(P)Review Nokia Lumia 830

(06.10.2014 10:00 CET)

Nach dem aktuellen Flaggschiff, dem Nokia Lumia 930, war es auf der IFA Zeit für eine Erneuerung der „kleineren“ Windows Phone-Modelle von Nokia. Normalerweise sind diese sowohl in der technischen Ausstattung als auch in der Haptik immer noch wertig, aber schon ein sicht- und spürbares Stück von den HighEnd-Modellen entfernt. Beim Lumia 830 allerdings ist dies ein Stück weit anders: Legt man dieses neben den großen Bruder 930, dann ist schon der eine oder andere genauere Blick nötig, um hier den Unterschied zu erkennen.

Das Lumia 830 besteht vor allem aus einem eckigen Alurahmen, der auf der Vorderseite vom nahezu randlosen Display ausgefüllt wird. Auf der rechten Seite finden sich der Ein-/Ausschalter, die Lautstärkewippe und die Hardwaretaste für die Kamera, die linke und die untere Seite bleiben leer. Dafür ist der microUSB-Stecker von unten nach oben gewandert und befindet sich links vom Kopfhöreranschluss. Das Lumia 830 ist knappe 2,5 Millimeter länger als der große Bruder, hat aber die selbe Breite bei 1,3 Millimetern geringerer Dicke. So gering die Unterschiede in den Maßen auf dem Papier sind, so deutlich merkt man sie: Das Lumia 830 wirkt sichtbar schlanker, im Test allerdings kam mehrfach die Nachfrage: „Ach, hast Du Dein 930 jetzt in grün?“. Auch die 17 Gramm geringeres Gewicht des 830 (150gr zu 167gr) fallen marginal, aber trotzdem ins Gewicht. Im Foto unten links das 830, rechts das 930.

Nun sind die inneren Werte natürlich ohne Frage noch wichtiger als die äußeren, und da sind die Unterschiede auf dem Papier schon deutlich stärker: Das IPS-LCD Display des Lumia 830 löst mit 1280*720 Pixeln deutlich geringer auf als das HD-OLED des Lumia 930, 1GB RAM statt 2GB RAM beim 930, der Akku ist mit 2200mAh knapp 10 Prozent kleiner als der des 930, 1GB RAM und 16GB Speicher stehen gegen 2GB RAM und 32GB internen Speicher der großen Bruders.

Einmal mehr aber: Das sind die Werte auf dem Papier. Wer länger mit einem Full HD-Gerät gearbeitet hat, der sieht den Unterschied zwischen diesem und der geringeren Auflösung des Lumia 830. Ohne den direkten Vergleich aber ist die Qualität des Displays nicht nur ausreichend, nein, sie ist wirklich gut. Schärfe, Kontrast, Lesbarkeit im Sonnenlicht, all das ist so, wie es zu einem Smartphone der oberen Mittelklasse gehört, und da positioniert sich das Lumia 830 ja.

Kleinerer Prozessor und geringerer Speicher sind bei den Standard-Anwendungen kein wirkliches Problem. Auch grafikhungrige Spiele wie Asphalt 8 oder Modern Combat 5 laufen ruckelfrei, wenn auch natürlich mit spürbarer Erwärmung des Gerätes. Was das Lumia 830 aber als Vorteil zu seinem großen Bruder abhebt: Es hat einen microSD-slot, der auch mit einer 128GB-Karte funktioniert. Und damit dann mal eben maximal 112GB mehr an Speicherkapazität als das Lumia 930. Bei aktuellen Preisen für eine solche Karte von unter 100 Euro eine absolute Alternative.

Auch der Wechselakku und die wechselbare Rückenschale bieten den ein oder anderen Vorteil. Auch wenn der Akku im Normalbetrieb gute anderthalb Tage durchhält, so ist es doch ein gutes Gefühl, für vollgepackte Arbeitstage einen Ersatzakku mitnehmen zu können. Und gerade bei den „schrillen“ Nokia-Farben der neuen Geräte wie grün und orange ist es ein Vorteil, für eine „klassischere“ Umgebung schnell auf Weiss oder Schwarz wechseln zu können, was innerhalb von wenigen Sekunden erledigt ist. Bei der geringen Dicke der Abdeckung und den dünnen Nasen liegt allerdings die Befürchtung nahe, dass man dies nicht allzu oft machen sollte.

In der Praxis – auch unter der Prämisse, dass die Software des Testgerätes noch nicht final ist – macht das Lumia 830 Spass. Es ist unauffällig in seiner Schlichtheit, auch wenn die grüne Version natürlich automatisch Blicke anzieht. Gleichermassen ist es aber auffällig in der Verarbeitungsqualität und Haptik, wenn man es denn einmal genau betrachtet und in der Hand hält. Davon ausgehend, dass der Listenpreis von EUR 399,- sich relativ schnell nach unten einpendeln wird, liegen zwischen dem Lumia 830 und dem 930 gute EUR 200,- Euro. Diese sind die zusätzlichen Features des 930 ohne Frage wert, machen das 830 aber zur ernsthaften Alternative, die bei günstigerem Preis nicht so viel weniger Leistung, wie der reine Betrag vermuten lassen würde.

In diesem Test ist die Kamera explizit nicht Gegenstand, weil die Kamerasoftware noch nicht final ist. Nominell ist sie mir 10 Megapixeln die am geringsten auflösende Kamera der aktuellen Kameraphones mit Zeiss-Linse, zu erwarten aber ist, dass die Qualität ähnlich gut ist. Das ist aber eben erst später testbar.

Preis:

EUR 399,- z.B. hier.

Fazit:

Ein "kleineres Modell", das sich hinter dem grossen Bruder nicht verstecken muss. Ich habe das Lumia 830 jetzt eine knappe Woche benutzt, zwischenzeitlich mal wieder auf das 930 gewechselt, und eines festgestellt: Der Unterschied in der praktischen Anwendung ist weit weniger spürbar, als die Leistungsdaten es vermuten lassen sollten. Für einen Listenpreis von EUR 399,- (und vermutlich einen Strassenpreis knapp über EUR 350,- in sehr kurzer Zeit ist das Lumia 830 seinen Preis in jedem Fall wert. Wer höhere Auflösung oder einen schnelleren Prozessor braucht, der ist natürlich weiterhin mit dem Lumia 930 besser bedient.

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