, in denen VGA und WVGA-Displays an der Tagesordnung sind, ist dies schon bemerkenswert (aus Kostengesichtspunkten aber zu verstehen). 3.5G-Konnektivität (GPRS/UMTS/HSDPA), Bluetooth, WLAN, ein SDHC-fähiger microSD-Slot, ein Touchscreen (nicht kapazitativ, wie der HTC Leo ihn haben wird), aber gut mit dem Finger bedienbar),  eine integrierte Digitalkamera mit bei mobilen Geräten üblicher Schnappschuss-Qualität, das Paket ist für den Einsteiger ausreichend. Der Prozessor ist mit 528 MHz zwar nicht dem Taktwahn der Snapdragon-Prozessoren mit 1GHz ebenbürtig, aber auch hier gilt: Der Einsteiger braucht kein Powerhorse, sondern ein Gerät, dass zuverlässig und einfach die anstehenden Aufgaben erledigt.

 

 

Ein wenig unangenehmer fällt die Verarbeitungsqualität auf: Normalerweise sind HTC-Geräte so designed, dass es möglichst wenig Spaltmasse gibt, dass die Tasten wenig Spiel haben etc. Der HTC Touch2 ist hier an manchen Stellen die Ausnahme, was aber auch daran liegt, dass er mit seinem an den Touch HD angelehnten Look falsche Erwartungen weckt: Die Tasten sind keine Sensorflächen wie beim „großen Bruder“, nur der enge Bereich um die Tasten ist mit Metall-Finish versehen, etc.


 

Lässt man diesen ungerechten Vergleich außen vor, dann kann der Touch2 sogar Spaß machen: Er ist – auch dank der Optimierungen, die mit Windows Mobile 6.5 Einzug gehalten haben, angenehm schnell und flüssig in den Animationen, die Systemfunktionen sind schnell aufgerufen, und vor allem der Akku macht Spaß: Nach anderthalb Tagen moderater Benutzung, allerdings stehender UMTS-Verbindung zum Exchange-Server ist er immer noch deutlich mehr als halbvoll.

PDA Zubehör

Was ein wenig ungünstig erscheint – auch wenn dies ein Widerspruch in sich ist -, ist die Verwendung von TouchFLO 3D als Oberfläche. Was in den vergangenen Monaten immer positiv anzumerken war ist jetzt gar ein wenig kontraproduktiv: Microsoft hat eine Menge Arbeit investiert, um aus Windows Mobile 6.5 das fingerbedienbarste mobile Windows zu machen, und sind dabei erfolgreich gewesen: Das neue System ist weitestgehend ohne Stift bedienbar, ohne dabei die Funktionalität eines mobilen Windows zu verlieren.

Dadurch, dass sich TouchFlO 3D in gewöhnter Art und Weise über das System legt und tief bis in die Systemmenüs einbettet überdeckt es eine Vielzahl der aktuellen Neuerungen... und ganz ehrlich: mittlerweile macht es wenig Unterschied, ob man ein Windows Mobile 6.1, 6.5 oder gar Android-Gerät in Händen hält: Das System – zumindest während der normalen täglichen Verwendung – ist nahezu identisch. Und dies mit einer Hartnäckigkeit, die schwer nachzuvollziehen ist. Natürlich kann man TouchFLO 3D als „Heute-Bildschirm“ genau dort deaktivieren, wo allgemeine Einstellungen zum Heute-Bildschirm vorgenommen werden... das führt aber noch lange nicht dazu, dass man ein „nacktes“ Windows Mobile verwenden kann: die Änderungen im System selbst (beispielsweise die Umleitung der Titelleiste auf einen allgemeinen Übersichtsbildschirm der Benachrichtigungen) bleiben davon unberührt. Aus diesem Grunde ist der Unterschied von einem HTC Touch 3G zum Touch2 zwar nominell vorhanden, für den Anwender aber nur bedingt spürbar.

Preis:

Aktuelle Preise bei PDAMax

Fazit:

Der Einsteiger bekommt ohne Frage ein Gerät, das funktional durchdacht ist, alle wichtigen Ausstattungsmerkmale (Bluetooth, WLAN, UMTS/HSDPA, Kamera, GPS) hat und auf Grund seiner Größe in jeder Hosen- oder Hemdtasche Platz findet. Je nach Anspruch lässt sich das QVGA-Display verschmerzen, einzig beim Surfen im Internet fehlen einfach Pixel, um einen vernünftigen Überblick über Internet-Seiten zu bekommen. Dis wird aber dem für ein Windows Mobile-Gerät niedrigen  Preis von EUR 330,- bis 350, geschuldet. Wer mehr Auflösung möchte, der sollte sich einfach bei einem anderen Modell oder Hersteller bedienen.

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